Nahost-Berichterstattung
Aktuell führt das CeMIL – Center for Media and Information Literacy am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin mit Unterstützung von Reporter ohne Grenzen e.V. die Umfrage „Nahost-Berichterstattung in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023“ durch. Die als Repräsentativ-Befragung angelegte Studie gibt deutschen Journalist:innen die Möglichkeit, ihre Wahrnehmung des Umgangs mit dem Nahostkonflikt in der Öffentlichkeit, in Redaktionen und im journalistischen Umfeld darzulegen. Anlass dafür sind eine Vielzahl von Berichten über zunehmende Anfeindungen und Polarisierungen bei der Berichterstattung über den Nahost-Konflikt, aber auch bspw. bei Demonstrationen in Deutschland, über innerredaktionelle Auseinandersetzungen, politischen Druck zur Positionierung und Einflussnahme-Versuche von Lobby-Gruppen.
Die Umfrage möchte diese Hinweise prüfen und auf eine breite und valide empirische Grundlage stellen. Die Studie findet unter der Projektleitung von Prof. Dr. Carola Richter statt.
Die Umfrage bezieht als Grundgesamtheit alle für in Deutschland erscheinende deutschsprachige klassische Medien mit nachrichtlichem Anspruch arbeitenden Journalist:innen mit ein, die in diesen Medien seit dem 7. Oktober 2023 Beiträge zum Nahost-Konflikt publiziert haben.
Bei Rückfragen erreichen Sie Projektleitung und Projektteam unter: cemil@polsoz.fu-berlin.de
Arbeitspapier: „Die deutschen Medien und Gaza: Ein- und Aussichten“, April 2026Die deutsche Berichterstattung über den Krieg in Gaza steht seit Monaten unter erheblichem Druck. Kritiker:innen bemängeln eine einseitige Orientierung an politischen Leitlinien, insbesondere im Kontext der deutschen „Staatsräson“, während andere auf problematische Verkürzungen, fehlende Kontextualisierung oder eine unzureichende Repräsentation palästinensischer Perspektiven hinweisen. Zugleich wird der Vorwurf erhoben, dass journalistische Beiträge antisemitische Narrative reproduzieren oder nicht ausreichend einordnen. Neben diesen inhaltlichen Kontroversen steht zunehmend auch die Qualität der Berichterstattung selbst zur Debatte: Wer kommt zu Wort, wessen Leid wird sichtbar gemacht und wie werden Quellen und Aussagen bewertet?
Über diese Fragen ist Carola Richter (Leiterin des CeMIL) im Gespräch mit der Aktivistin und Bildungsreferentin Jouanna Hassoun (Transaidency e.V.), der Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura und dem Politikwissenschaftler und Forschungsgruppenleiter Jannis Julien Grimm (Interact, FU Berlin). Nachzulesen hier.
Podiumsdiskussion vom 4. Dezember 2025In einer Podiumsdiskussion mit Nadia Zaboura (Kommunikationswissenschaftlerin, Medienkritikerin und Publizistin), Alena Jabarine (Journalistin und Autorin) und Jouanna Hassoun (Bildungsreferentin und Geschäftsführerin von Transaidency e.V.) sprachen im Dezember 2025 mit Carola Richter (Leiterin des CeMIL) über die Ursachen für einen Vertrauensverlust in die deutsche Nahost-Berichterstattung, Prozesse in Redaktionen, Strukturen von Medienhäusern und die Rolle von Social Media als alternativer Raum. Hier gibt es eine Zusammenfassung.


