Abschlussarbeiten an der AS Mediennutzung

An der Arbeitsstelle können sowohl Bachelor- als auch Masterarbeiten zu den Arbeitsschwerpunkten der Mitarbeiter angefertigt werden. Möglich sind grundsätzlich alle Fragestellungen, die sich mit Mediennutzung und -wirkung beschäftigen, ebenso Themen, die sich mit dem digitalen Medienwandel auf Meso- und Mikroebene der Gesellschaft (also bei Organisationen und Bürgern) beschäftigen. Auch Fragen im Kontext von Wahlkämpfen und strategischer politischer Kommunikation (vor allem mit Schwerpunkt auf digitalen Medien) sind möglich. 


Ausschreibung für Abschlussarbeiten

Die Arbeitsstelle Mediennutzung sucht engagierte Studierende, die ihre Abschlussarbeit (vorzugsweise Masterarbeiten) zu einem der folgenden Themen schreiben möchten:

  • Absolventenstudie: Nach Einführung der neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse haben sich die Studienbedingungen für Studierende unserer Fächer in vielerlei Hinsicht verändert; während das BA-Studium einen frühen berufsqualifizierenden Abschluss erlauben soll, sind in Masterstudiengängen vielfältige Spezialisierungen möglich. Der tatsächliche Erfolg dieses Systems – in Form von rückblickender Bewertung des Studiums, Erfolg auf dem Arbeitsmarkt, beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten etc. – ist bislang nur in Bezug auf den Bachelor-Studiengang Publizistik- und Kommunikationswissenschaft systematisch untersucht worden. Das IfPuK würde Abschlussarbeiten begrüßen, die eine Absolventenbefragung zum Masterstudium in Medien und Politischer Kommunikation durchführen wollen, um sich den dargelegten Fragen zu widmen. Betreut würden diese Arbeiten von Prof. Dr. Martin Emmer und Prof. Dr. Joachim Trebbe.
  • Dynamiken der Berichterstattung über Naturereignisse: Für Behörden, Versicherer und auch Privatpersonen sind Informationen über bevorstehende Naturereignisse wie Unwetter oder Überschwemmungen wichtig, um effektive Schutzmaßnahmen zu ergreifen und Schäden möglichst gering zu halten. Erfahrungen der letzten Jahre zeigen allerdings, dass die mediale Berichterstattung über solche Ereignisse aus Sicht der Zivilschutzverantwortlichen nicht immer optimal verläuft: So werden Gefahren zum Teil über- oder untertrieben oder Ereignisse übersehen oder nur unzureichend eingeordnet und erklärt. In einer Inhaltsanalyse soll untersucht werden, welche Faktoren (über klassische Nachrichtenfaktoren hinaus) für Unterschiede in der Berichterstattung über vergleichbare Ereignisse verantwortlich sein können. Auch die Rolle, die Online-Medien in der Informationsverbreitung spielen, kann Gegenstand der Untersuchung sein. Ausgeschrieben wird die Abschlussarbeit in Zusammenarbeit mit dem FB Geowissenschaften/ Institut für Meteorologie.
  • Prognosen über die digitale Gesellschaft: Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat es immer wieder Prognosen zur Entwicklung des Internets, zu den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und den daraus resultierenden Konsequenzen für einzelne Personen und die Gesellschaft im Ganzen gegeben. Aussagen über die digitale Zukunft kamen dabei aus der Wissenschaft genauso wie aus der Wirtschaft, der Politik und anderen gesellschaftlichen Bereichen. Auch heute noch wird spekuliert, wie sich die Digitalisierung der Gesellschaft in den nächsten fünf, zehn, zwanzig Jahren fortsetzen könnte. Um solche Prognosen besser einordnen zu können, lohnt sich ein systematischer Blick zurück – auf zurückliegende Prognosen über die Zeit heute. Was wurde dort "vorausgesagt"? Welche Ankündigungen haben sich bewahrheitet? Und was ist bis heute noch nicht eingetroffen? Haben sich die Prognosen über die Jahre überhaupt verändert? Welche Konstanten gibt es? Solche und weitere Fragen ließen sich im Rahmen einer standardisierten Inhaltsanalyse sehr gut untersuchen. Dabei kann sich auch auf einzelne Bereiche wie Politik, Erziehung, Mediennutzung etc. beschränkt werden.

