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Best Paper Award für Forschung zu Gegenmaßnahmen im Umgang mit Klimadesinformationen: Auszeichnung auf der ICA 2026 in Kapstadt

Prof. von Sikorski auf der ICA (Credits: Julia Lück-Benz)

Prof. von Sikorski auf der ICA (Credits: Julia Lück-Benz)

News vom 09.06.2026

Großer Erfolg für die Arbeitsstelle Medienwirkungsforschung des IfPuK an der Freien Universität Berlin: Auf der diesjährigen Konferenz der International Communication Association (ICA) in Kapstadt, Südafrika, wurde das Paper “Countering Political Climate Change Disinformation through Source Discreditation” von Pascal Merz, Jennifer Bast (beide von der RPTU Kaiserslautern-Landau) und Christian von Sikorski (Leiter der AS Medienwirkungsforschung) mit dem Top Paper Award der Environmental Communication Division der ICA ausgezeichnet.

Die Studie untersucht, mit welchen kommunikativen Möglichkeiten auf die zunehmende Verbreitung von Desinformationen durch radikale rechtspopulistische Akteure effektiv reagiert werden kann. Während solche Akteure in der Vergangenheit häufig die Existenz des Klimawandels selbst infrage stellten, werden heute zunehmend subtilere Strategien genutzt. Statt den Klimawandel grundsätzlich zu leugnen werden verstärkt und in fehlerhafter Weise die Legitimität und Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen angezweifelt.

Vor diesem Hintergrund analysiert die Studie, wie solchen Formen der Klimadesinformation von Parteien kommunikativ begegnet werden kann. Bisherige Ansätze konzentrierten sich häufig darauf, irreführende Aussagen direkt auf Inhaltsebene zu korrigieren. Obwohl solche Korrekturen oftmals wirksam sind, zeigen sie nicht in allen Fällen den gewünschten Erfolg.

Das ausgezeichnete Paper verfolgt daher einen alternativen Ansatz: Statt ausschließlich die fehlerhaften Inhalte zu widerlegen, wird die Quelle der Desinformation selbst thematisiert. In den untersuchten Interventionen wurde offengelegt, dass die kommunizierende Quelle (rechtspopulistische Parteienkommunikation) strategisch Klimafehlinformationen verbreitet. Die Forschenden untersuchten, welche Auswirkungen eine solche Diskreditierung der Quelle durch einen Post auf sozialen Medien auf die Rezipientinnen und Rezipienten hat.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Offenlegung der strategischen Absichten hinter entsprechenden Botschaften besonders wirksam ist. Wenn die Intention politischer Akteure, gezielt Klimafehlinformationen zu verbreiten, in einem Post klar benannt wird, glauben Personen seltener an die Falschinformationen. Gleichzeitig werden hierdurch negative Effekte auf die Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen vermieden, und Personen bewerten deren potenzielle Wirksamkeit positiver und sind weniger skeptisch; die Erzeugung von Skepsis gegenüber Klimaschutzmaßnahmen in der Bevölkerung ist oftmals ein zentrales Ziel bei der Verbreitung von Desinformationen durch rechtspopulistische Akteure.

Prof. Dr. Christian von Sikorski, Leiter der AS Medienwirkungsforschung, präsentierte die Studie auf der ICA-Konferenz in Kapstadt und nahm den Best Paper Award stellvertretend für das Forschungsteam entgegen.

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