Forschungsprojekte


// Projekt: Alwin Brandes (1866-1949): Oppositioneller – Reformer – Widerstandskämpfer. Eine gewerkschaftspolitische Biografie


Projektumriss

Auf Grundlage zahlreicher Primär- und Sekundärquellen wird eine gewerkschaftspolitische Biografie über Alwin Brandes (1866–1949) angefertigt. Brandes war von 1919 bis 1933 einer der Vorsitzenden des Deutschen Metallarbeiterverbandes (DMV), zugleich Repräsentant seiner Gewerkschaft im Internationalen Metallarbeiterbund (IMB) und ein langjähriges Mitglied des Deutschen Reichstages (1912–1918, 1919, 1920–1924, 1928–1933). Ab 1933 war Brandes einer der wichtigsten Initiatoren der gewerkschaftlichen Widerstandsgruppe der Metallarbeiter gegen das NS-Regime. Nach Kriegsende gehörte Brandes zu den Kritikern der Entwicklung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) in der SBZ/DDR zu einer zentralistischen, partei- und staatsabhängigen Gewerkschaft. Sowohl die Tätigkeit von Brandes im DMV und in der SPD als auch seine Rolle als Widerständler gegen das NS-Regime sollen detailliert analysiert werden. Zugleich stehen die Aktivitäten beim Neuaufbau der Gewerkschaften nach 1945 im Fokus.


Kontext

Der Lebensweg von Alwin Brandes ist eng verflochten mit bedeutenden Ereignissen des vergangenen Jahrhunderts. Eine Aufgabe im Rahmen des Projektes ist es, den Lebenslauf in einen zeitgeschichtlichen Kontext zu stellen. Wichtige Zäsuren sind der Erste Weltkrieg, die Novemberrevolution 1918, die Weltwirtschaftskrise zum Ende der Weimarer Republik, die Etablierung des NS-Regimes, die Zeit der Inhaftierung und das Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei ist der Lebenslauf eng mit der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung, aber auch der sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeiterparteien verbunden. Am Beispiel Alwin Brandes lassen sich einerseits Entwicklungen und Mentalitäten einer Generation metallgewerkschaftlicher Funktionäre rekonstruieren und andererseits Verhaltensweisen gewerkschaftlicher Akteure in der Auseinandersetzung mit zentralen Herausforderungen des 20. Jahrhunderts, mit Gewalt, Verfolgung, aber auch dem Prinzip solidarischen Handelns verdeutlichen.


Fragestellung

Ausgangspunkt ist die Leitfrage nach den Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten in vier politischen Regimes (Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Regime und Gründerjahre von Bundesrepublik Deutschland und DDR). Soweit möglich, hat sich Brandes kontinuierlich für eine Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft eingesetzt. Die Leitfrage nach den Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten lässt sich nur beantworten, wenn gleichzeitig neben den externen Faktoren auch den Fragen nach den Machtverhältnissen im DMV und organisationsinternen Differenzen nachgegangen wird. Zugleich wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich organisationsinterne Differenzen auf die Widerstandsaktivitäten während des NS-Systems auswirkten. Außerdem wird gefragt nach verschiedenen Aktivitäten und Positionen von Brandes – nicht zuletzt danach, wie seine Erfahrung von der Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 die Vorstellungen des gewerkschaftlichen Neuaufbaus nach 1945 (mit)beeinflusste.


Untersuchungsmethoden

Da der zentrale Gestaltungsrahmen von Alwin Brandes der DMV und die freigewerkschaftlichen Organisationen waren, die in die jeweiligen gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen der vier verschiedenen politischen Systeme eingebunden waren, liegt es nahe, die biografische Methode mit dem organisationsgeschichtlichen Ansatz zu verknüpfen. In Anlehnung an poststrukturalistische Subjekttheorien gehen die Bearbeiter nicht von einer „kohärenten und konsistenten Ganzheit“ des Subjektes Alwin Brandes aus, sondern von der Vorstellung einer Beeinflussung von Individualität und Identität durch die konkreten historischen Rahmenbedingungen und Prozesse. Die Bearbeiter sind sich bewusst, dass sie nicht eine gegebene Realität abbilden, sondern eine wichtige Rolle bei der Konstruktion einer Biografie spielen. Das bedeutet, den „Konstruktionsprozess“ einer Biografie selbst zum „Gegenstand der Darstellung“ zu machen, insbesondere wenn es um widersprüchliche Fakten und Indizien geht.


