Klaus Behnam Shad

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Doktorand (Prof. Dr. Olaf Zenker); Stipendiat der Rosa-Luxemburg Stiftung

Aufgabenbereich

Promotionsforschung "Processing the paradox: Geflüchtete in Berlin zwischen idealiter unbegrenzten Schutzansprüchen und de facto begrenzten staatlichen Handlungsspielräumen"

E-Mail k.behnamshad@fu-berlin.de

Akademische Qualifikationen

seit 2016

Promotionsstipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung
(Bundesministerium für Bildung und Forschung)

seit 2015

Doktorand an der Freien Universität Berlin | Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften | Institut für Sozial- und Kulturanthropologie | Arbeitsbereich Politik- und Rechtsanthropologie 

Dissertationsthema: »Processing the paradox. Geflüchtete in Berlin zwischen idealiter unbegrenzten Schutzansprüchen und de facto begrenzten staatlichen Handlungsspielräumen«

Betreuung: Prof. Dr. Olaf Zenker

Wintersemester 2015

Visiting Scholar an der Tel Aviv University | Department for Sociology and Anthropology

2013 – 2015

M.A. in Sozial- und Kulturanthropologie | Abschlussnote: sehr gut (1,1)
Universität zu Köln | Institut für Ethnologie

Master-Thesis: »Ethik und Ethnologie. Probleme einer universellen Ethik unter besonderer Berücksichtigung der Menschenrechte«

Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Martin Rössler

2008 – 2011

B.A. in Sozial- und Kulturanthropologie | Abschlussnote: sehr gut (1,3)
Universität zu Köln | Institut für Ethnologie

Bachelor-Thesis: »Militanter Islam und Demokratisierung in Indonesien«

B.A. in Musikwissenschaften | Abschlussnote: sehr gut (1,3)
Universität zu Köln | Institut für Musikwissenschaften

Schwerpunkte: Deutsche und italienische Barockmusik; Vokalmusik in Europa (1600 – 1820)

  

Beruflicher Werdegang

seit 2016

Sprach- und Kulturmittler (Farsi, Dari, Tadschikisch) sowie Interkultureller Mediator an der Charité Universitätsmedizin Berlin

Verantwortungsbereich:

  • Übersetzung medizinischer und psychiatrischer Therapiesitzungen für Flüchtlinge
  • Mediation und Vermittlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge (Minderjährige, Behinderte und Transgender)

seit 2016

Sprach- und Kulturmittler (Farsi, Dari, Tadschikisch, Englisch) sowie Interkultureller Mediator am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Berlin

Verantwortungsbereich:

  • Übersetzung der Asylanhörungen von Flüchtlingen seitens des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge 
  • Übersetzung offizieller Schreiben und Dokumente

Sommersemester 2016

Leitung der Forschungsgruppe „Offizielle Härtefallversorgung von Geflüchteten in Berlin“ im Rahmen der von Prof. Dr. Olaf Zenker geleiteten Lehrforschung zur aktuellen Situation von Geflüchteten in Berlin an der Freien Universität Berlin

2015 - 2016 

Wissenschaftler und Projektmitarbeiter des Projekts: „Land restitution and the moral modernity of the new South African state“ Universität Bern, Institut für Sozialanthropologie | Leitung: Prof. Dr. Olaf Zenker

2011 – 2012

Interkultureller Mediator und Berater am Eco Village in Minais Gerais (Brasilien)

  • Seminare und Workshops über soziale und biologische Nachhaltigkeit

  

Sprachen

Deutsch (Muttersprache) | Farsi (Muttersprache) | Dari (Verhandlungssicher) | Englisch (Verhandlungssicher) | Tadschikisch (Fließend) | Französisch (Grundkenntnisse)

Sommersemester 2016: Leitung der Forschungsgruppe „Offizielle Härtefallversorgung von Geflüchteten in Berlin“ im Rahmen der von Prof. Dr. Olaf Zenker geleiteten Lehrforschung zur aktuellen Situation von Geflüchteten in Berlin an der Freien Universität Berlin.

Aktuelles Forschungsprojekt

Processing the paradox: Geflüchtete in Berlin zwischen idealiter unbegrenzten Schutzansprüchen und de facto begrenzten staatlichen Handlungsspielräumen

Menschenrechte kann man nicht limitieren, denn sie sind ihrem Wesen nach vorbehaltlos und unbedingt. Neben der menschlichen Würde, der Rede-, Religions- und Pressefreiheit, gehört das Recht auf Asyl gemäß der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) ebenfalls zu diesen theoretisch unbeschränkten Rechten. Die transnationale Konstellation der globalisierten Welt mit ihren vielen Konflikten und den aus diesen resultierenden vertriebenen Menschen hat eine Ausnahmesituation herangebildet, die zunehmend zur Routine geworden ist. Zu dieser problematischen Situation gehört u.a. das Aufenthaltsproblem der entrechteten Personen, die meist als „displaced persons“ bezeichnet werden. Diese displaced persons haben den Schutz ihrer eigenen Regierung verloren und suchen den Schutz eines anderen demokratischen Staates, der sie als Asylsuchende anerkennt.

