Europäisierung und nationale öffentliche Diskurse

Institution:

Freie Universität Berlin

Leitung:

Prof. Dr. Bernhard Giesen (Universität Konstanz)

Mitarbeiter/innen:

Valentin Rauer (Universität Konstanz)
Sylvain Rivet (EUI, Firenze)
Mariane Van De Steeg (EUI, Firenze)

Projektlaufzeit:

01.01.2000 — 31.12.2003

Zeitraum:

2000-2003

Projektbeschreibung:

Die Debatte über europäische Öffentlichkeit wird derzeit durch normative Argumente über das Fehlen einer europäischen Polity dominiert. Dies gilt nicht nur für den politischen, sondern in verstärktem Maße auch für den wissenschaftlichen Diskurs. Diese Debatten neigen dazu, die Möglichkeit einer Europäisierung nationaler Diskurse zu übersehen. Bislang gibt es zu wenig gesichertes empirisches Wissen, um die theoretische Behauptung zu testen, eine europäische Öffentlichkeit könne in der EU nicht entstehen.

Ziel dieses Projektes zur Europäisierung nationaler öffentlicher Diskurse ist es, emprisisch zu untersuchen, ob ein europäischer Öffentlichkeitsraum existiert oder ob öffentliche Räume weiterhin auf die Nationalstaaten beschränkt bleiben. Ein zentrales Erkenntnisinteresse besteht darin, herauszufinden, ob der Prozess der europäischen Integration Auswirkungen auf die Struktur von Öffentlichkeit in Europa hatte. Als Fallstudie werden die Reaktionen auf die österreichische Regierungsbeteiligung von Haider's FPÖ untersucht. In einem ersten Schritt werden die massenmedial vermittelten Debatten über Haider in mehreren EU-Mitgliedstaaten analysiert (Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland und Italien). Dies erlaubt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Öffentlichkeit in diesen Ländern. Dabei geht es darum, zu einem besseren Verständnis darüber zu gelanden, was einen öffentlichen Raum ausmacht und wie er funktioniert.

Eine weitere Quelle von Forschungsaktivitäten, die sich diesem Thema widmet, ist das multidisziplinäre Netzwerk 'Europeanization, Collective Identities and Public Discourses' (IDNET), das am Robert Schuman Centre des European University Institute in Florenz angesiedelt ist. Dieses thematische Netzwerk umfasst fünf Forschungsinstitutionen und konzentriert sich auf drei Schwerpunktbereiche: "European Integration and European Identity", "European Construction and Multi-level Governance" sowie "Governance and Media". Die beteiligten Politologen, Soziologen und Sozialpsychologen untersuchen die Prozesse, durch die Europäisierung auf kollektive Identitäten einwirkt und diese verändert.

Download:

Risse, Thomas / Van de Steeg, Marianne (2003), An Emerging European Public Sphere? Empirical Evidence and Theoretical Clarifications, Paper presented to the conference on the “Europeanisation of Public Spheres, Political Mobilisation, Public Communication and the European Union,” Science Center Berlin, June 20-22, 2003.

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Maier, Matthias L. / Risse, Thomas (2003), Europeanization, Collective Identities and Public Discourses. Final Report.

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Van de Steeg, Marianne / Rauer, Valentin / Rivet, Sylvain / Risse, Thomas (2003), The EU as a Political Community. A Media Analysis of the 'Haider Debate' in the European Union, Paper presented to the Annual Meeting of the European Union Studies Association (EUSA), Nashville TN, March 27-30, 2003.

Download (PDF, 340 KB)


Risse, Thomas (2003), An Emerging European Public Sphere, Theoretical Clarifications and Empirical Indicators, Paper presented to the Annual Meeting of the European Union Studies Association (EUSA), Nashville TN, March 27-30, 2003.

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Risse, Thomas (2000), Regionalism and Collective Identities. The European Experience, prepared for the workshop "El estado del debate contemporáneo en Relaciones Internacionales", Buenos Aires, Argentina, July 27-28 2000 (Draft)

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Giesen, Bernhard / Risse, Thomas (2000), When Europe Hits Home: Europeanization and National Public Discourses, Neuantrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft auf Gewährung einer Sachbeihilfe, Konstanz/Florenz.

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