Studie 7- Eine Auswahl der bisherigen Studien an der FU Berlin
Die Kurzbeschreibungen der Studien folgen dem vom Projekt GRADUA2 vorgegebenen Auswertungsraster.
a) Titel der Studie
Berufsfeldanalyse Geologie
b) Ziel und Fragestellung
Ziel der Studie ist es zu ermitteln, welche Anforderungen an den Berufseinsteiger gestellt werden. Dabei sollen Universitäten, Ämter und geowissenschaftliche Anstalten mit Unternehmen verglichen werden. Es soll die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt durch die Nachfrage nach speziellen Fachkenntnissen, nach der Dauer der Arbeitsverträge, nach dem Gehalt und dem Anteil der Geowissenschaftler in den jeweiligen Institutionen aufgezeigt werden.
c) Stichprobe
Es wurden Firmen aus den Bereichen Bau & Ingenieurgeologie, Geoinformatik, Exploration, Hydrogeologie & und Umweltgeologie, Umwelt & Verfahrenstechnik sowie Firmen die alle Bereiche umfassen und Universitäten, Anstalten & Ämter angeschrieben. Insgesamt waren es 171 Institutionen. Die Zielgruppe sind Geowissenschaftler zu denen Geologen, Mineralogen und Paläontologen gehören. Geophysiker und Geographen wurden nicht berücksichtigt.
d) Methoden
Schriftliche Befragung mit einem überwiegend geschlossenen Fragebogen. Die Schwerpunkte der Befragung richteten sich auf die Anforderungen, die im Berufsleben an Geowissenschaftler gestellt werden, in welchen Tätigkeitsfeldern Frauen eingesetzt werden und wie hoch ihr Anteil im Berufsalltag ist.
e) Erhebungsinstrumente
An alle 171 Institutionen und Unternehmen wurde im Wintersemester 1995/96 ein Fragebogen verschickt, dessen Ergebnisse statistisch ausgewertet wurden.
f) Ergebnisse einer eventuellen Pilotstudie
g) Rücklaufquote
Von den 171 verschickten Fragebögen kehrten 68 ausgefüllt zurück. Dies entspricht einem Rücklauf von 39,8%. Insgesamt ist die Beteiligung der Unternehmen höher. Hier liegt die Rücklaufquote bei 46%, während Universitäten, Geowissenschaftliche Anstalten und Ämter nur einen Rücklauf von 33% erzielen.
h) Grenzen der Studie und Abgrenzung
i) Wesentliche Ergebnisse
Die Hauptbetätigungsfelder werden nach Firmen und Universitäten/Ämter unterschieden. Die Hauptbetätigungsfelder der Firmen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung sind: Umwelt-/Hydrogeologie, Bau- & Ingenieurgeologie, Sonstiges (Altlasten, Bodenkunde, angewandte Paläontologie), Prospektion/Rohstoffe, Rohstoffgewinnung, Forschung, Ökologie, Mineralogie/Geochemie. Die Reihenfolge der Beutung für Universitäten und Ämter beginnt mit der Forschung, auf Platz 2 und 3 liegen gleichauf Mineralogie/Geochemie und Umwelt-/Hydrogeologie. Platz 4 und 5 teilen sich Bau- & Ingenieurgeologie und sonstiges (Altlasten, Bodenkunde, angewandte Paläontologie), es folgt Prospektion/Rohstoffe, Ökologie und Rohstoffgewinnung.
Bei Firmen mit einer Mitarbeiterzahl von 1-15 beschäftigen zu 50% Geowissenschaftler, die alle männlich sind. Bei den Universitäten und Ämtern sind 73% Geowissenschaftler, 75% davon männlich 25% weiblich. Führungspositionen werden ausschließlich mit Männern besetzt. Bei Unternehmen von 51-200 Mitarbeitern sinkt der Anteil von Geowissenschaftlern auf 7%, bei Universitäten und Ämtern beläuft er sich auf 41%. Ca 80% der beschäftigten Geowissenschaftler sind Männer, 25% von diesen sind in Führungspositionen. Bei den Frauen sind es nur 2%.
Die meisten Firmen beabsichtigen keine Geowissenschaftler einzustellen, aber 50% der Universitäten und Ämter tun dies. Die gefragtesten Bereiche sind Rohstoff-/Montangeologie, Hydrologie, Geochemie, Allgemeingeologie sowie Bau- und Ingenieurgeologie.
Besonderen Wert legen die Firmen und Universitäten/Anstalten bei Neueinstellungen auf die soziale und kommunikative Kompetenz, auf die Ausbildungsschwerpunkte, sowie auf spezielle Fachkenntnisse. Unter sonstiges wird ergänzt: Zielstrebigkeit, Phantasie, Flexibilität, Zuverlässigkeit, Eigenständigkeit und Verantwortungsbewußtsein.
Die wichtigsten Kritikpunkte an den Absolventen der Geowissenschaften aus der Sicht der Arbeitgeber sind: fehlender Praxisbezug, wenig berufliche Erfahrungen, kaum wirtschaftliches bzw. politisches Denken, kaum Kenntnisse in Kalkulationen, Ausschreibungen, BWL und der Funktionsweise einer Firma.
j) Verwendung der Ergebnisse
Insbesondere Studienanfängern soll die Möglichkeit gegeben werden, frühzeitig die Anforderungen im Studium und im späteren Arbeitsleben zu durchschauen. Zu diesem Zweck wurden die Ergebnisse der Studie an die studentische Studienfachberatung und in die Bibliothek des Fachbereichs Geologie/Paläontologie gegeben.
k) Informationen über die Personen, die die Studie durchgeführt haben; Kontaktdaten
Tutoren: Claudia Kruber, Paul Wintersteller, Betreuerin: Kerstin Hofmann
l) Weitere Informationen