- Ein von der Hans-Böckler-Stiftung finanziertes Drittmittel-Forschungsprojekt

- Bearbeiter: Prof. Dr. Siegfried Mielke (Projektleitung) und Dr. Stefan Heinz 

- Administrative Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Klaus Roth

- Kooperationspartner: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Industriegewerkschaft Metall, Deutscher Gewerkschaftsbund

- Laufzeit: ab Oktober 2016




// Eisenbahngewerkschafter/innen im NS-Staat: Verfolgung – Widerstand – Emigration (1933-1945)

Angesichts der unrühmlichen Rolle der Deutschen Reichsbahn im Nationalsozialismus muss über die Verantwortung und Aktivitäten ihrer Beschäftigten nachgedacht werden. In diesem Zusammenhang ist die wenig bekannte Rolle von gewerkschaftlich organisierten Eisenbahnern/innen zu reflektieren, die sich dem NS-Regime entgegensetzten. Auf der Grundlage neuen Quellenmaterials soll die Bedeutung der Verfolgung und der gewerkschaftliche Widerstand gegen den Nationalsozialismus von Eisenbahngewerkschaftern/innen rekonstruiert und analysiert werden. Das Projekt trägt dazu bei, den bisher unterschätzten Umfang und die kaum wahrgenommene Intensität der Verfolgung und des Widerstandes von Gewerkschafter/innen zu ermitteln und zu würdigen. Die Ergebnisse, die in einer Publikation zusammengefasst werden sollen, erlauben eine Korrektur des geschichtspolitisch dominanten Bildes, wonach der Widerstand und die Verfolgung von Gewerkschafter/innen durch das NS-Regime von geringer, randständiger Bedeutung und auf wenige Funktionäre begrenzt waren.


- Ein von der Gerda-Henkel-Stiftung finanziertes Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Siegfried Mielke

- Bearbeiter/innen: Prof. Dr. Siegfried Mielke und Dr. Stefan Heinz

- Doktorand mit eigenem Projekt: Dipl.-Pol. Eberhard Podzuweit (Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung)

- Kooperationspartner: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

- Projektmitarbeiter/innen: Dipl.-Pol. Julia Pietsch, Dipl.-Pol. Dennis Egginger-Gonzalez

- Laufzeit: Mitte 2014 bis Ende 2016




// Metallgewerkschafter/innen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

In der einschlägigen Forschung wird überwiegend die These vertreten, der gewerkschaftliche Widerstand gegen den Nationalsozialismus sei räumlich (auf einzelne Bezirke), personell (auf wenige Akteure) und zeitlich (bis 1935/36) begrenzt gewesen. Im Gegensatz dazu will das Projekt den bedeutenden Beitrag herausarbeiten, den Metallgewerkschafter/innen zum Widerstand gegen das NS-Regime leisteten, um so die organisationsbezogenen Voraussetzungen und Grenzen von Wider­standsaktivitäten zu erschließen. Zur Erreichung dieses Erkenntnisziels werden unterschiedliche gewerkschaftliche Widerstandsgruppen vergleichend untersucht, indem systematisch und differenziert die Biographien oppositioneller, emigrierter und verfolgter Metallgewerkschafter rekonstruiert werden. Die Projektergebnisse werden veröffentlicht in einer Gesamtdarstellung des metallgewerkschaftlichen Widerstandes zwischen 1933 und 1945 sowie in drei Biographiebänden mit insgesamt ca. 250 Einzelbiographien. Darüber hinaus sollen über den methodischen Zugang der Biographieforschung die bisher unbekannten lokalen Widerstandsorganisationen des Deutschen Metallarbeiterverbandes (DMV), der Industriegruppe Metall der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO), des Einheitsverbandes der Metallarbeiter Berlins (EVMB), des Aktionskomitees Berliner Metallarbeiter sowie die zahlreichen Metallarbeiterfunktionäre erfasst werden, die in politisch dominierten sozialdemokratischen und kommunistischen Widerstandsgruppen aktiv waren. Berücksichtigung findet ferner der Widerstand von Metallgewerkschafter/innen aus den Reihen der Splitterorganisationen Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP), Kommunistische Partei-Opposition (KPO), Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK), „Neu Beginnen“ und der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD).


