Geschichte

Hier finden sich allerlei Texte über das Café Tricky seit den Zeiten in Lankwitz:


erschienen im ESI 2011/12

(Frei-) Räume an der Freien Uni

  • Café Tricky wiederbelebt

Café Tricky [kaˈfeː ˈtrɪki]

Synonyme: Freiraum, Ort der Entspannung, Diskussionsforum, Schlafplatz

Definition: Zwei kleine Räume im Institut Publizistik- und Kommunikationswissenschaft  (Garystraße 55, gleich rechts), die Sofas, eine Kaffeemaschine, einen Sandwichtoaster u.v.m beinhalten und die von Studis genutzt werden können, um sich auszutauschen, zu diskutieren, Referate vorzubereiten oder einfach nur zum quatschen und Kaffee trinken oder auch gerne mal um zu wenig Schlaf nachzuholen.

Die Geschichte des Café Tricky beginnt in einer Wolke der Ungewissheit, da niemensch mehr weiß, wie es eigentlich zu seinem Namen kam. Tricky vielleicht, weil es nicht sehr einfach ist, sich an der Freien Uni die Räume für Studenten zu erkämpfen, die uns zustehen. Keine kleinen Tischchen und Höckerchen in den Gängen, wie z.B. vor der großen Mensa in der Rost und Silberlaube und Sitzgelegenheiten aus Metall wie im Eingangsbereich des PuK-Instituts, sondern Räume nur für uns, zum produktiven Arbeiten oder zu völlig sinnlosen Aktivitäten. Vielleicht entstand der Name auch nur aus einer Laune heraus, oder aber er hat einen viel tiefgründigeren Ursprung als wir uns ausmalen können.

Gewiss ist aber, dass das Tricky zusammen mit vielen anderen studentischen Cafés während des großen Streiks 1988/89 entstand. Damals wurden Seminarräume in Lankwitz besetzt und fortan von Studierenden genutzt. Diese Cafés sind nicht-kommerziell orientiert und leben von der Bereitschaft aller Studis mitzumachen. Allerdings verschwand das Café Tricky im Zuge der Sanierungen und Umstrukturierungen im Zusammenhang mit den allgemeinen Elitebestrebungen der FU.

Nach dem Umzug des Instituts nach Dahlem erstritt die „Freirauminitiative für das Café Tricky im Exil“ zum offiziellen Semesterbeginn des Wintersemesters 2007/08 erfolgreich einen Raum am neuen Standort. Dieser war allerdings so klein, dass zusammengequetscht vielleicht fünf Menschen hineinpassten und außerdem ungünstig im 2. Stock in dem sowieso schon superverwinkelten PuK-Institut gelegen.

Nachdem wir uns auf der Erstifahrt als die „neue Ini“ zusammengefunden hatten machten wir das Café Tricky zu unserem ersten großen Projekt: erfolgreich forderten wir zwei Räume im Erdgeschoss gleich rechts neben dem Eingang: eine Teeküche und einen kleinen Raum mit Teppichboden. Was wir übrigens größtenteils „Don Brose“, dem Verwaltungsleiter des PuK-Instituts verdanken, der uns gegenüber aus verschiedenen Gründen gut gesinnt war. (Sollen wir das reinbringen oder klingt das nach blöder Schleimerei?) Mit einer Durchreiche wurden die beiden Räume zum jetzigen Café Tricky verbunden und wir bekamen tolle Sofas sowie einen nagelneuen Herd. Obwohl wir bei der Farbwahl für die Wände fast an unsere Grenzen stießen, da wir uns einfach nicht zwischen blau und grün, gelb, hellrot oder doch hellbraun entscheiden konnten einigten wir uns schließlich auf grün, silber und Megafon. Nach dem Streichen und Einrichten sah der vorherige Büroraum schon ganz anders aus: irgendwie... gemütlich im Vergleich zum Rest der superweißen und superhellen und superkalten Uniräume.

