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Lehre_SoSe_2016

Sommersemester 2016

I. Grundstudium

V 15030 Politische Ideengeschichte 

Fr 12.00-14.00 Uhr, Henry-Ford-Bau, Garystraße 35-37, HFB/C (Hörsaal C)

Die Vorlesung bietet einen Überblick zur Geschichte des politischen Denkens. Der Bogen spannt sich von der griechisch-römischen Antike über die jüdisch-christliche Tradition bis hin zu den großen Ordnungsentwürfen der Renaissance, der Reformation und Gegenreformation sowie der modernen Aufklärung und Gegenaufklärung. Den Auftakt bilden die Erfinder des Politischen: die alten Griechen der archaischen Zeit. Den Endpunkt markieren die großen politischen Kontroversen der Moderne: Liberalismus, Republikanismus, Demokratie, Konservatismus, Sozialismus usw.

Vorgestellt werden die bedeutendsten Klassiker des politischen Denkens: von den alten Griechen (Sophisten, Sokrates, Platon, Aristoteles, Stoa u.a.) über die Römer (Cicero u.a.) zu den christlichen Autoren der Spätantike (Paulus, Kirchenväter, Augustinus) und des Mittelalters (Thomas von Aquin, Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Wilhelm von Ockham u.a.) bis zu den Politiktheoretikern der Frühen Neuzeit (Machiavelli, Bodin, Hobbes, Locke u.a.) und der Moderne (Montesquieu, Rousseau, Kant, Fichte, Hegel, Marx, Nietzsche, Max Weber u.a.).

Die für die Vorlesung relevanten Texte werden in einem Reader zusammengestellt, der auf der E-Learning Plattform Blackboard zum Download bereit stehen wird.

Themenplan

Literatur               

PS 15031 Politisches Denken in der Antike: Platon und Aristoteles

Mi 14.00-16.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/B (Hörsaal B) 

Die Fundamente unseres Politikdenkens wurden von den alten Griechen gelegt, die im Rahmen der antiken Polis erstmals in der Weltgeschichte die Selbstbestimmung und verwaltung autarker Bürgerschaften unter Mitwirkung breiter Schichten der Bevölkerung praktizierten und im fünften und vierten vorchristlichen Jahrhundert direkte oder unmit-telbare Demokratien realisierten. Die Klassiker des politischen Denkens, die sich um eine Bestandsaufnahme der Regeln und Normen, Bedingungen und Formen der griechischen Sittlichkeit bemühten und dadurch zum Ausgangs- und Anknüpfungspunkt aller künftigen politischen Philosophie wurden, waren Platon und sein einstiger Schüler Aristoteles. Im Seminar sollen die wichtigsten politischen Einsichten beider Philosophen rekonstruiert werden, um so in ihre politische Philosophie sowie ins politische Denken überhaupt einzuführen. Literatur: Platon: Der Staat; Aristoteles: Politik; ders.: Die Nikomachische Ethik. Zur Einführung: Peter Massing/Gotthard Breit (Hg.): Demokratietheorien. Von der Antike bis zur Gegenwart. Schwalbach/Ts. 2001 (I. Antike); Helmut Kuhn: Platon. In: H. Maier u. a. (Hg.): Klassiker des politischen Denkens. Bd. 1. München 1968, 19795, 1-35; Peter Weber-Schäfer: Aristoteles. Ebd., 36-63; Julia Annas: Platon. In: I. Fetscher/H. Münkler (Hg.): Pipers Handbuch der politischen Ideen. Bd.1. München, Zürich 1988, 369-395; Peter Spahn: Aristoteles. Ebd., 397-437; Klaus Rosen: Griechenland und Rom. In: H. Fenske u. a.: Geschichte der politischen Ideen. Von Homer bis zur Gegenwart (1981). Frankfurt/M 1987, S.70 ff.

