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Lehre SoSe 2010

Sommersemester 2010

I. Grundstudium

V 15040 Politische Ideengeschichte

Mi 14.00-16.00 Uhr, Henry-Ford-Bau Garystr. 35, HFB/D

Die Vorlesung bietet einen Überblick zur Geschichte des politischen Denkens. Der Bogen spannt sich von der griechisch-römischen Antike über die jüdisch-christliche Tradition bis hin zu den großen Ordnungsentwürfen der Renaissance, der Reformation und Gegenreformation sowie der modernen Aufklärung und Gegenaufklärung. Den Auftakt bilden die Erfinder des Politischen: die alten Griechen der archaischen Zeit. Den Endpunkt markieren die großen politischen Kontroversen der Moderne: Liberalismus, Republikanismus, Demokratie, Konservatismus, Sozialismus usw.

Vorgestellt werden die bedeutendsten Klassiker des politischen Denkens: von den alten Griechen (Sophisten, Sokrates, Platon, Aristoteles, Stoa u.a.) über die Römer (Cicero u.a.) zu den christlichen Autoren der Spätantike (Paulus, Kirchenväter, Augustinus) und des Mittelalters (Thomas von Aquin, Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Wilhelm von Ockham u.a.) bis zu den Politiktheoretikern der Frühen Neuzeit (Machiavelli, Bodin, Hobbes, Locke u.a.) und der Moderne (Montesquieu, Rousseau, Kant, Fichte, Hegel, Marx, Nietzsche, Max Weber u.a.).

Die Vorlesung wird begleitet von Tutorien, in denen einige Basistexte der genannten Klassiker besprochen werden. Die Texte werden in einem Reader zusammengestellt, der zu Semesterbeginn im Kopierladen in der Brümmerstr. zur Verfügung gestellt wird.

Themenplan

Literatur zur Vorlesung

Liste der Tutorien zur Vorlesung

PS 15045 Theorien der Macht und der Herrschaft

Fr 12.00-14.00 Uhr, Ihnestr. 21, 21/A

Unter der Aureole von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" erweisen sich die modernen Gesellschaften, die sich als Verkörperung und Verwirklichung dieser Prinzipien verstehen, als konstituiert durch Macht- und Herrschaftsverhältnisse. Das Seminar beschäftigt sich mit den anspruchsvollsten theoretischen Bemühungen, Licht in den durch Macht und Herrschaft gestifteten Gewaltzusammenhang des gesellschaftlichen Lebens und seine Dialektik zu bringen.

Mögliche Themen werden sein:
- die Dialektik von Herrschaft und Knechtschaft in Hegels "Phänomenologie des Geistes"
- die Ersetzung von personaler Herrschaft durch die Gewalt der stumm wirkenden Zwangsgesetze des Kapitals: Karl Marx
- Nietzsches Versuch, hinter der Herrschaft der Technik und der platonisch-christlichen "Sklavenmoral" den alten, vorsokratischen "Willen zur Macht" sichtbar zu machen und zu beleben
- Max Webers Herrschaftssoziologie als trockene Bestandsaufnahme der okzidentalen "Rationalisierung" (Kapitalisierung und Bürokratisierung)
- die Macht- und Herrschaftskritik der Kritischen Theorie der "Frankfurter Schule"
- Michel Foucaults Machttheorie und seine Sicht der modernen Gesellschaft als "Disziplinargesellschaft" und als "Kerkeruniversum"
- feministische Patriarchatskritik
- Perspektiven der Emanzipation, Chancen der Ersetzung von Herrschaft durch Solidarität heute.

Themenplan

Literatur zum Seminar

PS 15048 Das Politische und die Psychoanalyse

Mo 18.00-20.00 Uhr, Ihnestr. 22, 22/UG 1

Das Seminar wird von dem Studierenden Andreas Lotz mitbetreut

Wozu Psychoanalyse? Was fördert sie zu Tage als eine kritische Theorie der Gesellschaft? Ausgehend von diesen Fragen sollen Sigmund Freuds Kultur- und Sozialtheorie unter die Lupe genommen und psychoanalytische Kriegstheorien erörtert werden. Schließlich soll ein Einblick in die Psychoanalyse Jacques Lacans gewährt werden.

Zur Einstimmung: Žižek, Slavoj 2006: Freud lives!, in: London Review of Books, Vol. 28, No.10.
(Online: http://www.lrb.co.uk/v28/n10/slavoj-zizek/freud-lives )
Zur Einführung: Gay, Peter 2006: Freud: eine Biographie für unsere Zeit. Frankfurt am Main.
Lear, Jonathan 2005: Freud. New York et al.
Homer, Sean 2005: Jacques Lacan. London et al.

II. Hauptstudium

HS 15209 Martin Luther und die Reformation

Di 16.00-18.00 Uhr, Ihnestr. 21, 21/B

Die von Martin Luther (1483-1546) ausgelöste Reformation bildet eine entscheidende Zäsur in der europäischen Geschichte. Durch sie wurde die Idee der Einheitswelt des orbis christianus, die Hoffnung auf ein weltumspannendes christliches Reich, die das mittelalterliche Denken der Christen beherrscht und geleitet hatte, zu Grabe getragen. Folge der Reformation war die Spaltung der christlichen Kirche. Der Protestantismus trennte sich vom Katholizismus und entwickelte neue Formen der Kirchenverwaltung, des Glaubens und der Liturgie. Im Seminar werden die wichtigsten (politischen) Schriften Luthers besprochen und mit Texten der anderen Reformatoren sowie der Humanisten verglichen. Zugleich wird die Entwicklung der Reformation verfolgt.

Themenplan

Literatur zum Seminar

HS 15210 Kritische Theorie der Gesellschaft: Horkheimer, Adorno, Marcuse, Habermas

Do 16.00-18.00 Uhr, Ihnestr. 21, 21/B

Das Seminar befaßt sich mit der von Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse und Jürgen Habermas konzipierten kritischen Gesellschaftstheorie. Durch Aktualisierung und Weiterbildung der Tradition des kritischen Denkens, die von Kant und Fichte über Hegel und Marx zu Nietzsche und Freud geführt hatte, versuchte die Frankfurter Schule eine kritische Bestandsaufnahme der Lebensbedingungen im "Spätkapitalismus", die zugleich das Projekt der Aufklärung, d.h. den "Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit" (Kant), vorantreiben sollte. Das Augenmerk richtete sich vor allem auf die Hindernisse, die der freien Entfaltung der Menschen, ihrer Entwicklung zu selbstbewußten und mündigen Individuen im Wege stehen. Zu untersuchen waren die institutionalisierten Macht- und Zwangsverhältnisse, die den Emanzipationsprozeß blockierten, die daher analytisch zu durchdringen waren, um ihre praktische Überwindung zu ermöglichen. Im Seminar sollen die wichtigsten Ansätze rekonstruiert und auf ihre Brauchbarkeit für die heutige Theorie und Praxis geprüft werden. Dabei werden die Gemeinsamkeiten wie auch die Differenzen zwischen den einzelnen Kritischen Theoretikern herausgearbeitet.

Literatur wird zu Beginn des Semesters angegeben. Zur Einstimmung wird die Lektüre einzelner Schriften von Horkheimer, Adorno, Marcuse und Habermas empfohlen.

Themenplan

Literatur zum Seminar