Aspekte einer gerechten Verteilung von Sicherheit in der Stadt (VERSS)

Teilprojekt: Vulnerabilität und Sicherheit in der gerechten Stadt

Quelle:Flickr, Hipnos, Creative Commons Lizenz

Institution:

Katastrophenforschungsstelle (KFS)

Außenstelle des Instituts für Sozial- und Kulturanthropologie

Leitung:

[Projektleitung verlinken]

Mitarbeiter/innen:

Förderung:

BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Förderkennzeichen: 13N13202

KooperationspartnerInnen:

Universität Tübingen – Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

Universität Tübingen – Stiftungsprofessur für Kriminalprävention und Risikomanagement (SKR)

Bergische Universität Wuppertal – Institut für Sicherungssysteme (ISS)

FU Berlin - Katastrophenforschungsstelle (KFS)

Assoziierte PartnerInnen:

Stadt Stuttgart

Stadt Wuppertal

Deutsch-Europäisches Forum für Urbane Sicherheit (DEFUS)

Deutscher Präventionstag (DPT)

Projektlaufzeit:

15.06.2014 — 14.06.2017

Das theoretische und empirische Ziel des Teilprojektes „Vulnerabilität und Sicherheit in der gerechten Stadt“ ist ein differenziertes Verständnis der Aufenthalts- und Wohnbedingungen verschiedener Milieus zu generieren, das Aussagen über subjektive im Verhältnis zu objektivierten Vorstellungen von Sicherheit zulässt. Praktisches Ziel des Teilprojektes ist, auf Grundlage der theoretischen Analysen ein Verfahren zur Aushandlung von der gerechter(en) Verteilung von Sicherheit in der Stadt zu entwickeln.

Um die Gesamtziele zu erreichen, werden verschiedene theoretische Ansätze (Sicherheitsforschung, Milieu- und Raumtheorie, Stadtsoziologie, Vulnerabilitätsforschung) kombiniert und in einem neuen theoretischen Rahmen zusammengeführt. Basierend auf grundlegenden Erkenntnissen der Katastrophenforschung werden neuartige Indikatoren zur Messung der subjektiven Wahrnehmung von Sicherheit und Vulnerabilität sowie zur Erhebung ressourcenbezogener Vulnerabilität entwickelt.

Um ein sowohl in der Breite als auch in der nötigen Tiefe zutreffendes Bild zeichnen zu können, werden in der empirischen Untersuchung quantitative mit qualitativen Methoden kombiniert:

  1. In der statistischen Auswertung wird ein Zusammenhang zwischen verschiedenen Ausprägungen von subjektivem Sicherheits- und Vulnerabilitätsempfinden einerseits und der Milieuzugehörigkeit andererseits untersucht.
  2. Weiter wird erforscht, in welchem Zusammenhang das Sicherheitsempfinden mit der räumlichen Verteilung der Milieus steht und welche Erkenntnisse sich über das Verhältnis von Segregationsprozessen und Sicherheitsempfinden ableiten lassen. Denn einerseits führen Unsicherheitsgefühle dazu, dass Menschen bestimmte Räume meiden. Andererseits können Maßnahmen zur Herstellung oder Inszenierung von Sicherheit exkludieren.
  3. Den Sichtweisen der Bevölkerung wird eine Risikobewertung von Seiten der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gegenübergestellt; denn (Un-)Sicherheit ist ungleich in der Stadt verteilt und auch die BOS machen sich nach spezifischen subjektiven Kriterien ein Bild von der Gefährdungslage, die von objektivierten Beschreibungen abweichen können.
  4. In der Auswertung des qualitativen Datenmaterials wird ein besonderer Fokus auf die Wahrnehmung von Vulnerabilität und Sicherheit prägende regulative, normative und kognitive Institutionen gelegt sowie auf Ursachen für Wandel in der Wahrnehmung von Unsicherheit eingegangen.

Aus dieser Zusammenschau ergeben sich wichtige Fragen für die gegenwärtige und zukünftige gerechte Verteilung von Sicherheit in der Stadt und die darauf bezogenen Planungspolitiken.

Downloads:

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