Information des Instituts für Sozial- und Kulturanthropologie
News vom 01.06.2026
In unserem Institutsrat vom 28. Mai 2026 diskutierten wir aus Anlass zweier kürzlich von unserer Fachgesellschaft DGSKA verabschiedeten Resolutionen institutionelle Kooperationen mit israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Im Vorfeld war darüber hinaus eine über die studentische Vertretung des Instituts eingereichte BDS-Resolution (Abk. für Boykott, Desinvestition und Sanktionen) eingebracht worden, die während der Sitzung zur Abstimmung gestellt und durch die Institutsratsmitglieder mehrheitlich abgelehnt wurde. Da die Sitzung zeitlich begrenzt war und aufgrund der räumlichen Situation nur eine begrenzte Zahl von Studierenden teilnehmen konnte, wurde seitens des Instituts vorgeschlagen, die Diskussion zu den DGSKA-Resolutionen in einem gesonderten Format gemeinsam fortzuführen. Hierfür wurde ein Treffen zwischen Institutsmitarbeiter:innen und Studierenden für den 4. Juni 2026 vereinbart.
Da die BDS-Gruppe an der FU Berlin in Zusammenarbeit mit der Fachschaftsinitiative zwischenzeitlich interne Diskussionen und Abstimmungsverläufe öffentlich über soziale Medien kommuniziert hat und einzelne Mitglieder namentlich genannt wurden, sind aus Sicht der Institutsleitung die Voraussetzungen für einen solchen Austausch nicht mehr gegeben. Ein solcher Austausch setzt voraus, dass unterschiedliche Positionen in einem vertrauensvollen und geschützten Rahmen zwischen Studierenden und Mitarbeiter:innen des Instituts für Sozial- und Kulturanthropologie diskutiert werden können. In Absprache mit Hochschulleitung und Fachbereichsleitung sieht die Institutsleitung diese Voraussetzungen gegenwärtig nicht als ausreichend gegeben und hat sich daher entschieden, das für den 4. Juni anberaumte Treffen nicht stattfinden zu lassen.
Das Institut bleibt bereit, einen Austausch über mögliche Konsequenzen der DGSKA-Resolutionen für die Institutspraxis fortzuführen, sofern die dafür notwendigen Bedingungen eines respektvollen und vertrauensvollen Austauschs gewährleistet sind. Der Institutsrat begrüßt die Verabschiedung der Resolutionen der Fachgesellschaft, die einen Kriterienkatalog zur kritischen Prüfung internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit in Kontexten systematischer Verstöße gegen das Völkerrecht sowie der institutionellen Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Israel/Palästina vorlegen. Die Resolutionen rufen dabei explizit nicht zu einem generellen Boykott auf.
Die Institutsleitung (Claudia Liebelt, Hansjörg Dilger)