 

Darüber hinaus können Abschlussarbeiten im Rahmen des DFG-Projekts "Die Konvergenz von Fernsehen und Internet aus Angebots- und Nutzungsperspektive" angefertigt werden.

  • Zukunft des Fernsehens: Mit Konvergenz von Fernsehen und Internet setzen sich nicht nur die Wirtschaft und die Wissenschaft auseinander. Auch in der massenmedialen Berichterstattung werden die neuen Möglichkeiten der Kombination von Fernsehen und Internet viel diskutiert. Es stellt sich hier die Frage, welche gesellschaftlichen Erwartungen mit dieser Entwicklung verbunden werden? Welche Frames treten in Bezug auf dieses Thema auf? Welche Probleme werden gesehen, welche Lösungen vorgebracht? Im Rahmen einer Medieninhaltsanalyse ließen sich solche Fragen sehr gut klären.
  • Online-Pornografie: Die Diskussion über die Folgen einer steigenden Video-on-demand-Nutzung, über die zunehmende Rezeption von Bewegtinhalten im Netz und das Aufkommen illegaler Video-Plattformen ist nicht gerade neu. Was für TV-Sender und Produktionsstudios heute eine große Herausforderung darstellt, hat die Pornografie-Branche bereits hinter sich. Im Rahmen einer Abschlussarbeit könnte hier der Frage nachgegangen werden, welche Schlüsse sich aus der bisherigen Entwicklung in diesem Bereich für die Konvergenz von Fernsehen und Internet ziehen lassen. Denkbar wären hier Angebots- und Inhaltsanalysen ebenso wie Befragungen oder Leitfadeninterviews.
  • Teletwitter: Der Videotext gilt ja schon lange als antiquiert. Mit "Teletwitter", dem Einblenden von redaktionell ausgewählten Tweets über den Videotext ins laufende Fernsehprogramm, gewinnt diese scheinbar veraltete Institution wieder an Aktualität. Die Besonderheit des "Teletwitter" ist dabei die redaktionelle Betreuung eines ansonsten unorganisierten Phänomens (z. B. Tatort-Twittern). Hier stellen sich Fragen zur reichweitestarken Partizipation am Programm via Twitter, zur redaktionellen Auswahl der Tweets und schließlich zur Nutzung und Bewertung durch die Fernsehzuschauer. Denkbar wären in diesem Rahmen Inhaltsanalysen, Befragungen und Leitfadeninterviews.


Bei den folgenden Themen handelt es sich um Vorschläge für Abschlussarbeiten mit Anknüpfung an den Forschungsschwerpunkt „Digital Africa“. Andere Ideen, die sich innerhalb dieses Forschungsfeldes bewegen, werden begrüßt. Die Beantragung von Stipendien für Forschungsaufenthalte in Subsahara-Afrika (SSA) wird von der Arbeitsstelle unterstützt.

  • Forschungsstand zur Verbreitung von IKT in Subsahara-Afrika: Das Potenzial neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die Entwicklung SSAs scheint vor dem Hintergrund des derzeitigen „Mobilfunk-Booms“ enorm. Gesichertes Wissen darüber, wie die neuen Technologien den afrikanischen Kontinent südlich der Sahara nachhaltig verändern, ist jedoch begrenzt. Zwar liegen Basisdaten zur Verfügbarkeit und Anwendung von IKT vor - bislang jedoch nur in stark fragmentierter Form. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welches Wissen durch die bislang durchgeführte Forschung generiert werden kann. Welche Informationen liefert der derzeitige Forschungsstand beispielsweise dazu, wie sich IKT auf das gesellschaftliche Gefüge (bezüglich Gender, marginalisierte Gruppen etc.) der Region auswirken? Die sorgfältige Aufarbeitung der vorhandenen Studien würde eine wichtige Grundlage für weitere Forschungsaktivitäten schaffen. Die Verfassung der Arbeit in englischer Sprache wird begrüßt. Die Anforderung der Abschlussarbeit kann sowohl auf einen Bachelor- als auch Masterstudierenden zugeschnitten werden.

