Internationale Risikopolitik

Institution:

Freie Universität Berlin

Leitung:

Dr. Christopher Daase
Dr. Susanne Feske

Mitarbeiter/innen:

Daren Allerkamp
Ralf Bendrath
Jan Bittner
Cornelius Friesendorf
Susanne Scheller
Dennis Tänzler
Jörg Wolf

Förderung:

Volkswagen-Stiftung

Projektbeschreibung:

Nicht Bedrohungen, sondern Risiken bestimmen heute die internationalen Beziehungen. Die klare und akute Gefahr der Blockkonfrontation wurde nach dem Ende des Ost-West-Konflikts durch eine Vielzahl neuer Gefahren abgelöst, die Sicherheit und Sicherheitspolitik sehr viel komplexer und weniger kalkulierbar werden lassen. Diese Annahmen sind für unser Projekt zentral. Zwei unterschiedliche Arten von Risiken lassen sich unterscheiden: Risiken, die aus Transformationsprozessen im Zuge des Wandels von politischen Systemen resultieren, und Risiken, die im Kontext der Globalisierung durch zunehmende Interdependenz zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren entstehen. Vor diesem Hintergrund gelangten neue Probleme auf die sicherheitspolitische Agenda, darunter Waffenschmuggel, transnationale Kriminalität, Migration, Verteilungskonflikte oder Umweltverschmutzung.

Weder die Politik noch die Politikwissenschaft haben es bislang geschafft, mit diesen neuen Gefahren angemessen umzugehen. Alte Denkmuster dominieren die politischen Strategien ebenso wie entsprechende Theorien. Unser Forschungsprojekt verfolgt daher eine doppelte Zielsetzung: Erstens erhoffen wir uns theoretische Erkenntnisse über das gewandelte sicherheitspolitische Umfeld und dessen Perzeption durch politische Akteure, zweitens möchten wir praktische Ideen entwickeln und Optionen für eine neu ausgerichtete, proaktive Sicherheitspolitik ausloten.

Das Projekt besteht aus drei Teilen: (a) Internationale Risikoforschung wird als interdisziplinäres Forschungsgebiet konzeptionalisiert, das vier verschiedene Disziplinen umfasst: Technologie, Wirtschaftswissenschaft, Psychologie und Soziologie. (b) Internationale Risikoforschung verfolgt das Ziel einer politischen Theorie internationaler Risiken. Hierzu sollen Konzepte und Hypothesen zu internationalen Risiken entwickelt werden, um ihre Ursachen und Konsequenzen ebenso zu analysieren, wie die Wahrnehmung und das Management solcher Risiken durch politische Akteure. Damit soll das Projekt zu einem besseren Verständnis der Weltpolitik beitragen. (c) Außerdem versucht das Projekt Expertenwissen zu bündeln und auf diese Weise zur politischen Entscheidungsfindung beizutragen. Ziel ist es, die Kommunikation und Kooperation zwischen Politik und Politikwissenschaft zu fördern. Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Fallstudien zu unterschiedlichen Risiken durchgeführt, die entlang des erläuterten dreistufigen Schemas aufgebaut sind.