Kranksein in der Illegalität. Eine medizinethnologische Studie über lateinamerikanische MigrantInnen in Berlin

Kranksein in der Illegalität
Kranksein in der Illegalität

Susann Huschke

In Berlin leben Tausende von Menschen ohne Aufenthaltsstatus – „illegale“ MigrantInnen aus den unterschiedlichsten Ländern. Unter ihnen befinden sich viele Frauen und Männer aus Lateinamerika: Peru, Ecuador, Bolivien, Kolumbien, Chile. Warum sind sie hier? Wie sind sie hierher gekommen? Wie leben sie? Und: was machen sie, wenn sie krank sind?

Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus haben in Deutschland prinzipiell Anspruch auf Gesundheitsversorgung sowie auf einen Krankenschein nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Praktisch verhindert das jedoch meistens der so genannte „Denunziationsparagraph“ des Aufenthaltsgesetzes: Öffentliche Stellen wie das Sozialamt müssen illegale MigrantInnen melden. Aus Angst vor Entdeckung wird das Recht auf Gesundheitsversorgung daher wenig in Anspruch genommen. Nicht-staatliche Einrichtungen wie das medibüro und die MalteserMigrantenMedizin versuchen, diese Lücke zu schließen und medizinische Versorgung für Menschen ohne Aufenthaltsstatus zu organisieren – eine Initiative, die lediglich eine unzureichende Basisversorgung für diejenigen MigrantInnen bieten kann, die die Angebote kennen.

Im Zentrum der im Juli 2011 eingereichten Dissertation stehen die Krankheitserfahrungen undokumentierter LateinamerikanerInnen im Kontext dieser politisch geschaffenen Strukturen der Unterversorgung.

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Betreuung der Dissertation: Prof. Dr. Hansjörg Dilger

Laufzeit: 2008-2011