Profil


 

Arbeitsstelle Transnationale Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik (ATASP)

 

Die Arbeitsstelle Transnationale Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik wird seit 2001 von Prof. Dr. Thomas Risse geleitet. Sie wurde 1986 von Prof. Dr. Helga Haftendorn als Arbeitsstelle Transatlantische Außen- und Sicherheitspolitik gegründet.


Das Team der Arbeitsstelle beschäftigt sich theoriegeleitet mit empirischen Forschungsfragen der trans- und internationalen Beziehungen. Die Schwerpunkte der Mitarbeiter/innen liegen dabei auf Global Governance, deutscher Außenpolitik, europäischer Sicherheit und transatlantischen Beziehungen.


Der 2006 eingerichtete und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Sonderforschungsbereich (SFB) 700 „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit: Neue Formen des Regierens?“ bildet aktuell und für die nächsten Jahre den zentralen Rahmen für die wissenschaftliche Forschung an der Arbeitsstelle. Thomas Risse ist Sprecher dieses SFB.

Das Teilprojekt A1 (Projektleiter Prof. Dr. Thomas Risse) hat die Aufgabe, die Forschungen der übrigen Teilprojekte des SFB 700 zusammenzuführen und zu integrieren. Ziel ist es, die Ergebnisse der Teilprojekte als abstraktere Trends oder Diagnosen zu bündeln und dabei gleichzeitig den Governance-Ansatz vor dem Hintergrund dieser Befunde weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck koordiniert das Teilprojekt drei Querschnitts-Arbeitsgruppen zu den Themen Governance, Räume und Normative Fragen. In der zweiten Förderperiode des SFB 700 konzentriert sich das Teilprojekt dabei auf drei Problembereiche:

1. Die Analyse der Übertragbarkeit westlicher Formen von Governance auf Räume begrenzter Staatlichkeit im Sinne von Transfer und Diffusion, aber auch im Sinne von Aneignungs-, Abwehr- und Übersetzungsprozessen.

2. Die Untersuchung der normativen Implikationen dieser Prozesse. Wie ist es beispielsweise zu bewerten, wenn internationale Organisationen Entwicklungshilfe mit bestimmten Bedingungen verknüpfen? Was ist davon zu halten, wenn die afghanische und irakische Verfassung von westlichen Juristen (mit-)geschrieben werden?

3. Die Erfassung und Bewertung vorhandener politikwissenschaftlicher Datenbanken und failed state-Indizes im Sinne einer Meta-Datenbank. Dabei sollen die Indikatoren für Governance und Staatlichkeit anders als zumeist üblich systematisch getrennt werden.

Daneben werden andere Forschungsprojekte bearbeitet, in der Regel durch Drittmitteln von der DFG, der Europäischen Union oder Stiftungen finanziert, in denen Fragen der deutschen Außenpolitik, der europäischen Sicherheit und der transatlantischen Beziehungen systematisch untersucht werden.


Die Lehrtätigkeit der Mitarbeiter/innen an der Arbeitsstelle findet im Rahmen des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft (OSI) am FB Politik- und Sozialwissenschaften statt. Die Arbeitsstelle koordiniert die Lehre im Bereich der Internationalen Beziehungen am OSI und ist in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universtität und der Universität Potsdam maßgeblich am Master-Studiengang Internationale Beziehungen sowie in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität am Euromasters / Transatlantic Masters Studiengang beteiligt.


Durch öffentliche Vortragsveranstaltungen und Expertenseminare, aber auch durch die Einbindung ausländischer Studierender und Gastwissenschaftler sowie durch die Teilnahme an internationalen Programmen und gemeinsamen Forschungsprojekten erstreckt sich die Reichweite der Arbeitsstelle weit über die FU hinaus.


Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten der Projekte und Mitarbeiter/innen an der Arbeitsstelle werden in verschiedenen deutschen und internationalen Verlagen veröffentlicht. Mit den "Forschungsberichten Internationale Politik" gibt die Arbeitsstelle eine eigene Publikationsreihe heraus.