Soziale und ökologische Nachhaltigkeit in Zeiten ökonomischer Globalisierung: Ausgleich von Zielkonflikten durch Deregulierung? (CONSENSUS)

Projektpartner:

Universität Konstanz, Lehrstuhl für Vergleichende Policy-Forschung und Verwaltungswissenschaft, Deutschland
University of East Anglia, School of Environmental Sciences, Centre for Social and Economic Research on the Global Environment, Großbritannien
Oxford University, Department of Politics and International Relations, Großbritannien
University of Aarhus, Deparment of Political Science, Dänemark
Institut Barcelona d'Estudis Internacionals, Barcelona, Spanien
European University Institute, Florence, Italien

Leitung:


Mitarbeiter/innen:

Förderung:

Europäische Kommission

Projektlaufzeit:

01.03.2008 — 28.02.2011

Ansprechpartner:

Dr. Helge Jörgens

E-Mail:

Homepage:

Gesamtprojektleitung: Prof. Dr. Christoph Knill, Universität Konstanz

Projektbeschreibung

Vor dem Hintergrund des Konzeptes der Nachhaltigkeit und der darin enthaltenen Forderung nach einer gleichberechtigten Integration von wirtschafts-, sozial- und umweltpolitischen Zielen wird in dem Projekt untersucht, in welchem Ausmaß und auf welche Weise mögliche Zielkonflikte in der Wirschafts-, Sozial- und Umweltpolitik durch den Abbau von Politiken bewältigt werden. Das Konzept des Politikabbaus beschreibt alle Formen von Politikwandel, bei denen das Niveau von Regulierungen oder öffentlichen Dienstleistungen reduziert wird. In extremen Fällen kann Politikabbau in der vollständigen Abschaffung von Politiken gipfeln. Die grundsätzliche Annahme des Projekts ist, dass Politikabbau tatsächlich eine wichtige Rolle spielt, Konflikte zwischen wirtschafts-, sozial- und umweltpolitischen Zielen in der Umsetzung einer Politik der Nachhaltigkeit aufzulösen. Bisher sind diese Prozesse des Politikabbaus als ein vernachlässigter Aspekt von Politikwandel jedoch nur unzureichend verstanden.
Im Wesentlichen untersucht das Projekt zwei Fragestellungen:

  • In welchem Ausmaß können wir Muster im Abbau von Sozial- und Umweltpolitiken beobachten und wie unterscheiden sich diese Muster zwischen Ländern, einzelnen Politikfeldern und im Zeitverlauf?
  • Wie können wir Muster im Abbau von Sozial- und Umweltpolitiken sowie entsprechende internationale Unterschiede und Veränderungen im Zeitverlauf erklären?

Zur Beantwortung der ersten Frage werden in dem Projekt Daten über den Abbau verschiedener Umwelt- und Sozialpolitiken in 25 OECD Ländern über einen Zeitraum von dreißig Jahren (1975 bis 2005) gesammelt. In der Erklärung möglicher internationaler und/oder zeitlicher Unterschiede im Abbau der verschiedenen Umwelt- und Sozialpolitiken kombiniert das Projekt statistische Analysemethoden mit qualitativen Fallstudien. Dabei richtet sich das Augenmerk vor allem auf eine systematische Untersuchung der Auswirkungen von internationalen und zeitlichen Unterschieden und Veränderungen in den ökonomischen Zwängen, wie sie die Globalisierung und nationale Sparmaßnahmen mit sich bringen, sowie der internationalen Harmonisierung auf den Abbau von Umwelt- und Sozialpolitik. Zudem wird das Erklärungspotenzial internationaler und zeitlicher Unterschiede und Veränderungen in nationalen Akteurskonstellationen und politischen Institutionen näher beleuchtet.