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Lehre Wise 2016/2017

Wintersemester 2016/2017

I. Grundstudium

V 15030 Politische Ideengeschichte 

Fr 12.00-14.00 Uhr, Henry-Ford-Bau, Garystraße 35-37, HFB/A (Hörsaal A)

Die Vorlesung bietet einen Überblick zur Geschichte des politischen Denkens. Der Bogen spannt sich von der griechisch-römischen Antike über die jüdisch-christliche Tradition bis hin zu den großen Ordnungsentwürfen der Renaissance, der Reformation und Gegenreformation sowie der modernen Aufklärung und Gegenaufklärung. Den Auftakt bilden die Erfinder des Politischen: die alten Griechen der archaischen Zeit. Den Endpunkt markieren die großen politischen Kontroversen der Moderne: Liberalismus, Republikanismus, Demokratie, Konservatismus, Sozialismus usw.

Vorgestellt werden die bedeutendsten Klassiker des politischen Denkens: von den alten Griechen (Sophisten, Sokrates, Platon, Aristoteles, Stoa u.a.) über die Römer (Cicero u.a.) zu den christlichen Autoren der Spätantike (Paulus, Kirchenväter, Augustinus) und des Mittelalters (Thomas von Aquin, Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Wilhelm von Ockham u.a.) bis zu den Politiktheoretikern der Frühen Neuzeit (Machiavelli, Bodin, Hobbes, Locke u.a.) und der Moderne (Montesquieu, Rousseau, Kant, Fichte, Hegel, Marx, Nietzsche, Max Weber u.a.).

Die für die Vorlesung relevanten Texte werden in einem Reader zusammengestellt, der auf der E-Learning Plattform Blackboard zum Download bereit stehen wird.

Themenplan

Literatur               

PS 15031 Thomas Hobbes: "Leviathan" gegen "Behemoth"

Mi 14.00-16.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/A (Hörsaal A) 

In den Wirren der konfessionellen Bürgerkriege, die im 16. und 17. Jahrhundert in blutigen Wellen über Europa hinwegschwappten, begründete Thomas Hobbes aus Malmesbury im „Leviathan“ (1651) die klassische Staatstheorie, die zum Ausgangspunkt aller künftigen Staatstheorien wurde und das Politikdenken bis heute bestimmt. Hobbes untersuchte die Bedingungen und Formen, Regeln und Normen der „Staatswerdung“ der Gesellschaft im Kampf gegen die alten Feudalstände und gegen die kirchliche Gegenmacht („Reich der Finsternis“). Der Staat entsteht ihm zufolge durch einen „Vertrag“ oder „Bund“ (covenant) eines jeden mit jedem, in dem jeder einzelne seine gesamte Macht und Stärke auf einen Menschen oder eine Versammlung von Menschen überträgt und diese(n) autorisiert, ihn zu regieren. Im Seminar wird anhand ausgewählter Kapitel der Gedankengang des „Leviathan“ rekonstruiert. Dabei soll die Analyse des englischen Bürgerkrieges, die Hobbes im „Behemoth“ (1668) unternommen hat, mit einbezogen werden.

Literatur: Thomas Hobbes: Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines bürgerlichen und kirchlichen Staates. Dt. v. W. Euchner. Hgg. v. I. Fetscher. Frankfurt/M: Suhrkamp (stw 462); Ders.: Behemoth oder Das Lange Parlament. Dt. v. J. Lips. Hgg. und mit einem Essay v. H. Münkler. Frankfurt/M 1991 (Fischer-TB).

Themenplan

Literatur

II. Hauptstudium

HS 15201  Theorien der Macht und der Herrschaft 

Do 14.00-16.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/B (Hörsaal B)

Unter der Aureole von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" erweisen sich die modernen Gesellschaften, die sich als Verkörperung und Verwirklichung dieser Prinzipien verstehen, als konstituiert durch Macht- und Herrschaftsverhältnisse. Das Seminar beschäftigt sich mit den anspruchsvollsten theoretischen Bemühungen, Licht in den durch Macht und Herrschaft gestifteten Gewaltzusammenhang des gesellschaftlichen Lebens und seine Dialektik zu bringen. Mögliche Themen werden sein:

- die Dialektik von Herrschaft und Knechtschaft in Hegels "Phänomenologie des Geistes"

- die Ersetzung von personaler Herrschaft durch die Gewalt der stumm wirkenden Zwangsgesetze des Kapitals: Karl Marx

- Nietzsches Versuch, hinter der Herrschaft der Technik und der platonisch-christlichen "Sklavenmoral" den alten, vorsokratischen "Willen zur Macht" sichtbar zu machen und zu beleben

- Max Webers Herrschaftssoziologie als trockene Bestandsaufnahme der okzidentalen "Rationalisierung" (Kapitalisierung und Bürokratisierung)

- die Macht- und Herrschaftskritik der Kritischen Theorie der "Frankfurter Schule"

- Michel Foucaults Machttheorie und seine Sicht der modernen Gesellschaft als "Disziplinargesellschaft" und als "Kerkeruniversum"

- feministische Patriarchatskritik

- Perspektiven der Emanzipation, Chancen der Ersetzung von Herrschaft durch Solidarität heute

Themenplan

Literatur

C 15422 Colloquium Politische Ideengeschichte

Do 18.00-20.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/E (Seminarraum E)

Das Colloquium bietet Studierenden und Doktorand/innen die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten, Dissertationen und Forschungsprojekte aus dem Bereich der politischen Theorie und Ideengeschichte vorzustellen und zu diskutieren. Es kann auch als Forum genutzt werden, um Neuerscheinungen, die in den genannten Themenbereich fallen, gemeinsam zu erörtern.