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Archiv WiSe11_12

Wintersemester 2011/12

I. Grundstudium

V 15040 Politische Ideengeschichte

Mi 14.00-16.00 Uhr, Henry-Ford-Bau, Garystr. 35, HFB/A

Die Vorlesung bietet einen Überblick zur Geschichte des politischen Denkens. Der Bogen spannt sich von der griechisch-römischen Antike über die jüdisch-christliche Tradition bis hin zu den großen Ordnungsentwürfen der Renaissance, der Reformation und Gegenreformation sowie der modernen Aufklärung und Gegenaufklärung. Den Auftakt bilden die Erfinder des Politischen: die alten Griechen der archaischen Zeit. Den Endpunkt markieren die großen politischen Kontroversen der Moderne: Liberalismus, Republikanismus, Demokratie, Konservatismus, Sozialismus usw.

Vorgestellt werden die bedeutendsten Klassiker des politischen Denkens: von den alten Griechen (Sophisten, Sokrates, Platon, Aristoteles, Stoa u.a.) über die Römer (Cicero u.a.) zu den christlichen Autoren der Spätantike (Paulus, Kirchenväter, Augustinus) und des Mittelalters (Thomas von Aquin, Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Wilhelm von Ockham u.a.) bis zu den Politiktheoretikern der Frühen Neuzeit (Machiavelli, Bodin, Hobbes, Locke u.a.) und der Moderne (Montesquieu, Rousseau, Kant, Fichte, Hegel, Marx, Nietzsche, Max Weber u.a.).

Die Vorlesung wird begleitet von autonomen Begleitseminaren, in denen einige Basistexte der genannten Klassiker besprochen werden. Die Texte werden in einem Reader zusammengestellt, der zu Semesterbeginn im Kopierladen in der Brümmerstr. zur Verfügung gestellt wird.

Themenplan

PS 15056 Die politische Theorie von Jürgen Habermas

Fr 12.00-14.00 Uhr, Ihnestr. 21, 21/B

Seit dem Erscheinen seines ersten Hauptwerkes über den Strukturwandel der Öffentlichkeit (1962) hat Jürgen Habermas ein beachtliches sozialphilosophisches Werk produziert, das in der Theorie des kommunikativen Handelns (2 Bde., Frankfurt/M 1981) seinen ersten Höhepunkt und in späteren Rechts- und moralphilosophischen Werken (Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/M 1991;Faktizität und Geltung. Frankfurt/M 1992) seine Fortführung fand. Das Seminar möchte einführen in die kritische Theorie von Habermas und durch Rezeption seiner früheren und späteren Arbeiten einen Zugang bahnen zur Theorie des kommunikativen Handelns. Ferner werden seine demokratietheoretischen Arbeiten und seine jüngeren Gegenwartsdiagnosen erörtert. Folgende Themen werden dabei im Zentrum stehen:

  • Erkenntnis und Interesse
  • Theorie und Praxis der Emanzipation
  • Handlungs- und Rationalitätsbegriff
  • System und Lebenswelt
  • Dialektik der Rationalisierung
  • Rechtsstaat und Demokratie
  • Die Krise des Wohlfahrtsstaates und die Erschöpfung utopischer Energien
  • Öffentlichkeit und deliberative Politik
  • Die postnationale Konstellation
Literatur wird zu Beginndes Semesters angegeben. Zur Einführung: J. Habermas: Einige Schwierigkeiten beim Versuch, Theorie und Praxis zu vermitteln. Einleitung zur Neuausgabe. In ders.: Theorie und Praxis. Frankfurt/M 1971, 9-47; Thomas McCarthy: Kritik der Verständigungsverhältnisse. Zur Theorie von Jürgen Habermas (1978). Frankfurt/M 1980; Klaus Roth: Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas. In: Peter Massing (Hg.): Gesellschaft neu verstehen. Aktuelle Gesellschaftstheorien und Zeitdiagnosen. Schwalbach/ Ts. 1997, 24-54.

Themenplan

Literatur

PS 15041 Soziale Praktiken, politische Ideen und die Aristoteles-Rezeption im Mittelalter

Di 10.00-12.00 Uhr, Garystr. 55, SR B

Das Seminar wird von den Studierenden Sebastian Gaidus und Nick Krachler mitbetreut.

Das Mittelalter galt lange als "dunkle Zeit" und wurde dementsprechend auch von der Ideengeschichte vernachlässigt. In diesem Seminar soll dagegen gezeigt werden, dass es auch in diesem Zeitraum interessante Entwürfe und Ideen gab. Hierbei legen wir den Schwerpunkt auf die Aristoteles-Rezeption, die einen bedeutenden Wandel im politischen Denken veranlasste. Da Ideen nicht im luftleeren Raum entstehen, wird im ersten Teil des Seminars der historische Hintergrund (Produktionsweise, Geschlechterverhältnisse, Rituale etc.) behandelt.

Themenplan

II. Hauptstudium

K-HS 15205 Hauptströmungen des Marxismus

Di 16.00-18.00 Uhr, Garystr. 55, Hs A

Der Sammelbegriff „Marxismus“ bezeichnet eine heterogene und in sich widersprüchliche Vielfalt theoretischer Ansätze und darauf gegründeter politischer Positionen. Wir wollen im Seminar die bedeutendsten Strömungen rekonstruieren und auf ihre theoretische und praktische Relevanz für die Gegenwart befragen: „Westlicher Marxismus“ vs. Marxismus-Leninismus, Revisionismus, Hegelmarxismus, A. Gramsci, Kritische Theorie, strukturalistischer Marxismus etc.

Themenplan

C 15445 Colloquium Politische Theorie und Ideengeschichte

Do 16.00-18.00 Uhr, Ihnestr. 21, 21/E

zusammen mit Philipp Mattern und Dennis Wutzke

Das Forschungscolloquium richtet sich an Promovierende, ExamenskandidatInnen und Studierende im höheren Semester, die sich im weitesten Sinne „kritisch“ mit Gesellschaftstheorie und politischer Ideengeschichte auseinandersetzen. Im Mittelpunkt soll die gemeinsame Diskussion eigener Forschungsvorhaben mit theoretischen, sozialphilosophischen und ideengeschichtlichen Fragestellungen stehen. Jede und jeder sollte bereit sein, ein eigenes Projekt oder eine eigene Arbeitsidee zur Diskussion zu stellen. Es ist unerheblich, in welcher Phase sich die jeweiligen Arbeiten befinden, in der frühen Themenfindung oder beim „letzten Schliff“.

Parallel zu den Projektvorstellungen entwickeln wir in der Lektüre neuerer und klassischer Texte, z.B. der »Frankfurter Schule«, einen gemeinsamen begrifflichen Horizont und verschaffen uns einen Überblick über heutige Debatten und sich wandelnde akademische Perspektiven, um so die aktuellen Probleme kritischer Theorie zu erkunden. Den roten Faden des Colloquiums bildet die Frage, ob und auf welche Weise kritische Theorie zur Deutung der politischen Gegenwart beitragen kann.

Interessierte werden gebeten, eine kurze Mail mit Namen und eigenem Thema bzw. Interessenschwerpunkt zu schicken an: colloq-kritische-theorie@gmx.de