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Lehre

Lehre Sommersemester 2018

I. Grundstudium

V 15030 Politische Ideengeschichte 

Fr 12.00-14.00 Uhr, Henry-Ford-Bau, Garystraße 35-37, HFB/A (Hörsaal A)

Die Vorlesung bietet einen Überblick zur Geschichte des politischen Denkens. Der Bogen spannt sich von der griechisch-römischen Antike über die jüdisch-christliche Tradition bis hin zu den großen Ordnungsentwürfen der Renaissance, der Reformation und Gegenreformation sowie der modernen Aufklärung und Gegenaufklärung. Den Auftakt bilden die Erfinder des Politischen: die alten Griechen der archaischen Zeit. Den Endpunkt markieren die großen politischen Kontroversen der Moderne: Liberalismus, Republikanismus, Demokratie, Konservatismus, Sozialismus usw.

Vorgestellt werden die bedeutendsten Klassiker des politischen Denkens: von den alten Griechen (Sophisten, Sokrates, Platon, Aristoteles, Stoa u.a.) über die Römer (Cicero u.a.) zu den christlichen Autoren der Spätantike (Paulus, Kirchenväter, Augustinus) und des Mittelalters (Thomas von Aquin, Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Wilhelm von Ockham u.a.) bis zu den Politiktheoretikern der Frühen Neuzeit (Machiavelli, Bodin, Hobbes, Locke u.a.) und der Moderne (Montesquieu, Rousseau, Kant, Fichte, Hegel, Marx, Nietzsche, Max Weber u.a.).

Die für die Vorlesung relevanten Texte werden in einem Reader zusammengestellt, der auf der E-Learning Plattform Blackboard zum Download bereit stehen wird.

Themenplan

Literatur               

PS 15212 Entstehung und Entwicklung des souveränen Staates

Mi 14.00-16.00 Uhr, Garystraße 55, 55/A (Hörsaal A)

Das europäische Politikdenken der Neuzeit kreiste – im Unterschied zu dem der Antike, des Mittelalters und der außereuropäischen Kulturen – um den Begriff des Staates. Die Idee des nach innen wie außen souveränen, aus ständischer Herrschaft und geistlicher Bevormundung emanzipierten, durch Bürokratie und stehendes Heer institutionell konsolidierten Staates, der auf einem fest umgrenzten Territorium das „Monopol legitimen physischen Zwanges“ bzw. der „Gewaltsamkeit“ (Max Weber) innehat, mit Hilfe von Polizei und Verwaltung den inner­staatlichen Frieden sichert und seine Beziehungen zu anderen Staaten in Krieg und Frieden rechtlich regelt, ohne eine übergeordnete Entscheidungs- und Befehlsinstanz zu akzeptieren – diese Vorstellung gab der neuzeitlichen Theorie und Praxis der Politik in Europa Orientierung und Halt und stimulierte selbst noch jene Konzeptionen und Ordnungsentwürfe, die sich kri­tisch gegen diese Form der Menschenaggregation und der politischen Herrschaft verhielten. Im Seminar werden die wichtigsten theoretischen Begründungen seit dem hohen und späten Mittelalter bis hin zu G. W. F. Hegel besprochen.

Themenplan

II. Hauptstudium

S 15321 Carl Schmitt und die "Konservative Revolution" in der Weimarer Republik

Do 14.00-16.00 Uhr, Ihnestraße 21, 21/B (Hörsaal B)

An Carl Schmitt (1888-1985) scheiden sich noch immer die Geister. Für die einen gilt er als Klassiker der Staatsrechtslehre, gar als „jüngster Klassiker des politischen Denkens“. Den anderen erscheint er als Antiliberaler und Antidemokrat, der zwar in seinem Streben, „Kronjurist des Dritten Reiches“ zu werden, gescheitert, da von den Nationalsozialisten zurückgewiesen worden ist, der aber als Kritiker der Weimarer Republik und als „Apokalyptiker der Gegenrevolution“ zum „Wegbereiter des Faschismus“ geworden ist. Schmitt war Teil der sog. „Konservativen Revolution“ in der Weimarer Republik, einer Intellektuellenbewegung zwischen dem Konservatismus und dem Nationalsozialismus, die eine Alternative zu beiden zu begründen und zu verwirklichen suchte (Arthur Moeller van den Bruck, Ernst Jünger, Gottfried Benn, Hans Freyer, Hans Zehrer, Martin Heidegger u. a.). Im Seminar sollen vor dem Hintergrund der Entwicklung der ersten deutschen Demokratie die unterschiedlichen, z. T. gegensätzlichen theoretischen und politischen Konzeptionen untersucht und auf ihre Stringenz und Konsistenz hin geprüft werden. Dabei wird uns nicht nur interessieren, welche theoretischen Vorstellungen und Optionen die Theoretiker der deutschen Rechten hervorgebracht haben, sondern auch die Frage, wie sie ihre politischen Zielvorstellungen praktisch verwirklichen wollten. Wie sollte der Staat aussehen, den die konservativen Revolutionäre erstrebten? Welche gesellschaftlichen und politischen Kräfte, welche Personen und Parteien sollten diesen Staat realisieren? Haben die Gedanken dieser Bewegung Eingang in die Herrschaftspraxis gefunden? Handelt es sich bei ihr nur um einen Katalysator des Nationalsozialismus ohne eigene Massenbasis? Ist das Projekt der „konservativen Revolution“ letztendlich im Nationalsozialismus aufgegangen?

Literatur: Stefan Breuer: Anatomie der Konservativen Revolution. Darmstadt 1993; Eber­hard Kolb: Die Weimarer Republik. München, Wien 19882; Armin Mohler: Die Konser­vative Revolution in Deutschland 1918-1932. 2 Bde. 19893; Herfried Münkler: Die poli­tischen Ideen der Weimarer Republik. In: I. Fetscher/H. Münkler (Hg.): Pipers Handbuch der politischen Ideen. Bd. 5., München, Zürich 1987, S. 283-318

Themenplan

Literatur