  • Inhaltsanalyse zur Berichterstattung über Flüchtlinge in deutschen und kenianischen Medien: Viele Wochen gab es in deutschen Medien augenscheinlich nur ein Thema: Die Flüchtlingskrise. Mit dem humanitären Debakel ging eine stark aufgeladene, polarisierende öffentliche Debatte einher, die vor allem von den Vertretern der sogenannten „Willkommenskultur“ und Pegida-Anhängern geprägt zu sein schien. Kenia ist vor allem aufgrund der Konflikte in den benachbarten Krisenstaaten, Somalia und Süd-Sudan, für hunderttausende Menschen zum Zufluchtsort geworden ist. Das Flüchtlingslager Dadaab an der Grenze zu Somalia ist mit 350.000 registrierten Flüchtlingen das größte der Welt. Doch haben die kenianischen Journalisten diesem Thema ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie ihre deutschen Kollegen? Anhand einer Inhaltsanalyse könnte untersucht werden, welchen Umgang die jeweiligen nationalen Medien mit der Flüchtlingsthematik pflegen und welche Ähnlichkeiten und Unterschiede die Medienberichterstattung aufweist. Vor diesem Hintergrund würde ein Längsschnittdesign weitere Erkenntnisse liefern. Untersucht werden könnte in diesem Zusammenhang, inwiefern islamistischer Terror (die Anschläge in Paris, das Massaker an der kenianischen Universität Garissa) die Medienöffentlichkeit der Länder beeinflusst hat. Die Verfassung der Arbeit in englischer Sprache wird begrüßt. Das Thema dieser Abschlussarbeit bietet sich vor allem für Masterstudierende an.

  • Case-Studies: IKT und Entwicklung in Subsahara-Afrika: Während manche innovativen IKT-Anwendungen in SSA, wie das Mobile-Banking-System MPesa oder die Crowdsource-Plattform Ushahidi, einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten, führen andere bislang ein Schattendasein. Beispielsweise digitales crowd-sourced-Mapping von Slumgebieten ist in der politischen Kommunikationsforschung bislang unterbelichtet. Dabei tragen solche Projekte erheblich zum „Empowerment“ der Bevölkerung bei und lassen sich im weitesten Sinne der politischen Partizipation zuordnen: Denn mithilfe von IKT übernehmen die Slum-Bewohner Aufgaben, denen der Staat nicht gerecht wird. Case-Studies über die Anwendung von IKT sind ebenso in anderen Bereichen, wie etwa Health, Governance oder Business, möglich. Anhand einer qualitativen Befragung bezüglich eines spezifischen Projekts können Einblicke in die Organisationsform und Ausführung von IKT-Projekten in SSA gewährt werden, ebenso wie diese theoretisch verankert werden sollen. Die Verfassung der Arbeit in englischer Sprache wird begrüßt. Die Anforderung der Abschlussarbeit kann sowohl auf einen Bachelor- als auch Masterstudierenden zugeschnitten werden.

 

Zu all diesen Themen ist der Forschungsstand noch recht übersichtlich. In Bachelorarbeiten könnte der jeweilge Forschungsstand zusammengetragen werden, im Rahmen der Masterarbeiten bieten sich explorative Studien an. Interessierte melden sich bitte bei Prof. Dr. Martin Emmer, Marlene Kunst oder Christian Strippel

Bitte lesen Sie sich im Vorfeld die Merkblätter der Arbeitsstelle zur Anfertigung von BA- und MA-Arbeiten durch.