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Vorwort

Außenaufnahme Boltzmannstraße

Außenaufnahme Boltzmannstraße
Bildquelle: FU-Archiv (Fotograf: unbekannt)

Der Anstoß zu dieser Ausstellung kam von einer Mitarbeiterin, die im Institutsrat erzählte, dass sie auf dem Weg zu den Kolleginnen immer an Emil Dovifat vorbeimüsse. Könne man das Foto des frühen Institutsleiters einfach so zeigen, ohne auf seine NS-Vergangenheit hinzuweisen? Zwei Jahre lang hing dann ein weißes Blatt an der Stelle des Porträts. So lange hat es gedauert, bis diese Ausstellung aufgehängt wurde. Zwei Jahre, an denen auch Corona schuld war. Jedenfalls entstand in dieser Zeit die Idee, nicht nur die (bereits mehrfach kontrovers diskutierte) NS-Vergangenheit des Instituts zu thematisieren, sondern die Chance zu nutzen und seine Geschichte insgesamt in den Blick zu nehmen.

Universitätsbibliothek in der Ihnestraße

Universitätsbibliothek in der Ihnestraße

„Geschichte insgesamt“ - das klingt fast vermessen. Die Ausstellung deckt die Zeit von der Gründung bis zum Ende der 1980er Jahre ab. Dass nur am Ende der Bogen zum heutigen Institut geschlagen wird, liegt am zeitlichen Abstand, der historischen Arbeiten guttut, und am Quellenzugang. Die Ausstellung stützt sich auf ein Verständnis von Fachgeschichte, das Wissenschaft als soziale Praxis begreift. Standortgebundene Akteure handeln in einem Feld, das mit anderen sozialen Feldern verbunden ist. Dieses Verständnis rückt die Bezüge zur Politik, die in Berlin immer eine wichtige Rolle gespielt haben, ebenso in den Blick dieser Ausstellung wie die Frage, wer außer der professoralen Gruppe Themen, Lehre und Organisation geprägt hat. Unsere Ausstellung präsentiert deshalb keine fertige Geschichte des Instituts, sondern liefert Schlaglichter.

Diese Schlaglichter sind chronologisch geordnet. Die vier Teile der Ausstellung sind farblich voneinander unterschieden. Braun, rot und gelb markiert jeweils den Institutsleiter, der zu seiner Zeit die Entwicklung des Standorts beeinflusst hat oder institutionelles Rückgrat war: Das waren Emil Dovifat, Fritz Eberhard und Harry Pross. Der vierte Teil (grün) verbindet die Geschichte mit der Gegenwart. Hier geht es um Studienbedingungen, die Raumsituation sowie um die Professorinnen und Professoren.

Teamfoto

Teamfoto

Wer mehr über die Institutsgeschichte und die 68er Bewegung erfahren möchte, kann das mit dem Buch tun, das parallel zu dieser Ausstellung entstanden ist (Maria Löblich, Niklas Venema (Hrsg.): „Regierungszeit des Mittelbaus“? Annäherungen an die Berliner Publizistikwissenschaft nach der Studentenbewegung. Köln: Herbert von Halem 2020). All das, was in den neun Rahmen erzählt wird, stützt sich auf diesen Band sowie auf die Literatur und die Quellen.

Das Ausstellungsteam dankt allen, die geholfen haben. Der Dank richtet sich an diejenigen, die ihre Erinnerungen wachgerufen, Material beigetragen (insbesondere Ansgar Koch) oder den Aufbau der Ausstellung besorgt haben (Gesine Schaefer).

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