Unsere Einweihungsfeier mit VoKü (Volx = für alle Menschen, Küche = Essen anbieten. In unserem Fall: PuKü), Grill, Hängematte, Kuchen und Shithead (wer das tollste Kartenspiel der Welt noch nicht kennt – im Tricky bringen wirs euch bei einem kühlen Sterni gerne bei) war ein voller Erfolg. Und seitdem kommen immer mehr Leute, die Bock auf leckeren, fair gehandelten Bio-Kaffee für 50 Cent haben, sich entweder auf das Knutsch- oder das Voyeursofa setzen und ein bisschen lesen oder quatschen. Es gibt aber auch noch mehr Pläne für unser Café Tricky: Wir hoffen, dass wir irgendwann unsere PuKü (PuK-Küche) ausbauen und an einem Tag in der Woche ein leckeres, gesundes und selbstgekochtes Gericht für wenig Geld anbieten können, was eine gute Alternative zur Mensa wäre und das mensch in geselliger Runde auf gemütlichen Sofas einnehmen könnte. Da kommt ihr ins Spiel: Wir freuen uns immer über Leute, die Lust haben mitzumachen! Ob du supergut kochen kannst und uns in die Tiefen der hawaiianischen Küche einführst, mal eine Schicht im Tricky übernimmst oder einfach gerne Kaffee trinkst, du bist immer herzlich willkommen! Und natürlich freuen wir uns auch über neue Ini-Mitglieder, die sich vielleicht für Hochschulpolitik interessieren oder nächstes Jahr das Erstiheft oder die Erstifahrt mitorganisieren wollen. Also z.B. wenn du diesen Artikel völlig Banane findest oder wieder stundenlang am Lagerfeuer sitzen willst.

 

Raum für Lehre und Lehrende

Leider schwinden nicht nur studentische Freiräume, es sind auch viele Institute betroffen – zuletzt sogar unser eigenes. Vor der überstürzte Umzug von Lankwitz nach Dahlem im WiSe 2007/08 hatte einen eklatanten Raummangel zur Folge. Und so sitzen nun Professor_innen, Dozent_innen WiMis (wissenschaftliche Mitarbeiter_innen) und studentische Mitarbeiter_innen zusammengepfercht in gläsernen Legebatterien oder auf „Freiflächen“ und mit nur einem institutseigenen Seminarraum ausgestattet. Noch immer gibt es für viele Institutseinrichtungen keinen Raum, um einfach mal ein Referat zu besprechen oder sich auszuruhen.

Und dann sind da auch noch die Bücher... Schon der Umbau für die Sozialwissenschaftliche Bibliothek wurde zu klein konzipiert. Insgesamt wurden etwa 350.000 Bücher aussortiert, zum größten Teil Dubletten, so dass jedes Buch im Fachbereich – und teilweise an der gesamten FU – nur noch ein Mal vorhanden ist. Und dieser Prozess ist noch nicht beendet: Immer wieder stehen auf einem kleinen Tisch in der Einganghalle des PuK-Instituts verschiedene Bücher, die mensch sich einfach so mitnehmen kann – was nach netten Geschenken aussieht, sind Bücher aus unseren Bibliotheken, die dort einfach keinen Platz mehr finden und „wegmüssen“. Für uns als Studierende ergibt sich daraus eine weitere dramatische Verschlechterung der Studienbedingungen: Für bestimmte Bücher müssen wir zukünftig also Schlange stehen oder sie uns kaufen müssen, was eine Konsumverteilung von der Universität auf die Studierenden darstellt.


 

Mythos Café Tricky

Das studentische Café von und für PuK-Studierendehieß Café Tricky und befand sich seit dem SoSe2003 im Haus Q (unter der Mensa) in Lankwitz. Hier fand zu Beginn des Semesters das Ersti-Frühstück für neue PuK-Studierende statt. Während der Vorlesungszeit gab es guten Kaffee und günstigen Süßkram, ab und an Themen- und/oder Grillabende sowie legendäre Weihnachtsfeiern und manch gesellige Runde...

Das Café war nicht-kommerziell orientiert und lebte von der Bereitschaft aller Studierenden in einer Freistunde eine Schicht zu übernehmen. Wer Zeit und Lust hatte mitzuhelfen, machte einfach mit.

Ein studentischer Freiraum in Dahlem ist noch immer nicht gefunden.

Nach dem Umzug des Instituts besetzten zum offiziellen Semesterbeginn am Montag, 15.10.2007, einige Studierende einen Raum am neuen Standort. Die Freirauminitiative für das Café Tricky im Exil verhandelte erfolgreich für einen Raum innerhalb der gläsernden Bürolandschaft des Instituts. Raum 168 stand für’s erste der studentischen Öffentlichkeit zur Verfügung, blieb aber auf Grund der Größe und Lage lediglich eine Interimslösung. Infos zu Freirauminitiativen gibt es auf der Homepage der FSI PuK.

Der ehemalige Tricky-Raum in Lankwitz wurde von den Geos weiterhin als studentisches Café genutzt. In den Ferien vor dem WiSe 2008/2009 ist das Tricky klammheimlich geräumt worden, die Räumlichkeit wurde vom Studentenwerk angemietet.

Ob Lankwitz oder Dahlem, es gilt wieder Freiräume zu besetzen!

