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Neue Publikation zu Gender-based Violence in der Feminist Media Studies veröffentlicht

Aus dem DFG-Projekt Performative Publics heraus veröffentlichten Miriam Siemon, Wolfgang Reißmann und Margreth Lünenborg einen Artikel zu feministischem Aktivismus gegen Gender-Based Violence (GBV) in Krisenzeiten. GBV stellt ein grundlegendes Sicherheitsrisiko und ein bedeutendes Problem der öffentlichen Gesundheit für Frauen und genderqueere Personen dar. 

News vom 31.03.2026

Dieser Beitrag untersucht aktivistische Medienpraktiken im Online-Diskurs über GBV in Deutschland während der COVID‑19‑Pandemie, die die Gewalt verschärfte. Mittels eines praxistheoretischen Ansatzes zum Social‑Media‑Aktivismus analysierten wir, wie verschiedene Akteur*innen, etwa feministische Aktivist*innen und Journalist*innen, sich relational am öffentlichen Diskurs über GBV beteiligen. Wir verwendeten ein Mixed‑Methods‑Design, das Netzwerkanalysen, Interviews und Ethnografie mit feministischen Aktivistinnen kombiniert, um Netzwerk- und Aktivismuspraktiken zu untersuchen, die zu divergierenden Sprechpositionen und deren dynamischer Entwicklung führen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Journalist*innen den Aufmerksamkeitszyklen der COVID‑19‑Wellen folgen, feministische Aktivist*innen den Diskurs jedoch auch in Phasen geringer Aufmerksamkeit aufrechterhalten. Dabei agieren sie als Autoritäten mit langjähriger Erfahrung und kommunikativer Professionalität und passen ihre Ansätze an pandemische Bedingungen an. Sie übernehmen journalistische Rollen bei der Verbreitung von Informationen und nutzen Storytelling, um auf verschiedene Formen von GBV aufmerksam zu machen. Ihre Kommunikation reduziert sich jedoch nicht auf Einzelfälle, stattdessen heben sie GBV als strukturelles Risiko für die Gesellschaft hervor. Die Studie zeigt die entscheidende Rolle des feministischen Medienaktivismus bei der Aufrechterhaltung des öffentlichen Diskurses über GBV in Krisenzeiten.

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