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Prof. Dr. Jan Tonnemacher (27. April 1940 – 5. Juli 2026)

Jan Tonnemacher auf der Preconference "Zum Leben und Wirken von Fritz Eberhard" zur DGPuK-Tagung 2012 in Berlin. Auf dem Foto im Hintergrund ist vorne Fritz Eberhard zu sehen (aufgenommen 1964 von Hans-Jürgen Bolle).

Jan Tonnemacher auf der Preconference "Zum Leben und Wirken von Fritz Eberhard" zur DGPuK-Tagung 2012 in Berlin. Auf dem Foto im Hintergrund ist vorne Fritz Eberhard zu sehen (aufgenommen 1964 von Hans-Jürgen Bolle).
Bildquelle: Christoph Rosenthal

Das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft trauert um Jan Tonnemacher, der dem Institut und der Freien Universität Berlin über seine lange akademische Laufbahn hinweg eng verbunden war.

Der gebürtige Berliner Jan Tonnemacher absolvierte ab 1962 ein Studium der Volkswirtschaft und Publizistik an der FU Berlin, das er 1967 abschloss. Nach Promotion und Habilitation wurde er 1982 zum außerplanmäßigen Professor für Publizistik an der FU Berlin ernannt. Bis zu seinem Ruf auf den Lehrstuhl für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt im Jahr 1991 war er sowohl als Journalist, im Medienmanagement wie auch in der Medienforschung und -beratung tätig. So arbeitete er zwischen 1983 und 1988 in der Begleitforschung des Kabelpilotprojekts Dortmund mit, durch die sich die Tür zur Einführung des privaten Rundfunks, von Bildschirm- und Videotext öffnete. Damit gehörte er zu den frühen Experten für die damals so genannten „neuen Medien“ und war auch einer der ersten im deutschsprachigen Raum, der sich in den 1990er Jahren mit der Bedeutung des Internets für Journalismus und Medien auseinandersetzte. Sein Lehrbuch zur Kommunikationspolitik in Deutschland, entstanden aus seiner langjährigen Erfahrung in Medienpraxis und Medienforschung, war über viele Jahre ein Standardwerk auch in der Lehre der Berliner Studiengänge.

Nach seiner Emeritierung im Jahr 2005 war er am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft von 2006 bis 2007 als Vertretungsprofessor und danach bis 2018 als Lehrbeauftragter tätig, zuletzt mit einer Lehrveranstaltung über Medien und Journalismus im Nationalsozialismus und in der Besatzungszeit.

Am Institut war Jan Tonnemacher für seine offene, freundliche Art und sein intellektuell anregendes Wesen bei Lehrenden wie Studierenden sehr geschätzt. Wir werden ihn als klugen und zugewandten Kollegen in Erinnerung behalten. 

Martin Emmer

 

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