- Ein Forschungsprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter Leitung von Prof. Dr. Siegfried Mielke und Prof. Dr. Peter Massing

- Kooperationspartner: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Gedenkstätte Deutscher Widerstand

- Bearbeiter/innen: Prof. Dr. Siegfried Mielke, Dr. Stefan Heinz, Dipl.-Pol. Marion Goers

- Projektmitarbeiter/innen: Dipl.-Pol. Julia Pietsch, Dipl.-Pol. Dennis Egginger

- Laufzeit: seit 2010



// Gewerkschafter/innen im NS-Staat. Widerstand und Verfolgung (1933-45)

Gewerkschaftlicher Widerstand spielt – wenn überhaupt wahrgenommen – in der öffentlichen Erinnerungskultur zum Thema Widerstand gegen das NS-Regime eine Nebenrolle. Gleiches gilt für die wissenschaftliche Forschung und selbst für Diskussionen in den Gewerkschaften, die bis heute Umfang und Intensität gewerkschaftlicher Widerstandsaktivitäten erheblich unterschätzt und stiefmütterlich behandelt haben.

Anzunehmen ist, dass Gewerkschafter, insbesondere Metallgewerkschafter, in weit größerem Umfang am Widerstand beteiligt und von Verfolgungen durch das NS-System betroffen waren, als bisher wahrgenommen wurde. Ein Ziel künftiger Forschungen muss es sein, Breite, Formen und Tiefe des Widerstandes und den Grad der Verfolgung in den einzelnen Berufsgruppen zu erfassen. Es kommt darauf an, den bisher verkannten Umfang und die kaum wahrgenommene Intensität von Widerstand, Verfolgung und Emigration zu ermitteln. Dies erlaubt eine Korrektur des geschichtspolitisch dominanten Bildes, dieser Widerstand sei von unerheblicher Bedeutung und auf wenige Funktionäre begrenzt gewesen.

 

- Langzeitprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Siegfried Mielke

- Kooperationspartner: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Hans-Böckler-Stiftung, Einzelgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes u. a.

- Finanziert durch verschiedene Drittmittelgeber

- Laufzeit: seit 2002

 


 

// Erstellung einer Datenbank "Gewerkschafter/innen in Konzentrationslagern" (1933-1945)

Das Projekt trägt wesentlich dazu bei, den bisher völlig verkannten Umfang und die kaum wahrgenommene Intensität der Verfolgung von Gewerkschafter/innen zu ermitteln und einzelbiografisch zu würdigen. Die Ergebnisse biografischer Forschung erlauben zudem eine Korrektur des geschichtspolitisch dominierten Bildes, wonach der Widerstand und die Verfolgung von Gewerkschafter/innen durch das NS-Regime eher von geringer, randständiger Bedeutung und auf wenige Funktionäre begrenzt war. Grundsätzlich dient eine Neubestimmung des Umfangs und der Intensität der Resistenz und des Widerstands von Gewerkschaftern/innen gegen das NS-Regime und deren Verfolgung durch das Regime dazu, die historische, gesellschaftspolitische und moralische Legitimation und Unverzichtbarkeit von Gewerkschaften in einer demokratischen Gesellschaft zu begründen.

 

- Ein von der Hans-Böckler-Stiftung finanziertes Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Siegfried Mielke

- Bearbeiterin: Dipl.-Pol. Marion Goers

- Laufzeit: seit 2012

 


 

// Forschungsprojekt: Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) 1945-1949/50

Auf der Grundlage von Primärquellen, die erst seit 1989 zugänglich sind, sollen nunmehr der in der Gesamtkonzeption ursprünglich vorgesehene Band zur Entstehung und Entwicklung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) in den Nachkriegsjahren in Groß-Berlin und der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) realisiert werden. Intendiert ist ein Quellenband, der zum einen die Gründung und den Aufbau des FDGB in Groß-Berlin und in der SBZ und zum andern die programmatischen Positionen und die bisher wenig beachteten Tätigkeiten des FDGB im Bereich der Sozial-, Wirtschafts-, Tarif- und Wohnungspolitik sowie seine Stellungnahmen zu gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Kontroversen (Marshallplan, Währungsreform, Demontage) dokumentiert. Soweit möglich, werden auch frühe Initiativen, die sich nicht durchzusetzen vermochten, ebenso Berücksichtigung finden wie Einflussnahmen von externen Akteuren, insbesondere der KPD und der SED, ferner der SMAD und des Alliierten Kontrollrates. Von Bedeutung ist dabei herauszuarbeiten, in welchem Maße und wie lange es dem FDGB möglich war, eigene Positionen gegenüber der SED und der Staatsführung zu entwickeln und in die politischen Diskussions- und Entscheidungsprozesse einzubringen.

