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Perspektiven der Politisierung im Formwandel der Demokratie

  • Prof. Winfried Thaa & Prof. Christian Volk

Das Projekt wird aktuelle Theorien zur (Re)Politisierung der Demokratie vergleichend darstellen, ideengeschichtlich einordnen und nach empirischen wie normativen Kriterien beurteilen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Erkenntnisinteressen: Erstens soll geklärt werden, wie diese Theorien die für demokratische Regierungsformen konstitutiven Spannungsbeziehungen zwischen Konflikt und Konsens, Identität und Andersheit, Partizipation und Repräsentation sowie institutioneller Stabilität und Spontaneität des Handelns konzeptualisieren. Zweitens sollen die Perspektiven, welche die untersuchten Theorien vor dem Hintergrund des derzeitigen Formwandels der Demokratie für eine Rückgewinnung von politischer Kontingenz und demokratischer Gleichheit entfalten, kritisch diskutiert und hinsichtlich ihrer Anschlussfähigkeit an gesellschaftliche Praktiken und bestehende politische Institutionen beurteilt werden.

Die Diskussion zu Entpolitisierungstendenzen zeitgenössischer demokratischer Ordnungen und den Perspektiven ihrer (Re-)Politisierung ist ebenso breit wie heterogen. Das Vorhaben konzentriert sich auf solche Theorien, die am doppelten normativen Anspruch der Demokratie festhalten: Demokratische Politik solle sowohl eine reflexive Gestaltung gesellschaftlicher Lebensverhältnisse ermöglichen, als auch den einzelnen Bürgern gleiche Chancen der Einflussnahme auf den Prozess der politischen Entscheidungsfindung bieten. Wir identifizieren in der Zentralität des Konfliktbegriffs eine übergreifende Gemeinsamkeit dieser Theorien und gehen davon aus, dass sich ihr unterschiedlicher gegenwartsanalytischer Ertrag ebenso wie ihre gegensätzlichen politischen Perspektiven aus der jeweiligen Bestimmung des politischen Konflikts und seiner Bedeutung für die Demokratie erschließen lässt.

Hier geht es zum Tagungsprogramm und zum Tagungsbericht.

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