Allerdings unterscheidet das Gesetz zwischen verschiedenen Kategorien von Geflüchteten mit jeweils unterschiedlichen rechtlichen Aufenthaltsmöglichkeiten in Deutschland. Die Anerkennung Asylberechtigter gemäß Art. 16 a GG sowie diejenige nach der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) 60 Abs. 1 AufenthG (Aufenthaltsgesetz), AE nach § 25 Abs. 2 AufenthG weist einen hohen Schutzstatus für Geflüchtete auf, gilt jedoch für eine verschwindend geringe Anzahl politisch Verfolgter. Der subsidiäre Schutz gemäß § 60 Abs. 2 bis 4 AufenthG und das humanitär begründete Abschiebungsverbot wegen Zustände im Heimatland gemäß § 60 Abs. 5 AufenthG, AE nach § 25 Abs. 3 AufenthG bieten hingegen einen mittelstarken Schutzstatus für Geflüchtete. Darüber hinaus können Geflüchteten durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weitere Aufenthaltsmöglichkeiten zugewiesen werden, die einen vergleichsweise niedrigen Schutzstatus aufweisen. Die Bundesrepublik hat demnach eine Reihe von Möglichkeiten, den gesetzlich verankerten und stark limitierten Schutzstatus zu kontrollieren und zu vergeben. 

Die enorme Dimension der Flüchtlinge, mit denen Europa seit einigen Jahren konfrontiert ist, lässt in vielen öffentlichen Debatten die Frage nach der Begrenzung von vertriebenen Asylsuchenden aufkeimen. Dahinter steht das grundsätzliche Paradoxon, das aus nicht zu begrenzendem Recht auf Asyl einerseits, und de facto begrenzten staatlichen Ressourcen andererseits entsteht.

In dieser Studie steht die Frage, inwiefern sich dieses Paradoxon auf der Mikroebene des Alltags vieler Geflüchteter ausdrückt, im Vordergrund. Die Praxis dieses Paradoxons und der Umgang mit dessen Konsequenzen für Sozialarbeiter, Beamten und Flüchtlinge wird durch eine einjährige ethnographische Feldforschung am Beispiel der Härtefallversorgung durch die Caritas am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin untersucht. Hinter der deskriptiven Bestandsaufnahme des Paradoxons steht die Frage, welche Dynamiken und Auswirkungen (un-)gerechtfertigte asymmetrische soziopolitische Konstellationen im Hinblick auf den Ausnahmezustand (in dieser Studie exemplifiziert durch den „Härtefall“) haben. Die sozialphilosophische Reflexion normativer Ordnungen im Rahmen der staatlichen Härtefallversorgung und die dahinterstehenden Rechtfertigungsnarrative sind ebenfalls ein zentraler Bestandteil dieser Studie.

Forschungsschwerpunkte

Inhaltlich:

  • Migration und Asyl
  • Anerkennungs- und Gerechtigkeitstheorien
  • Global Governance, Demokratie und Menschenrechte
  • Islamischer Fundamentalismus und Terrorismus
  • Politische Philosophie
  • Konflikt und Identität
  • Moderne Staatlichkeit und Bürokratie
  • Politische Systemtheorien
  • Ethik
  • Medizinanthropologie

Regional:

  • Mittlerer Osten (insb. Iran und Afghanistan)
  • Naher Osten
  • Zentral- und Südostasien (insb. Tadschikistan)
  • Europa

2016

Leitfaden für die Zusammenarbeit mit Sprachmittlern in der Flüchtlingshilfe.

In: Handbuch zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen.

De-Gruyter-Verlag, Berlin. (In Vorbereitung).

2016

Das Menschenrecht auf Gesundheit und medizinische Versorgung.

In: Handbuch zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen.

De-Gruyter-Verlag, Berlin. (In Vorbereitung).

2015
Probleme und Möglichkeiten einer universellen Ethik.
Reflexionen für Kultur- und Sozialanthropologen.

129 S.
Optimus Wissenschaftsverlag.
ISBN 9783863761349
  2011
Bedrohung durch den Islam
.
Fundamentalismus & Menschenrechte
.
Optimus Wissenschaftsverlag.
133 S.
ISBN 9783941274877.

2010
Militanter Islam und Demokratisierung

in Indonesien
.
Göttingen: Optimus Wissenschaftsverlag.
Seiten: IV, 88.
ISBN 9783941274549