 

- Ein Forschungsprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter Leitung von PD Dr. Peter Rütters

- Bearbeiter: PD Dr. Peter Rütters

- Projektmitarbeiterin: Dipl.-Pol. Marion Goers

- Laufzeit: seit 2009

 


 

// 40 Jahre EMB. Politik und Geschichte des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes

Von Beginn der Europäischen Integration an haben auch die Gewerkschaften spezifischer Branchen versucht, die Interessen der Arbeitnehmer auf europäischer Ebene zu vertreten. Dieses taten sie zunächst in den so genannten Europäischen Gewerkschaftsausschüssen, später in den Europäischen Gewerkschaftsverbänden (EGV). Die Forschung zu europäischen Gewerkschaftsstrukturen beschäftigte sich bisher vor allem mit dem EGB, aber kaum mit den EGV. Dies zeigt sich auch daran, dass die Politik und Geschichte des EMB, bisher nicht aufgearbeitet wurde. Das Forschungsprojekt will dieses Desiderat ausfüllen.

Die Erforschung des EMB soll nicht nur wertvolle Einblicke in Kernbereiche der Entwicklung der Europäischen Integration liefern. Sie ist auch für die Frage relevant, wie ein Europa geschaffen werden kann, das sich nicht nur als Wirtschaftsraum begreift, sondern auch als ein einheitlicher Sozialraum, der allen Bürgerinnen und Bürgern Europas Teilhabe am gesellschaftlichen Fortschritt ermöglicht.

Es soll untersucht werden, inwieweit sich der EMB von einem Verbindungsbüro für die nationalen Mitgliedsorganisationen zu einer transnational agierenden Gewerkschaftsorganisation entwickelt hat. Dabei werden Veränderungen in seinen Aufbau- und Ablaufstrukturen untersucht sowie und die Fortschritte des EMB in der Integration der Interessen seiner Mitgliedsverbände. Darüber hinaus interessiert die inhaltliche Arbeit des EMB: Wie fand er zu seinen Aufgabenfeldern? Wie wurden sie von den nationalen Gewerkschaftstätigkeiten abgegrenzt? Welche Aufgabenbereiche ergaben sich unmittelbar aus dem Prozess der Europäischen Integration? Wie hat sich nach der richtungsgewerkschaftlichen Öffnung der Einfluss christlicher und kommunistischer Gewerkschaften ausgewirkt? Wie sahen die Strategien zur gewerkschaftlichen Interessensvertretung auf europäischer Ebene aus? Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den politischen Institutionen in Europa? Und was sind die Ergebnisse seiner Aktivitäten?

 

- Ein Forschungsprojekt der Hans-Böckler-Stiftung unter Leitung von Prof. Dr. Siegfried Mielke und Prof. Dr. Peter Massing

- Bearbeiter: Yves Clairmont (M.A.), Klaus Henning (M.A.)

- Laufzeit: 2010 bis 2013 (abgeschlossen)



 

// "Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht." Gewerkschafter in Konzentrationslagern (1933-45)

Am 2. Mai 1933 besetzten Mitglieder der SA und der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation in einer präzise vorbereiteten Aktion Büros, Banken und Redaktionshäuser der im ADGB organisierten Freien Gewerkschaften.

Führende Funktionäre wurden in "Schutzhaft" genommen. Das Gewerkschaftsvermögen wurde beschlagnahmt. Viele Gewerkschafter organisierten sich in Widerstandsgruppen oder bekämpften als Emigranten das NS-Regime. Tausende von ihnen wurden Opfer der NS-Herrschaft, viele verloren ihr Leben.

Ausstellung und Begleitband, die unter Mitarbeit von Studierenden des Otto-Suhr-Institutes der FU Berlin erarbeitet werden, erinnern an das Schicksal von Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die sich zwischen 1933 und 1945 im Widerstand gegen das Naziregime engagierten und im Konzentrationslager inhaftiert wurden.

 

- Ein Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Siegfried Mielke und Prof. Dr. Günter Morsch

- Kooperationspartner: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Hans-Böckler-Stiftung u. a.

- Laufzeit: September 2009 bis Mai 2011 (abgeschlossen)



// Organization and Regulation of Employment Relations in Transnational Production and Supply Networks. Ensuring Core Labor Standards through International Framework Agreements?