Themenplan

Literatur

II. Hauptstudium

HS 15201 Die politische Philosophie von Karl Marx

Di 12.00-14.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/B (Hörsaal B)

Um die Perspektiven der nicht nur politischen (Rechtsgleichheit, allgemeines Wahlrecht usw.), sondern der allgemein menschlichen Emanzipation bzw. der revolutionären Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise aufzuweisen, unternahm Karl Marx eine systematische Kritik der politischen Ökonomie, die ihren Abschluß und ihre Vollendung in der Analyse und Kritik der rechtlichen, politischen und ideologischen Formen der bürgerlichen Gesellschaft (zusammengefaßt im „Staat“) finden sollte. Da er selbst nicht mehr zur Ausarbeitung der geplanten Staatstheorie kam, sieht man sich verwiesen auf die zerstreuten Schriften, in denen er die Grundlagen und Kategorien einer Kritik der Politik erarbeitet hat. Im Seminar sollen diese Grundlagen und Kategorien anhand ausgewählter Schriften rekonstruiert und auf ihre Tragfähigkeit für die heutige Theorie und Praxis hin geprüft werden. Leitende Frage wird dabei sein: Was bleibt von Marx, nachdem die beiden Säulen seiner Theorie – Revolutionstheorie und Geschichtsphilosophie – weggebrochen sind? Der Schwerpunkt soll zunächst auf den Frühschriften liegen, in denen Marx – in einer Auseinandersetzung mit Hegel und den Junghegelianern, den französischen Frühsozialisten und den klassischen Nationalökonomen – seine Grundkonzeption entwickelte. Ferner sind die historisch-materialistischen Analysen der Klassenkämpfe in Frankreich und das Fetischismus-Kapitel im „Kapital“ heranzuziehen. Literatur wird zu Beginn der Lehrveranstaltung angegeben.

Themenplan

Literatur

S 15320 Kritische Theorie der Gesellschaft: Horkheimer, Adorno, Marcuse, Habermas

Do 14.00-16.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/B (Hörsaal B)

Das Seminar befaßt sich mit der von Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse und Jürgen Habermas konzipierten kritischen Gesellschaftstheorie. Durch Aktualisierung und Weiterbildung der Tradition des kritischen Denkens, die von Kant und Fichte über Hegel und Marx zu Nietzsche und Freud geführt hatte, versuchte die Frankfurter Schule eine kritische Bestandsaufnahme der Lebensbedingungen im „Spätkapitalismus“, die zugleich das Projekt der Aufklärung, d.h. den „Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Kant), vorantreiben sollte. Das Augenmerk richtete sich vor allem auf die Hindernisse, die der freien Entfaltung der Menschen, ihrer Entwicklung zu selbstbewußten und mündigen Individuen im Wege stehen. Zu untersuchen waren die institutionalisierten Macht- und Zwangsverhältnisse, die den Emanzipationsprozeß blockierten, die daher analytisch zu durchdringen waren, um ihre praktische Überwindung zu ermöglichen. Im Seminar sollen die wichtigsten Ansätze rekonstruiert und auf ihre Brauchbarkeit für die heutige Theorie und Praxis geprüft werden. Dabei werden die Gemeinsamkeiten wie auch die Differenzen zwischen den einzelnen Kritischen Theoretikern herausgearbeitet. Literatur wird zu Beginn des Semesters angegeben. Zur Einstimmung wird die Lektüre einzelner Schriften von Horkheimer, Adorno, Marcuse und Habermas empfohlen.

Themenplan

Literatur

C 15424 Colloquium Politische Ideengeschichte

Do 18.00-20.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/E (Seminarraum E)

Das Colloquium bietet Studierenden und Doktorand/innen die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten, Dissertationen und Forschungsprojekte aus dem Bereich der politischen Theorie und Ideengeschichte vorzustellen und zu diskutieren. Es kann auch als Forum genutzt werden, um Neuerscheinungen, die in den genannten Themenbereich fallen, gemeinsam zu erörtern.