Kaffeeheckelbär

 

Geschichte des Café Trickys

Aufruf

an alle studierenden am fu-standort lankwitz

die fachbereichsverwaltung bzw. die univerwaltung hat beschlossen den gesamten lehrbetrieb des institutes fuer publizistik- und kommunikationswissenschaft in den 1. stock des l-gebaeudes zu verlegen. bisher lagen viele unserer seminarraeume noch im 2. stock, ebenso das studentische cafe tricky, fuer das im 2. stock ein seminarraum in selbsthilfe ausgebaut wurde.

wie wir am donnerstag dem 27.03.03 erfahren haben, soll nun anfang des semesters dieser seminarraum fuer einen neu berufenen professor der geowissenschaften als buero bereitgestellt werden. durch die indifferenz des institutes und die informationspolitik der verwaltung werden wir vor vollendete tatsachen gestellt:

entweder wir raeumen den raum freiwillig innerhalb der naechsten woche oder der raum wird zwangsweise geraeumt!

es gibt evtl. die moeglichkeit in einen raum im erdgeschoss der fu-mensa in lankwitz umzuziehen, wodurch sich allerdings in der kuerze der zeit einige probleme ergeben. wir benoetigen die cafe-raeume fuer das ersti-fruehstueck und die gesamte studien-einfuehrungsphase - zudem sind wir in den semesterferien nicht in der lage den umzug und den aufbau eines neuen cafes mal eben so neben unseren ferienjobs und praktika zu organisieren.

da viele von uns nicht in berlin sind bzw. arbeiten muessen, richten wir hiermit einen aufruf an alle studierenden am standort lankwitz:

wir treffen uns am dienstag dem 1.april um 13.00 uhr vor dem cafe tricky um mit allen anwesenden die moeglichkeiten, die wir haben, zu besprechen. entweder wir entscheiden dann die cafe-raeume aufzugeben, oder wir versuchen einen kompromiss oder umzug mit der verwaltung auszuhandeln. zumindest sollten wir einige delegierte bestimmen, die sich in unserem sinn mit den zustaendigen personen unterhalten.

bitte meldet euch mit einer e-mail an die fsi puk mailto:ini@kommwiss.fu-berlin.de wenn ihr nach lankwitz kommen koennt oder uns anderweitig unterstuetzen wollt.

heraus nach lankwitz zum 1. april!!!

fsi puk berlin

Verhandlungen

Ergebnisse des Treffens bezueglich Raumung des Cafe Tricky

am 01.04.2003, 14-16 Uhr im Cafe Tricky in Lankwitz

  • Mitglieder der Fachschaftsinitiative (Chrissi, Harald, Hanna, Tom) und der Cafe-Gruppe (Felix, Tobias) und der Zeitungs-Gruppe Polar
  • Detlev Brose, Verwaltungsleiter des FB Politik- und Sozialwissenschaften
  • Frau Heppler, Haus- und Grundstücksverwaltung der FU

Vorgeschichte:
Die Haus- und Grundstücksverwaltung der FU hat beschlossen, dass die Publizisten einen Teil des Hauses L an die Geologen abtreten müssen (wegen Neuberufung eines Professor etc.). Daraufhin hat sich das Institut (unter Verantwortung von Prof. Wersig als geschäftsführender Direktor) mit den Geologen und der Verwaltung darauf geeinigt, dass PuK alle Räume im 2. Stock des Haues L aufgeben und dafür der 1. Stock komplett PuK zur Verfügung gestellt wird. Dabei wurde wohl das studentische Cafe vergessen, denn dafür ist kein Raum mehr vorgesehen. Die Zentrale Univerwaltung will das Cafe räumen, da am 14.04.2003 der neue Professor der Geologen in die bis dahin noch zu renovierenden Räume einziehen möchte. Um die Angelegenheit zu klären wurde Hr. Brose beauftragt, sich mit den Studenten in Verbindung zu setzen. Daraufhin bekamen wir am Donnerstag, dem 27.03.2003 eine Mail, uns doch schleunigst mal zu melden um das weitere Vorgehen und eventuelle Lösungen zu besprechen, da das Cafe umgehend geräumt werden muss. Dieses Treffen fand fünf Tage später am Dienstag, dem 1.4.2003, statt.

die Lage:
Sicher ist bis jetzt einzig und allein, dass wir den Raum im 2. Stock aufgeben müssen. Ansonsten gibt es keine sichere Alternative. O-Ton Fr. Heppler: "im Moment sind keine Räume im Haus frei. [...] Die Räume für das Cafe müssten aus dem Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften kommen." Nach längerem hin und her in dem die Verwaltung ihren guten Willen zeigte, aber keine Lösung bietet, soll jetzt ein Raum unter der Mensa (rechts vom Fahrstuhl) die Lösung sein. Allerdings sollte dieser Raum irgendwann vielleicht einmal ein Gymnastikraum werden (definitiv aber nicht in diesem Semester!). Brose hat uns mitgeteilt, dass auch FU-Kanzler Lange prinzipiell für den Fortbestand des Cafes ist. Ansonsten stehen zwar keine Räume zur Verfügung, aber Brose will sehen, ob nicht anderswo noch Leute zusammenrücken könnten.