The purpose of the proposed research is to increase our understanding of International Framework Agreements (IFAs) negotiated by Transnational Corporations (TNC) and Global Union Federations (GUF) as instruments for regulating labor standards and employment relations within TNCs and throughout their global value networks. In the context of discourses on global governance, corporate social responsibility and global value networks, and in regard to the question of arena creation through the transnationalization of labor relations, our thirty month research program based on in-depth case studies will focus on the questions of motivation and implementation of these agreements. Available research has provided valuable insights into their written content as well as the interests, intentions, and understandings in particular of the labor representatives in the social partnership realm of TNC Headquarters responsible for negotiating and monitoring IFAs. Our proposed research will extend the boundaries of the current state-of-the-art in research on IFAs to include management strategies as well as the subsidiaries charged with implementation and their suppliers, thus adding significantly to a general understanding of motivation and implementation throughout selected global value networks as well as the conditions under which IFAs as instruments of "good practice" may be used and proliferated.

 

Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es, Internationale Rahmenabkommen (IFAs) als Regulierungsinstrumente für Arbeitsstandards und Arbeitsbeziehungen in Transnationalen Unternehmen (TNU) und ihren globalen Wertschöpfungsnetzen zu erforschen. Im Rahmen der akademischen Diskurse zu Global Governance, zur sozialen Verantwortung von Unternehmen (CSR) und zu globalen Wertschöpfungsnetzwerken sowie in Bezug auf die Frage der Arenenentwicklung durch die Transnationalisierung der Arbeitsbeziehungen liegt der Schwerpunkt unseres auf intensiven Fallstudienanalysen gestützten Forschungsprogramms (30 Monate Projektlaufzeit) auf den Grundfragen von Motivation und Implementation solcher Abkommen. Bisherige Untersuchungen haben wertvolle Erkenntnisse zu den Inhalten von IFAs und zu den Interessen, Vorhaben, Ziele und Selbstverständnissen vor allem der Arbeitnehmervertreter erbracht, die im sozialpartnerschaftlichen Umkreis von TNU-Hauptverwaltungen für die Aushandlung und Überwachung von IFAs zuständig sind. Mit unserem Vorhaben soll diese Erkenntnis-grundlage der IFA-Forschung um die Managementstrategien und die Ebenen der TNU-Niederlassungen, die mit der IFA-Anwendung beauftragt sind, sowie ihre Zulieferer, erweitert werden. Damit wollen wir einen wesentlichen Beitrag zum allgemeinen Verständnis von Motivation und Implementation sowie zu den Bedingungen leisten, unter denen IFAs als Instrumente von "good practice" eingesetzt und von weiteren TNU übernommen werden könnten.

 

- Project directors: Dr. Michael Fichter (Political Science) / Prof. Dr. Jörg Sydow (Business & Economics)

- Finanzierung/Grant: Hans-Böckler-Stiftung

- Laufzeit/Duration: Oktober 2008 bis Dezember 2011 (abgeschlossen)

- Projekt-Webseite: hier klicken



 

// Gewerkschaften und Rechtsextremismus - Kooperationsprojekt des Otto-Stammer-Zentrums mit der Arbeitsstelle "Nationale und Internationale Gewerkschaftspolitik"

- Mehr Infos und Abschlussbericht:

http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/oekonomie/gewerkschaftspolitik/materialien/GEWREXSCHLUSS/index.html

- Laufzeit: 2003-2004 (abgeschlossen)

- Sprecher: Prof. Dr. Bodo Zeuner

- Finanzierung: Hans-Böckler-Stiftung und Otto-Brenner-Stiftung



// Exogenous Influences in Path Dependent Transformation Processes. The Effects of German Foreign Direct Investments on Work Organization and Labor Relations in Hungary

- Ein Forschungsprojekt mit Unterstützung der Volkswagen-Stiftung

- Laufzeit: Juni 2000 bis Mai 2002 (abgeschlossen)



// Literaturstudie Zukunft der Gewerkschaften

- Zusammenfassung/Abschlussbericht:

http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/oekonomie/gewerkschaftspolitik/materialien/HBSZukunft/Fichter-Gester-Zeuner-HBS-Zukunft_044.pdf


 

// Revitalizing the Labor Movement: A Comparative Perspective. Landesbericht Deutschland

- Ein Forschungsprojekt der Hans-Böckler-Stiftung

- Laufzeit: 2001 bis 2003 (abgeschlossen)