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Working Paper Nr. 2

Abstract

Das vorliegende Research Paper beschäftigt sich mit der Frage nach der akzeptabelsten Konzeption einer Metrik und Verteilungsregel für die gerechtigkeitstheoretische Inklusion von Menschen mit physischen und geistig-psychischen Einschränkungen auf der Grundlage eines angemessenen wissenschaftlichen Modells von Behinderung. Es wird argumentiert, dass ein Modell mit interaktionistischen Grundzügen, das die konstitutive Rolle sowohl individueller Zustände (‚Schädigungen‘) als auch befähigender und behindernder Kontexte betont, das komplexe Phänomen Behinderung am besten widerspiegelt. Ausgehend von einer Kritik an John Rawls Ansatz „Gerechtigkeit als Fairness“, den ‚glücksegalitaristischen Positionen‘ von Ronald Dworkin und Richard Arneson und den Capability-Ansätzen von Amartya Sen und Martha Nussbaum wird konstatiert, dass eine normativ sparsame Variante der Capability-Metrik mit einer Suffizienzregel der Verteilung – wie sie Elizabeth Andersons Ansatz „Demokratischer Gleichheit“ darstellt – die momentan akzeptabelste Grundlage für die gerechtigkeitstheoretische Berücksichtigung von Behinderung darstellt.

Autorenangabe

Valentin Dyckerhoff hat in Edinburgh und Berlin Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt politische Philosophie und Theorie studiert, sich dabei neben der Materie Behinderung u.a. mit den Themen Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechte und Klimawandel beschäftigt und sein Studium im Januar 2013 als Diplom-Politologe abgeschlossen.