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Ohnmächtige Ermächtigung? Kritische Reflexionen zum Umgang mit Flucht

Moderation: Olaf Zenker, Hansjörg Dilger & Kristina Dohrn

Freitag, 6. 1., ab 16 Uhr (AdK, Hanseatenweg 10)

Flucht und Vertreibung sind seit 2015 ein dominantes Thema in Deutschland. Während einerseits Rechtspopulist*innen auf gefährliche Weise Kapital aus der Situation schlagen, bemühen sich andererseits viele Menschen und Institutionen um einen verantwortungsvollen Umgang mit Geflüchteten und stellen sich schwierigen Fragen: wie können Menschen, die Zuflucht in Deutschland suchen, ermächtigt werden und sich ermächtigen? Wo ist Hilfe erwünscht und sinnvoll? Wie ist eine offene Begegnung möglich? Diese Veranstaltung eröffnet eine kritische Reflexion über den Umgang mit Flucht aus der Perspektive unterschiedlicher Akteur*innen. Geflüchtete, ehrenamtliche Helfer*innen, Forscher*innen und Studierende des Instituts für Sozial- und Kulturanthropologie (FU Berlin), Kunstpädagog*innen der AdK und ausstellende Künstler*innen führen mit dem Publikum ein (selbst-)kritisches Gespräch über Möglichkeiten und Grenzen – über Ermächtigung und Ohnmacht – in der Auseinandersetzung mit Erfahrungen von Flucht.

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Lehrforschung zur aktuellen Flüchtlingssituation in Berlin

Leitung: Prof. Dr. Olaf Zenker (olaf.zenker@fu-berlin.de)

Gruppenkoordinator*innen: Klaus Behnam Shad, Dr. Jonas Bens, Carolina Knerr, Žiga Podgornik-Jakil

Im letzten Sommersemester forschten BA Studierende des Instituts für Sozial- und Kulturanthropologie im Rahmen einer von Olaf Zenker geleiteten Lehrforschung zur aktuellen Flüchtlingssituation in Berlin. Mit dem Ziel die Dynamiken des Feldes aus verschiedenen Akteursperspektiven zu verstehen, forschten wir im Kontext einer Nicht-Regierungsorganisation, einer Betreiberorganisation einer Notunterkunft für Geflüchtete, der offiziellen Härtefallversorgung von Geflüchteten und, selbstverständlich, mit den Geflüchteten selbst.

Im Laufe der letzten vier Monate hatten die Studierenden regelmäßigen Feldkontakt, um in ihrem jeweiligen Feld teilnehmend zu beobachten und Interviews zu führen. Damit am Ende des Seminars ein gemeinsames Forschungsergebnis zustande kommt, fokussierten sich alle Gruppen auf Fragen zu Normalität und Zeitgefühl, Organisationsstrukturen und Umgang mit Normen, sowie Kommunikations- und Machtstrukturen.

Nach der Phase der aktiven Feldforschung beginnt nun die Datenauswertung und -analyse. Jede Studierendengruppe wird einen Forschungsbericht mit ihren Ergebnissen verfassen. In einem zweiten Seminar, welches im nächsten Wintersemester stattfinden wird, werden diese Berichte gekürzt und zu einem gemeinsamen finalen Text zusammengefügt. Unsere Ergebnisse möchten wir vor unterschiedlichen Publika, wie politischen Organisationen und im akademischen Kontext, präsentieren.