Flucht 2.0: Digitale Mediennutzung durch Flüchtlinge

Flucht 2.0 Schlussbericht
Flucht 2.0 Schlussbericht

Das Forschungsprojekt "Flucht 2.0" hat anhand einer repräsentativen quantitativen Befragung in Berliner Unterkünften die Nutzung mobiler Geräte von Flüchtlingen auf ihrem Weg von ihren Herkunftsländern nach Deutschland untersucht. Wissenschaftlich analysiert wurde dabei nicht nur die Mediennutzung der Flüchtlinge während, sondern auch vor und nach der Flucht.

Leitung:

Förderung:

Auswärtiges Amt

Projektlaufzeit:

01.04.2016 — 31.12.2016

Die sogenannte Flüchtlingskrise, die die Medienagenda seit 2015 wie kaum ein anderes Thema beherrscht, stand von Beginn an im Zeichen des digitalen Zeitalters: Mobiltelefone waren zu zentralen Werkzeugen der Schutzsuchenden geworden, WLAN-Hotspots so notwendig wie Wasserstellen. Die mobilen Geräte ermöglichten den Zugang zu Informationen für die Planung der Flucht, wiesen durch Applikationen wie GPS den Weg ins Zielland und ermöglichten es den Flüchtlingen mit Zurückgebliebenen wie Vorausgegangenen in Kontakt zu bleiben. Doch obwohl digitale mobile Geräte offensichtlich eine große Rolle spielten, lagen zu den Kommunikations- und Interaktionsmustern und deren Auswirkungen auf die Flüchtlingsströme (abgesehen von Medienberichten und Fallstudien) bislang kaum Daten vor.

Vor diesem Hintergrund hat das Forschungsprojekt "Flucht 2.0" anhand einer repräsentativen quantitativen Befragung von insgesamt 404 Flüchtlingen die Nutzung mobiler Geräte auf dem Weg vom Herkunftsland nach Deutschland untersucht. Die überwiegend aus Syrien, Irak und Zentralasien (Afghanistan, Pakistan, Iran) stammenden Geflüchteten wurden im April und Mai 2016 von muttersprachlichen Interviewern in Berliner Notunterkünften befragt. Dabei bezog sich der standardisierte Fragebogen nicht nur auf die Mediennutzung während, sondern auch vor und nach der Flucht.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, wie Flüchtlinge mobile Geräte nutzen, auf welche Informationsquellen sie zurückgreifen und welchen sie Vertrauen schenken. Ebenso beleuchten sie die pragmatischen Funktionen von Smartphones im Fluchtkontext –beispielsweise die Nutzung von GPS oder die Möglichkeit sich im Internet über Deutschland zu informieren. Über eine deskriptive Erfassung von Kommunikationsmustern hinaus, liefert die Studie Erkenntnisse zu den Effekten der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Einstellungen und Handlungen von Flüchtlingen.