das Ergebnis:

  • Bis Donnerstag (3.4.03) wird Fr. Heppler klären, ob der Mensaraum (zumindest vorrübergehend) für das Cafe zur Verfügung steht. Danach kommt eine Mail an uns (über Harald). Brose will zudem noch einmal die Pläne für das Haus L durchgehen, ob nicht doch noch Kapazitäten freigemacht werden könnten.
  • Am Freitag (4.4.03) um 10 Uhr treffen wir uns, um die Möbel und sonstigen Bestandteile des Tricky in den neuen Raum zu schaffen. Dabei werden uns zwei drei Leute von Brose helfen.Sollten wir am Donnerstag erfahren, dass der Raum nicht zur Verfügung steht, so werden wir uns bei diesem Treffen Gedanken machen, wie wir weiter vorgehen wollen. Von Verwaltungsseite wäre dann vorgesehen, alles im Keller zwischenzulagern, bis es eine neue Lösung gibt...
  • Brose und Heppler haben fest zugesagt, dass innerhalb kürzester Zeit (< einen Monat) eine angemessene Lösung für das Cafe gefunden wird. Zudem gibt es eine Garantie dafür, dass wir das Ersti-Frühstück durchführen können.
  • Für den neuen Raum soll es definitiv einen Wasseranschluss usw. geben. Brose hat fest zugesagt, alles nötige zu organisieren und vor allem zu finanzieren.
  • die Ini will am 16.4. im Institutsrat eine Solidaritätsbekundung für den Fortbestand des Cafes verabschieden lassen. Unterstützer, die mit an der Sitzung teilnehmen um die Wichtigkeit des Anliegens klar zu machen, sind herzlich willkommen!!

Anmerkung zum Institutsrat: die FSI PuK hat am 1.4. im Anschluß mit Herrn Erbring gesprochen, der uns die volle Unterstützung für die Lösung unter der Mensa zugesichert hat. Das Institut hält einen studentischen Kommunikationsraum für sinnvoll und notwendig. Allerdings könne das Tricky aufgrund der angespannten räumlichen Situation keine Räume vom Institut bekommen.

unsere Position:
Das Gespräch verlief durchaus konstruktiv und freundlich. Wir haben deutlich gemacht, dass wir es als eine Unverschämtheit empfinden, uns so kurz vorher über die Gegebenheiten zu informieren. Außerdem ist es völlig inaktzeptabel von uns nun zu verlangen, den Raum umgehend zu räumen, ohne eine sichere Alternative zu haben. Vor allem Brose will sich für uns einsetzen und hat uns versichert, es handele sich nicht um eine Verschwörung, um das Cafe tot zu machen ;) Außerdem haben wir eine ganze Menge Zusagen bekommen (Wasseranschluss etc.). Man wird sehen, was daraus wird. Da unsere Möglichkeiten begrenzt sind, hoffen wir im Moment auf den Raum unter der Mensa (da könnte man z.B. im Sommer draußen sitzen). Sollte das klappen und auch die anderweitigen Zusagen eingehalten werden, so ist das (zumindest für die beim Treffen Anwesenden) eine aktzeptable Lösung und im Rahmen des Möglichen nicht die schlechteste Lösung. Endgültig wird das die Cafe-Gruppe aber zu Beginn des Semesters zusammen entscheiden müssen.

Lösung

WIR ZIEHEN UM!!! am freitag, 4.4.2003 ab 10:30 - helfer/innen willkommen!

Von: "Detlef Brose" An: "FsiPuk"

Subject: Cafe Tricky

Date: Thu, 3 Apr 2003 13:29:10 +0200

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Studierende,

das Cafe kann ab sofort in den "Aufenthaltsraum" unterhalb der Mensa umziehen. Herr Meising, als Leiter der Haus- und Grundstücksverwaltung der FU hat dem zugestimmt. Die Erfüllung meiner Zusage, hinsichtlich eines Wasseranschlusses wir vom zuständigen Bauleiter geprüft. Ich werde mit drei Kollegen am Freitag Vormittag (ca.. 10.30) beginnen, die Sessel, Stühle, Tische etc umzuziehen. Die Kleinteile und Ihre Vorräte lassen wir zunächst dort und hoffen Sie kommen im Laufe des Tages dazu zum Helfen.

Gruß Detlef Brose