DFG-Projekt "Medienfunktionen in beginnenden Transformationsprozessen"

DFG-Projekt "Medienfunktionen in beginnenden Transformationsprozessen - Eine Modellbildung durch einen Vergleich von Akteurskonstellationen und Strukturbedingungen in Ländern Osteuropas 1989 und Nordafrikas 2011"

Leitung:

Mitarbeiter/innen:

Förderung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Projektlaufzeit:

01.01.2016 — 31.12.2018

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Carola Richter

Telefon:

+49-30-838-58898

E-Mail:

Homepage:

Das Forschungsvorhaben nimmt den Beginn von Transformationsprozessen in Ländern Osteuropas 1988/1989 und Nordafrikas 2010/2011 in den Blick und fragt nach den spezifischen Funktionen der Medien während des Aufbrechens der autoritären Strukturen. Die theoriebasierte forschungsleitende Annahme ist, dass bei der Transformation politischer Regime von Medien ein mobilisierender Impuls ausgeht. Dieser mediale Impuls ist in seiner Ausprägung charakterisiert von spezifischen Strukturbedingungen und Akteurskonstellationen. Basierend auf Forschung zu Medien und Transformation, Theorien zu Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit sowie Ansätzen aus der Forschung zu sozialen Bewegungen wird eine innovative Verbindung aus system- und akteurstheoretischen Ansätzen genutzt, um das Forschungsvorhaben theoretisch zu rahmen. Ziel ist es,

1) unter Berücksichtigung der Strukturbedingungen und Akteurskonstellationen einen theoriegeleiteten, empirischen Vergleich der Funktionen von Medien im Kontext der Formierung von Gegenöffentlichkeiten in je drei Transformationsländern Osteuropas in den Jahren 1988/1989 sowie Nordafrikas 2010/2011 vorzulegen, sowie

2) mittels der Ergebnisse induktiv ein Modell der Effekte von Medien in beginnenden politischen Transformationsprozessen erarbeitet.

Über die Abstraktion des Vergleichs der spezifischen massenmedialen Aktivitäten von beispielsweise religiösen Gruppen, Wissenschaftlern oder Umweltaktivisten in der jeweiligen Transformationssituation sollen die verallgemeinerbaren Muster sichtbar gemacht werden.Um die Ziele zu erreichen, bauen mehrere Methoden systematisch aufeinander auf: ausgehend von einer Literatur- und Dokumentenanalyse, aus denen die Strukturbedingungen abgeleitet werden, erfolgt eine Inhaltsanalyse, mit der die relevanten Akteure ermittelt und klassifiziert werden können, die dann nach ihren Orientierungshorizonten befragt werden. Die Feldforschung liefert so das Material, mit dem die verschiedenen Dimensionen des Modells empirisch unterfüttert werden können.