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Aktuelle Lehrveranstaltungen von Mitarbeiter/innen des Arbeitsbereichs

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2026

15040 Vorlesung
Theorien, Ideengeschichte und Grundlagen der Politik

Prof. Dr. Sebastian Huhnholz

Zeit: Montag, 14-16 Uhr (Erster Termin 13.04.2026)
Ort: Garystr. 35-37, HFB, Hörsaal D

Die Vorlesung vermittelt Grundwissen über systematische Fragestellungen, zentrale Begriffe, Theorie- und problemorientierte Lösungsansätze sowie geistes- und sozialgeschichtliche Kontexte ausgesuchter Klassikerinnen und Klassiker des politischen Denkens von der ‚westlichen‘ Antike bis zur Moderne. Die Studierenden werden angeleitet, sich erste Kenntnisse über politiktheoretische Positionen aus verschiedenen historischen Epochen und über systematische Fragestellungen sowie zentrale Ansätze mithilfe (ggf. übersetzter) Primärquellen und erläuternder Einführungstexte zu erarbeiten. Die Vorlesung vermittelt ein kritisches Verständnis der epistemischen Voraussetzungen von Politik und der gemeinsamen („propädeutischen“) Grundlagen der Politologie in Abgrenzung zu geistes-, anderen gesellschafts- und auch zu kulturwissenschaftlichen Fächern. Die Vorlesung ist historisch-chronologisch und Klassiker/innen-fokussiert angelegt.

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15041 Proseminar
Die „Steuer“ als politisch-historischer Grundbegriff, Rechtsbegriff und ökonomische Idee

Prof. Dr. Sebastian Huhnholz

Zeit: Dienstag, 8-10 Uhr (Erster Termin 14.04.2026)
Ort: Ihnestr. 21, Seminarraum E

Genauso wie der Alltagssprache ist auch dem Gros der politikwissenschaftlichen Gegenwartsforschung das Wissen darum weithin abhanden gekommen, dass „Steuern“ mehr sind als irgendwelche ökonomischen Beiträge zur finanziellen Ausstattung politischer Gemeinwesen im Allgemeinen. Die Steuer ist vielmehr eine besondere ökonomische Idee und rechtliche Form zur materiellen Reproduktion von politischen Herrschaftsverbänden in kapitalistisch integrierten Gesellschaften. Sie ist eine geldliche, marktgebundene, privateigentumsschonende allgemeinverbindliche Zwangsabgabe ohne besonderen Gegenleistungsanspruch. Förmlich konkurriert sie darum mit anderen Einnahmequellen: Arbeits- und Zwangsdiensten von Wehr- über Sklaven- bis Strafarbeit, ferner Gebühren, Solidarversicherungsabgaben, Spenden, Krediten usw. Politikökonomisch steht der „Steuerstaat“ daher im Kontrast zu feudalistischen, staatswirtschaftlichen, sozialistischen und extraktivistisch-rentierstaatlichen Regimen. Und staatstechnisch besehen letztlich ist der Aufstieg der Steuer zur Haupteinnahmequelle des neuzeitlichen Staates als Indikator und Faktor der modernen Wettbewerbswirtschafts-, demokratischen Finanz- und liberalistischen Gesellschaftsverfassung. Unser politiktheoretisch angelegtes Seminar geht der Entwicklungsgeschichte des modernen Steuerbegriffs nach und verwendet dafür Methoden des historischen Kontextualismus, der politisch-historischen Semantologie und der Analytischen Philosophie.

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15044 Proseminar
Lektüreseminar: Thomas Hobbes' Leviathan

Prof. Dr. Sebastian Huhnholz

Zeit: Dienstag, 12-14 Uhr (Erster Termin 14.04.2026)
Ort: Garystr. 55, Hörsaal A

Der politische Philosoph Thomas Hobbes hat viele Werke verfasst. Doch vor allem sein in verschiedenen Fassungen vorbereiteter und in zwei Sprachen unterschiedlich abgefasster, in vielen Passagen noch immer seltsam nahbar, ‚heutig‘ anmutender LEVIATHAN gilt der späteren Rezeption nicht nur als brillanter Startpunkt der neuzeitlichen Politischen Theorie und trotz ihres vordergründigen Absolutismus als ein ungeheuer vielfältiges Handbuch politischer Souveränitätslehre, sondern auch als eine wahre Begründungsschrift der bürgerlichen, individualistischen und rationalistischen, also: liberalistisch-kapitalistischen Gesellschaft sowie einer alsbald post-absolutistischen Herrschaftsordnung. Gründe genug also, sich einer genaueren Lektüre des die westliche Neuzeit vorstrukturierenden Buchs anzunehmen, die Bedeutung einzelner Kapitel im Kontext ihrer zeitgenössischen Referenzen zu dechiffrieren und anhand ‚erfolgreicher‘, weil bekannter, versus vergessener Inhalte nach Gründen der Durchsetzung des LEVIATHAN gegen seine kontraktualistischen und sonstigen Konkurrenzschriften zu suchen. 

