Qualifikationsziele und Studieninhalte

Studieninhalte

Der Sozial- und Kulturanthropologie kommt eine Schlüsselrolle im Verständnis einer zunehmend komplexen Gegenwart zu, in der lokale, nationale und globale Prozesse ineinander verwoben sind. Der Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin bietet eine vertiefte Auseinandersetzung mit grundlegenden theoretischen Fragestellungen an, die sowohl mit Blick auf lokalspezifische Dynamiken als auch im Kontext globaler und transnationaler Verflechtungen untersucht werden müssen. Hierzu gehört die Transformation zwischenmenschlicher Beziehungen und religiöser Praktiken im globalen Kontext ebenso wie die Rolle von Verwandtschaft und sozialen Beziehungen bei der Konstitution von Wirtschaftskreisläufen und politischen Machtbeziehungen. Auch sind die Analyse von Geschlecht und Körper sowie die Konstitution menschlicher Befindlichkeit zentral für das Verständnis sozial und kulturell definierter Interaktionen und Handlungsabläufe in einer zunehmend globalisierten Welt.

Im Zentrum sozialanthropologischer Analysen stehen dabei Wechselwirkungen zwischen Lokalem und Globalem, zwischen Mikro- und Makroebenen: Konkrete menschliche Erfahrungen, Überzeugungen und Werte werden im Zusammenhang mit politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen untersucht und erklärt. Wissenschaftstheoretisch knüpft der Masterstudiengang an die sozial- und kulturwissenschaftliche Tradition des Faches an und greift auf die ihm eigene Methode historisch vergleichender Sozialforschung zurück. Interkulturellem Verstehen wird im Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie große Bedeutung beigemessen, beispielsweise durch die vertiefte Vermittlung regionaler Kenntnisse über süd- und südostasiatische und afrikanische Länder sowie durch die Unterstützung bei einem eigenständig durchzuführenden Feldprojekt, in welchem die Methoden des Faches in der Praxis erlernt werden.

 

Qualifikationsziele

Qualifikationsziel des Studiengangs ist die Fähigkeit zur differenzierten Analyse von komplexen sozialen und kulturellen Prozessen aus unterschiedlichen Perspektiven. Folgende Qualifikationen zeichnen AbsolventInnen des Studiengangs aus:

REGIONALES UND THEMATISCHES FACHWISSEN: Der Studiengang vermittelt regionales und thematisches Fachwissen, das in unterschiedlichsten Berufen von Vorteil ist und Sozial- und KulturanthropologInnen gerade auch in interdisziplinären Berufsfeldern auszeichnet. Geschätzt werden hier insbesondere das ‚dichte‘ Wissen unserer AbsolventInnen über lokale Zusammenhänge sowie über die Innensichten von Individuen und Gruppen in der Konstitution von Handlungsabläufen und sozialen Interaktionen.

ANALYTISCHE FÄHIGKEITEN: Durch die theoretische und methodische Ausbildung im Rahmen des Studiengangs werden unsere AbsolventInnen befähigt, soziale und kulturelle Phänomene aus unterschiedlichen Perspektiven zu verstehen und zu erklären. Sie sind in der Lage, sowohl solche Ideen, Normen und Praktiken, die als „fremd“ gesehen werden, als auch solche, die in den eigenen Gesellschaften als  „Common Sense“ gelten, kritisch zu analysieren.

FORSCHEN UND WISSENSCHAFTLICHES ARBEITEN: Der Studiengang beinhaltet die Vorbereitung und Durchführung einer eigenen empirischen Arbeit, die Analyse und Aufbereitung der erhobenen Daten sowie deren Darstellung und Einordnung in den wissenschaftlichen Kanon des Faches. Er bereitet die AbsolventInnen damit auf das wissenschaftliche Arbeiten an universitären ebenso wie außeruniversitären Forschungseinrichtungen vor.

 

Mögliche Berufsfelder

Unsere Studierenden sind heute in unterschiedlichen Berufsfeldern tätig, die die Perspektiven und Kenntnisse der Sozial- und Kulturanthropologie zunehmend schätzen. Oft nehmen Sozial- und KulturanthropologInnen hierbei eine Vermittlungsposition ein, da sie es gewohnt sind, aus unterschiedlichen Perspektiven auf spezifische Themen und gesellschaftliche Herausforderungen zu blicken.

Unsere AbsolventInnen arbeiten u.a. in folgenden Bereichen:

  • Entwicklungszusammenarbeit / Internationale Beziehungen: Regierungsinstitutionen, NGOs, Internationale Institutionen
  • Umwelt-Risikomanagement und Vulnerabilität
  • Verlage / Bibliothekswesen
  • Kultur: Museen / Kulturaustausch
  • Tourismus
  • Presse und Medien / Öffentlichkeitsarbeit
  • Soziale Bereiche: Migrations-, Integrations-, Flüchtlingsarbeit / Interkulturelle Bereiche
  • Medizinische Bereiche / Interkulturelle und internationale Gesundheitsarbeit
  • Beratende und analytische Tätigkeiten: Wirtschaftsunternehmen / Stiftungen / Verbände
  • Erwachsenenbildung: Interkulturelle Kompetenzvermittlung
  • Katastrophenhilfe in Entwicklungs- und Schwellenländern/Entwicklungszusammenarbeit
  • Wissenschaftliche Tätigkeiten an Universitäten/Hochschulen, Museen und an außeruniversitären Forschungsinstituten
  • Bildungsarbeit (Stiftungen, Verbände)