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Lehre_WiSe_2015_16

Wintersemester 2015/2016

I. Grundstudium

V 15030 Politische Ideengeschichte 

Fr 12.00-14.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/A (Hörsaal A)

Die Vorlesung bietet einen Überblick zur Geschichte des politischen Denkens. Der Bogen spannt sich von der griechisch-römischen Antike über die jüdisch-christliche Tradition bis hin zu den großen Ordnungsentwürfen der Renaissance, der Reformation und Gegenreformation sowie der modernen Aufklärung und Gegenaufklärung. Den Auftakt bilden die Erfinder des Politischen: die alten Griechen der archaischen Zeit. Den Endpunkt markieren die großen politischen Kontroversen der Moderne: Liberalismus, Republikanismus, Demokratie, Konservatismus, Sozialismus usw.

Vorgestellt werden die bedeutendsten Klassiker des politischen Denkens: von den alten Griechen (Sophisten, Sokrates, Platon, Aristoteles, Stoa u.a.) über die Römer (Cicero u.a.) zu den christlichen Autoren der Spätantike (Paulus, Kirchenväter, Augustinus) und des Mittelalters (Thomas von Aquin, Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Wilhelm von Ockham u.a.) bis zu den Politiktheoretikern der Frühen Neuzeit (Machiavelli, Bodin, Hobbes, Locke u.a.) und der Moderne (Montesquieu, Rousseau, Kant, Fichte, Hegel, Marx, Nietzsche, Max Weber u.a.).

Die für die Vorlesung relevanten Texte werden in einem Reader zusammengestellt, der auf der E-Learning Plattform Blackboard zum Download bereit stehen wird.

Themenplan

Literatur               

PS 15031 Die Entstehung des souveränen Staates

Mi 14.00-16.00 Uhr, Ihnestraße 22, Seminarraum UG 4

Das europäische Politikdenken der Neuzeit kreiste - im Unterschied zu dem der Antike, des Mittelalters und der außereuropäischen Kulturen - um den Begriff des Staates. Die Idee des nach innen wie außen souveränen, aus ständischer Herrschaft und geistlicher Bevormundung emanzipierten, durch Bürokratie und stehendes Heer institutionell konsolidierten Staates, der auf einem fest umgrenzten Territorium das "Monopol legitimen physischen Zwanges" bzw. der "Gewaltsamkeit" (Max Weber) innehat, mit Hilfe von Polizei und Verwaltung den inner-staatlichen Frieden sichert und seine Beziehungen zu anderen Staaten in Krieg und Frieden rechtlich regelt, ohne eine übergeordnete Entscheidungs- und Befehlsinstanz zu akzeptieren - diese Vorstellung gab der neuzeitlichen Theorie und Praxis der Politik in Europa Orientierung und Halt und stimulierte selbst noch jene Konzeptionen und Ordnungsentwürfe, die sich kri-tisch gegen diese Form der Menschenaggregation und der politischen Herrschaft verhielten. Im Seminar werden die wichtigsten theoretischen Begründungen seit dem hohen und späten Mittelalter bis hin zu G. W. F. Hegel besprochen.

Themenplan 

II. Hauptstudium

HS 15201 Martin Luther und die Reformation 

Di 14.00-16.00 Uhr, Garystraße 55, Seminarraum 121

2017 jähren sich die 95 Thesen Martin Luthers (1483-1546) zum 500 mal. Die von ihnen ausgelöste Reformation bildet eine entscheidende Zäsur in der europäischen Geschichte. Durch sie wurde die Idee der Einheitswelt des orbis christianus, die Hoffnung auf ein weltumspannendes christliches Reich, die das mittelalterliche Denken der Christen beherrscht und geleitet hatte, zu Grabe getragen. Folge der Reformation war die Spaltung der christlichen Kirche. Der Protestantismus trennte sich vom Katholizismus und entwickelte neue Formen der Kirchenverwaltung, des Glaubens und der Liturgie. Im Seminar werden die wichtigsten (politischen) Schriften Luthers besprochen und mit Texten der anderen Reformatoren sowie der Humanisten verglichen. Zugleich wird die Entwicklung der Reformation verfolgt.

Themenplan

Literatur

HS 15320 Politische Theorie bei Jürgen Habermas

Do 14.00-16.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/B (Hörsaal B)

Seit dem Erscheinen seines ersten Hauptwerkes über den Strukturwandel der Öffentlichkeit (1962) hat Jürgen Habermas ein beachtliches sozialphilosophisches Werk produziert, das in der Theorie des kommunikativen Handelns (2 Bde., Frankfurt/M 1981) seinen ersten Höhepunkt und in späteren Rechts- und moralphilosophischen Werken (Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/M 1991; Faktizität und Geltung. Frankfurt/M 1992) seine Fortfüh-rung fand. Das Seminar möchte einführen in die kritische Theorie von Habermas und durch Rezeption seiner früheren und späteren Arbeiten einen Zugang bahnen zur Theorie des kommunikativen Handelns. Ferner werden seine demokratietheoretischen Arbeiten und seine jüngeren Gegenwartsdiagnosen erörtert. Folgende Themen werden dabei im Zentrum stehen: - Erkenntnis und Interesse - Theorie und Praxis der Emanzipation - Handlungs- und Rationalitätsbegriff - System und Lebenswelt - Dialektik der Rationalisierung - Rechtsstaat und Demokratie - Die Krise des Wohlfahrtsstaates und die Erschöpfung utopischer Energien - Öffentlichkeit und deliberative Politik - Die postnationale Konstellation Literatur wird zu Beginn des Semesters angegeben. Zur Einführung: J. Habermas: Einige Schwierigkeiten beim Versuch, Theorie und Praxis zu vermitteln. Einleitung zur Neuaus-gabe. In ders.: Theorie und Praxis. Frankfurt/M 1971, 9-47; Thomas McCarthy: Kritik der Verständigungsverhältnisse. Zur Theorie von Jürgen Habermas (1978). Frankfurt/M 1980; Klaus Roth: Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas. In: Peter Massing (Hg.): Gesellschaft neu verstehen. Aktuelle Gesellschaftstheorien und Zeitdiagno-sen. Schwalbach/ Ts. 1997, 24-54.

Themenplan 

Literatur

C 15426 Colloquium Ideengeschichte

Do 18.00-20.00 Uhr, Ihnestr. 22, Seminarraum UG 1

Das Colloquium bietet Studierenden und Doktorand/innen die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten, Dissertationen und Forschungsprojekte aus dem Bereich der politischen Theorie und Ideengeschichte vorzustellen und zu diskutieren. Es kann auch als Forum genutzt werden, um Neuerscheinungen, die in den genannten Themenbereich fallen, gemeinsam zu erörtern.