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15431 Seminar        
Fiskalischer Konstitutionalismus – James M. Buchanan und die Genealogie der „Schuldenbremse“

Prof. Dr. Sebastian Huhnholz

Zeit: Dienstag, 16-18 Uhr (Erster Termin 14.04.2026)
Ort: Ihnestr. 21, Seminarraum F

Das Seminar untersucht theorie- und ideologiegeschichtliche Ursprünge sowie die gegenwärtigen verfassungspolitischen Ausformungen der Idee eines „fiskalischen Konstitutionalismus“. Dafür erschließen wir uns grundsätzlich einen speziellen kontraktualismustheoretischen Ansatz zur Begrenzung staatlicher Verschuldung, der ursprünglich zweierlei leisten sollte: Einerseits eine analytische Kritik ökonomischer Selbstüberforderungsgefahren der modernen Massen- und Parteidemokratie, die aus einem wahlkampfdynamischen Wechselspiel ‚rational‘ stimmenmaximierender Politiker/innen und ‚rational‘ nutzenmaximierender Wähler/innen entstehen können (‚Problem‘). Andererseits eine verfassungsrechtliche Limitierung der demokratischen Steuer- und Schuldenspielräume des je aktuellen Haushaltsgesetzgebers (‚Lösung‘). Im Zentrum steht das libertäre Werk von James M. Buchanan und der Public-Choice-Schule, die Staatsverschuldung als Ergebnis systematischer politischer Anreizprobleme moderner Demokratien interpretieren und die konstitutionelle Einrichtung fiskalischer Regeln als verfassungsrechtliche Selbstbindungen empfehlen. Das Seminar zeichnet die neoliberale Genealogie solcher „Schuldenbremsen“ von US-amerikanischen Debatten bis zur deutschen und europäischen Ausgestaltung nach und diskutiert ihre ökonomischen, demokratietheoretischen, sozialpolitischen und normativen Implikationen – insbesondere vor dem Hintergrund der derzeit doppelten Paradoxie, dass „Schuldenbremsen“ seriell zu mehr statt zu weniger Verschuldung führen und dass vermeintlich ausnahmsweise Mehrausgaben/-einnahmen umso rigidere Austeritätspolitiken und „Sachzwänge“ in den periodischen Normalhaushalten stimulieren. Die für die Zukunft der Demokratie zentrale Frage lautet daher, ob fiskalische Extramittel ökonomische Verteilungskämpfe intensivieren statt pazifizieren. 

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15546 Colloquium        
Political and Legal Theory

Prof. Dr. Sebastian Huhnholz und Dr. Cord Schmelzle

Zeit: Montag, 16-18 Uhr (Erster Termin 13.04.2026)
Ort: Ihnestr. 22, Hörsaal G

The colloquium is dedicated to presentations and discussions on ongoing research and qualification work by both external guests and doctoral candidates and students at the FU. To this end, the research areas “Political Theory and Philosophy” (represented by Cord Schmelzle) and “Political and Legal Theory” (represented by Sebastian Huhnholz) are cooperating. The series will be held in English and German (depending on the main speaker). You may write your thesis in German. Students may take the colloquium as a course for credits (course requirements will be discussed in the first sessions), but you may also participate without credits. All students are expected to attend all sessions, come prepared, and participate actively. In particular, it is necessary to attend the first sessions, during which we will finalize our program. To participate, please subscribe to the following TWO mailing lists by the official start of the semester at the latest: https://lists.fu-berlin.de/listinfo/kolloquium-ladwig and https://lists.fu-berlin.de/listinfo/ColloquiumPLT. General communication about the course and the distribution of working papers, etc., will be done via email (circulars).

Bei dem Kolloquium handelt es sich um das gemeinsame Kolloquium der Arbeitsbereiche Politische Theorie und Philosophie sowie Politische Theorie und Rechtstheorie. Im Rahmen des Kolloquiums werden Gastvorträge, Forschungsarbeiten aus den beteiligten Arbeitsbereichen sowie studentische Abschlussarbeiten diskutiert.

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15182 Hauptseminar
Politische Theorie der Areiterbewegung

Jenny Stupka

Zeit: Montag, 10-12 Uhr (Erster Termin: 13.04.2026)
Ort: Ihnestr. 22, UG 4

Dieses Seminar untersucht strategische Streitfragen in der Geschichte der – schwerpunktmäßig deutschsprachigen – Arbeiterbewegung und fragt nach den politiktheoretischen Grundannahmen, die die jeweiligen Positionen fundieren. Politische Theorie wird dabei als systematische Reflexion auf kollektive Handlungsfähigkeit, Konstitution und Organisation politischer Akteure und die Beschaffenheit und Transformation politischer Herrschaft verstanden. Wir widmen uns Kontroversen über Führung und Basis, Spontaneität und Organisation, Partei und Gewerkschaft, Räte und Parlamentarismus sowie über die Möglichkeit einer Einheitsfront gegen den deutschen Faschismus. Wir lesen zentrale Reden, programmatische Schriften und theoretische Interventionen von Karl Marx, Rosa Luxemburg, Wladimir Iljitsch Lenin, Alexandra Kollontai, Ferdinand Lassalle, Eduard Bernstein, Anton Pannekoek und weiteren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Hochphase der deutschsprachigen Arbeiterbewegung zwischen der Gründung sozialdemokratischer Arbeitervereine in den 1860er Jahren und der Machtübertragung an die NSDAP 1933. Ein besonderes Augenmerk gilt neben der Verschränkung von Strategie- und Theoriebildung den Spannungen zwischen Klassenpolitik, antikolonialen Befreiungskämpfen und Geschlechterfragen – Problemlagen, die bis heute politische Debatten prägen. 

Zur Einführung in den historischen Kontext der Seminarlektüren werden empfohlen:

- Wolfgang Abendroth (1976): Ein Leben in der Arbeiterbewegung. Gespräche, aufgezeichnet und herausgegeben von B. Dietrich und J.Perels, Suhrkamp.

- Ralf Hoffrogge (2017): Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland und Österreich. Von den Anfängen bis 1914, Schmetterling.  

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