Neues Forschungsprojekt: RE:LOCAL. KI-gestützter Lokaljournalismus in ländlichen Räumen - Chancen, Risiken und Folgenabschätzung
News vom 08.07.2026
Digitalisierung, sinkende Einnahmen und wachsende Medienskepsis setzen Lokalmedien weltweit unter Druck. In manchen Regionen entwickeln sich bereits sogenannte Nachrichtenwüsten, in denen die lokale Bevölkerung nicht mehr regelmäßig mit verlässlichen Informationen versorgt wird. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen: Nachrichtenwüsten schädigen die Demokratie. Gemeinwohlorientierung, Sicherheitsempfinden und bürgerschaftliches Engagement nehmen ab – während Politikverdrossenheit und gesellschaftliche Spaltung ansteigen.
Wie lässt sich dieser Entwicklung entgegenwirken? Das untersuchen Wissenschaftler*innen der Freien Universität Berlin, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Hochschule Magdeburg-Stendal im Forschungsprojekt „RE:LOCAL". Im Mittelpunkt steht die Frage, welche innovativen Ansätze einen resilienten Lokaljournalismus ermöglichen – und wo mögliche Grenzen liegen. Dazu gibt es drei Phasen im Projekt: Bis Ende 2026 erforscht das Team den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in Redaktionen. Im Sommer 2027 entsteht dann in Stendal eine Pop-Up-Redaktion, in der professionelle Journalist*innen und Bürgerjournalist*innen gemeinsam mit KI und neuen Formaten experimentieren.
Parallel dazu werden in dialogischen Formaten Bedarfe und Wünsche der Bürger*innen an einen zukünftigen Lokaljournalismus erhoben. In der dritten Phase des Projekts entwickelt ein Bürgerrat auf der Basis der Forschungsergebnisse Lösungsvorschläge für die Zukunft des Lokaljournalismus. Das Forschungsteam arbeitet dabei eng mit dem Verein Mehr Demokratie e.V., lokalen Partnern und einem wissenschaftlichen Projektbeirat („Critical Friends") zusammen.
Die Ergebnisse des Projekts liefern konkrete Handlungsempfehlungen für Medien und Politik und geben einen Impuls für Lokalredaktionen in ganz Deutschland.
Für die erste Projektphase werden derzeit interessierte Redaktionen aller Medientypen gesucht, die am Forschungsprozess teilnehmen möchten.
Zentrale Ansprechperson ist:
Nina Schmulius
E-Mail: nina.schmulius@fu-berlin.de
Tel. +49 30 838 – 68586
Mobil +49 179 7642923
Das Projekt wird unterstützt von: Altmärkischer Regionalmarketing- und Tourismusverband, Bürgerakademie für Medienkompetenz, Correctiv – Recherchen für die Gesellschaft gemeinnützige GmbH, Deutscher Journalisten-Verband Sachsen-Anhalt e.V., Freiwilligen-Agentur Altmark e.V.,
Reporterfabrik, Stadt Stendal, Tageszeitung Volksstimme
Zu den Critical Friends gehören:
Prof.’in Dr.’in Ulla Autenrieth, Fachhochschule Graubünden, Schweiz
Prof. Dr. habil. Günter Mey, Hochschule Magdeburg-Stendal
Prof. Dr. Alexander Ruser, University of Agder, Norwegen
Prof. Dr. Volker Wiedemer, Hochschule Magdeburg-Stendal
Zum Forschungsteam gehören:
Freie Universität Berlin, Arbeitsstelle Kommunikationspolitik/Medienökonomie
Prof. Dr. Matthias Künzler (Projektleiter)
RWTH Aachen, Human Technology Center:
Hochschule Magdeburg-Stendal:
Prof. Dr. Sebastian von Enzberg
David Döring
Das Projekt ist ein Teil der INSIGHT-Förderlinie und wird gefördert


