Workshop Approaching the Sacred

Workshop "Approaching the Sacred: Processions and pilgrimages in an historical and intercultural perspective"

 

July 9th, 2011

 

Institute for Social and Cultural Anthropology

Freie Universität Berlin

Landoltweg 9-11

14195 Berlin

 

I. Programm

10.00- 10.15 Uhr  Ute Luig: Welcome and Introduction

 

10.15- 11.00 Uhr Pilgrimages in historical times

Megumi Hasegawa: "Sanctifying Space: an analysis of the Japanese procession in the Middle Ages"
Katja Triplett: "Approaching emptiness: Buddhist pilgrimages in Japan"

 

11.00 -12.30 Uhr Sacred spaces, representations and narrations

Angelika Messner: “Approaching the Sacred in a Chinese historical setting”
Angelika Malinar: “The sacred field: Appropriation and interpretation of pilgrimage sites in Puri, India”
Helene Basu:  “Dealing with suffering: Pilgrimages in India”

 

12.30-13.30 Uhr : Mittagspause

 

13:30 – 14.30 Pilgrimage as Ritual Performance in historical and modern times

Graeme Lawson: “Musical journeys, parallel worlds: some contrafacta of pilgrimage and romantic love, and their implications for the oral survival and spread of knowledge during Late Antiquity and the Early Middle Ages”
Axel Schäfer: "Pilgrimage and the celebration of the patron: rituel integration in Cuzco and Cotabambas"

 

14:30 – 15:30 Pilgrimages from and to the Diaspora

Dr. Brigitte Luchesi: “Kevelaer: A new Tamil place of pilgrimage in Germany”
Johara Beriiane: “The making of a pilgrimage tradition : continuities and transformation of the « zyara » practice of Tijani Senegalese to the city of Fez”

 

15.30 -16.00 Resumee

 

II. Inhaltliche Ziele des workshop

Annäherungen an das Heilige: Pilgerfahrten in historischer und interkultureller Perspektive

Hintergrund

In den letzten Jahren sind Pilgerreisen wieder „in“ und das nicht erst seit Harpe Kerkeling’s Buch. Neben dem äußerst populären Jakobsweg gibt es auch andere, zT. sehr alte Pilgerzentren in Westeuropa, wie Assisi und Fatima, aber auch weniger bekannte Schreine in Bosnien- Herzegowina, in Belgien und Schweden, die sich großer Besucherzahlen erfreuen. All diese Orte können heutzutage leicht per Flugzeug, Auto, aber auch per Fahrrad oder in der klassischen Manier zu Fuß besucht werden. Diese Vielfalt der Fortbewegungsmittel deutet schon einen wichtigen Aspekt der Veränderungen im Pilgerwesen an, die sich vor allem auf die Wahrnehmung von Raum und Zeit auswirken. Während in früheren Jahrhunderten Pilgerreisen mit Ausdauer, dem Erkunden fremder Territorien, dem Ertragen von Kälte und Hitze, von physischen Leiden und spiritueller innerer Einkehr verbunden waren, kann Pilgern heute auf sehr komfortable und angenehme Weise geschehen. Es gibt eine Vielzahl von christlichen Reiseunternehmen, die sich auf solche Fahrten spezialisiert haben, und dem Pilger alle Mühsal abnehmen.

Pilgerorte waren offensichtlich schon immer Orte, die Besucher aus verschiedenen Ländern und Kontinenten anzogen. Durch die Globalisierung und weltweiten Migrationsströme hat sich diese Tendenz ganz offenbar verstärkt; dies führt u.a. dazu, dass ehemals vornehmlich regionale Pilgerorte z.T. ihre alten Besucher verlieren, aber von Migrantengruppen angeeignet und umgedeutet werden.

 

Fragestellungen

Die Renaissance des Pilgerns in Europa mit der Erfahrung in anderen Kontinenten, insbes. in Asien zu vergleichen, wo seit jeher eine sehr lebendige Tradition des Pilgerns besteht, gehört zu dem wichtigsten Anliegen des Treffens. Auch in diesen Gesellschaften haben moderne Transportmittel die Organisation der Pilgernden übernommen, ob sich dadurch allerdings dieselben Effekte wie in Europa ergeben, ist eine offene Frage. Inwieweit wirken Prozesse der Modernisierung und Globalisierung auf die Erfahrungen der Pilgernden ein, welche Rolle spielt ein säkularisiertes Umfeld für die Motivation der Pilgernden, inwieweit sind die alten Vorstellungen, die mit der Pilgerschaft verbunden waren, wie innere Ein- und Umkehr, der Erwerb einer neuen Identität noch immer erstrebenswert? Inwieweit unterscheidet sich Pilgern in der heutigen Form von Tourismus, welche Überschneidungen und Unterschiede existieren zwischen beiden Formen.

 

Ziele des Workshops

Um diese Fragen zu beantworten, ist es wichtig, sich einen Überblick über Prozesse des Wandels zu verschaffen und Vergleichsmöglichkeiten mit früheren Epochen zu erlangen. Eingeladen wurden daher Spezialistinnen, die sich sowohl mit Formen des frühen wie des rezenten Pilgerwesens aus einer interkulturellen Perspektive auseinandergesetzt haben. Eine Buchpublikation ist im Anschluss an das Treffen geplant. 

 

Kontakt:
Ute Luig,  e-mail: luig[at]zedat.fu-berlin.de