Sonderforschungsbereich 1171: "Affective Societies: Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten"

Sprecherhochschule: Freie Universität Berlin
Sprecherin: Professor Dr. Birgitt Röttger-Rössler
Freie Universität Berlin
Institut für Sozial- und Kulturanthropologie
Kontakt: über die Geschäftsführerin:
Katharina Metz
Weitere beteiligte Institutionen: Technische Universität Berlin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Berlin
Medien Pressemitteilung DFG
Struktur

Teilprojekte H I E R


Affekte und Emotionen sind ein Ferment des menschlichen Daseins und Miteinanders. Sie binden Menschen in soziale und kulturelle Lebenswelten ein, schweißen sie zu Gemeinschaften zusammen, erzeugen aber auch Reibungsflächen, an denen sich Abgrenzung und Konflikte manifestieren. Gesellschaften des 21. Jahrhunderts zeichnen sich durch vielfältige Mobilitätsprozesse aus. Nicht nur Personen sondern auch Ideen, Objekte, Praktiken und Informationen bewegen sich in beschleunigtem Maß, überschreiten und verwischen kulturelle sowie nationalstaatliche Grenzen und transformieren etablierte Ordnungen und Bedeutungen. Der SFB „Affective Societies“ geht von der These aus, dass die Entgrenzungen und Veränderungen lokaler Lebenswelten durch globale Einflüsse und Verflechtungen ebenso wie Bewegungen von Menschen aus vertrauten Umgebungen heraus mit ausgeprägten affektiven und emotionalen Dynamiken einhergehen, die hochrelevant sind für das gesellschaftliche Zusammenleben, aber bislang nicht systematisch untersucht wurden. Der Forschungsverbund wird diese affektiven und emotionalen Dynamiken und die mit ihnen verbundenen Pluralitäten, Ambivalenzen und Reibungszonen in ihren Auswirkungen auf den Einzelnen und das soziale Miteinander analysieren. Er schließt damit eine gesellschaftspolitisch höchst bedeutsame Forschungslücke.

Das langfristige Ziel der Initiative besteht darin, ein neues Verständnis von Gesellschaft als affective society zu etablieren, das der fundamentalen Bedeutung von Emotionalität und Affektivität für das soziale Zusammenleben sowie den vielfältigen Anforderungen mobiler, vernetzter und mediatisierter Welten des 21. Jahrhunderts Rechnung trägt.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn Disziplinen der Sozial- und Kulturwissenschaften befassen sich in 16 Teilprojekten in drei Schwerpunktbereichen mit den affektiven und emotionalen Dynamiken, die mit sozialen und kulturellen Mobilitätsprozessen verbunden sind. Bereich (A) nimmt die Bewegung von Akteuren über soziale und kulturelle Grenzen in den Blick, Bereich (B) fokussiert die Verbreitung und Formierung von Repertoires des Emotionalen, und Bereich (C) rückt Kollektive und Formen der Vergemeinschaftung in bewegten Welten in den Mittelpunkt.

Weiter zu den Teilprojekten

In einer übergreifenden Theorie- und Methodenwerkstatt werden die theoretischen sowie methodischen Ansätze der beteiligten Disziplinen zusammengeführt und weiterentwickelt.