Forschung

Schwerpunkt der Forschung an der Arbeitsstelle ist die Untersuchung des Wandels der politischen Kommunikation der Bürger, insbesondere im Zusammenhang mit der Verbreitung digitaler und Online-Medien. Das Verständnis von "Mediennutzung" ist dabei nicht mehr beschränkt auf die reine Rezeption von massenmedial verbreiteten Inhalten, sondern umfasst in der neuen Medienwelt auch "Nutzung" im Sinne der aktiven Gestaltung von Medien und Inhalten für jede Art der Kommunikation durch die Menschen.

Auch die Frage der politisch relevanten Folgen der digitalen Nutzungsmuster ist Gegenstand der Forschung an der Arbeitsstelle: So ist es erforderlich, über die theoretisch nur begrenzt tragfähigen Konzepte politischer Mobilisierung oder des politischen Einstellungskonzepts hinauszugehen, um die Auswirkungen der sich verändernden Kommunikationsumgebung auf das politische Handeln des Einzelnen und politische Prozesse in der Gesellschaft aufzuklären. Insbesondere die Frage, wie sich die Wahrnehmung der eigenen politischen Rolle und die Beurteilung des politischen Prozesses verändert, wenn sich die Interaktions- und Beteiligungsmöglichkeiten durch digitale Medien erweitern, ist hier von Bedeutung.

 

Projekte:

 

Fernsehen und Internet

Prof. Dr. Martin Emmer, Prof. Dr. Joachim Trebbe

01.01.2015 — 31.03.2018

Das Forschungsprojekt "Die Konvergenz von Fernsehen und Internet aus Angebots- und Nutzungsperspektive" widmet sich der systematischen Beschreibung und Exploration der bisherigen und aktuellen Konvergenzprozesse zwischen Fernsehen und Internet. Dieses Feld rund um Streaming-Plattformen, Social-TV-Anwendungen und Second Screens befindet sich derzeit in einer sehr dynamischen Entwicklung, deren Beobachtung, Bewertung und Regulierung einer stärkeren theoretischen Unterfütterung bedarf. Eine ...

Digital Africa

Prof. Dr. Martin Emmer

In rasantem Tempo schreitet die Verbreitung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Globalen Süden voran. Besonders dynamische Entwicklungen zeigen sich derzeit in Subsahara-Afrika, wo immer mehr Menschen Zugang zu IKTs - zunehmend auch Smartphones - haben. Dennoch konzentriert sich die Forschung zu IKT-Nutzungsmustern bislang auf westliche oder industrialisierte Nationen wie die USA, europäische oder ostasiatische Länder. Die vor diesem Hintergrund existierenden ...

Forschung — abgeschlossen

Automatisierte Messmethoden

Prof. Dr. Martin Emmer, Prof. Dr. Lutz Prechelt

01.09.2015 — 28.02.2016

Bei der Erhebung der individuellen Nutzung digitaler und mobiler Medien stoßen klassische sozialwissenschaftliche Methoden wie etwa die Befragung, die Beobachtung oder das Medientagebuch zunehmend an ihre Grenzen. Insbesondere im Internet ist eine Vielfalt mitunter äußerst komplexer Nutzungssituationen entstanden, deren systematische und detaillierte Beobachtung nach innovativen Datenerhebungsmethoden und Methodenkombinationen verlangt. Hier bieten sich insbesondere automatisierte, ...

PolOnKom_Buerger_Online

Bürger Online

Prof. Dr. Gerhard Vowe, Prof. Dr. Jens Wolling, Prof. Dr. Martin Emmer

01.07.2001 — 30.06.2009

Ausgangspunkt der an der Arbeitsstelle derzeit geplanten Forschung bildet eine Reihe von DFG-Projekten, die zwischen 2001 und 2010 durchgeführt wurden und an denen Prof. Martin Emmer maßgeblich beteiligt war. Untersucht wurde in diesen Projekten, welchen Einfluss die Verbreitung des Internets auf das politische Kommunikations- und Partizipationsverhalten der Bürger in Deutschland hat. Umfangreiche Informationen zu dieser Forschung (Liste der Publikationen zum Projekt, ...

Flucht 2.0 Schlussbericht

Flucht 2.0

Prof. Dr. Carola Richter, Prof. Dr. Martin Emmer

01.04.2016 — 31.12.2016

Das Forschungsprojekt "Flucht 2.0" hat anhand einer repräsentativen quantitativen Befragung in Berliner Unterkünften die Nutzung mobiler Geräte von Flüchtlingen auf ihrem Weg von ihren Herkunftsländern nach Deutschland untersucht. Wissenschaftlich analysiert wurde dabei nicht nur die Mediennutzung der Flüchtlinge während, sondern auch vor und nach der Flucht.