Prof. Dr. Sebastian Huhnholz

Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft
Arbeitsbereich Politische Theorie und Rechtstheorie
Gastprofessor
Ihnestr. 22
Raum 224
14195 Berlin
Sprechstunde
Die Sprechstunde findet während der Vorlesungszeit jeden Montag zwischen 12:45 und 13:45 Uhr im Raum 224 (Ihnestr. 22) statt. Bitte melden Sie sich spätestens in der Vorwoche über dieses Buchungsportal an https://terminplaner6.dfn.de/de/b/ab9c1a7774a156fefb3b533f72a6acb5-1421972.
Bitte schreiben Sie hinter Ihren Namen als Stichwort Ihr Anliegen (z.B. [Ihr Vorname und Nachname] – Hausarbeit). Bei Besprechungen von Abschlussarbeiten sichern Sie sich gerne zwei Termine (à 10 Minuten), für Referate u.ä. genügt ein Slot.
Zur Hausarbeitsvorbesprechung bringen Sie bitte einen Vorschlag für ein Thema und Fragstellung sowie erste Ideen zur Gliederung und Literatur mit in die Sprechstunde.
Für Abschlussarbeiten senden Sie bitte bis spätestens zwei Werktage vorab (d.h. spätestens Donnerstag) ein kurzes Exposé (2-3 Seiten) mit Gliederungsvorschlag und Literatur an (Frau) Annika Fränken unter annika.fraenken[at]fu-berlin.de.
Zusagen für Begutachtungen und Empfehlungsschreiben werden nur nach einem persönlichen Gespräch erteilt. Dazu melden Sie sich bitte rechtzeitig im Vorfeld für die Sprechstunde an.
Sebastian Huhnholz ist seit dem Wintersemester 2025/26 Gastprofessor für Politische Theorie und Rechtstheorie. Er ist u.a. Privatdozent an der LMU München (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft), Mitglied der Jungen Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (Geisteswissenschaftliche Klasse), seit 2025 Gastwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung in der Forschungsgruppe „Monetäre Souveränität“ und gewähltes Mitglied der Ethik-Kommission der DVPW.
Sebastian Huhnholz hat Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin studiert, arbeitete dort am Sonderforschungsbereich 644 „Transformationen der Antike“, war 2011 bis 2017 wissenschaftl. Assistent und Akad. Rat am Lehrstuhl Politische Theorie der LMU München und zwischen 2017 und 2025 Akad. Rat an der Leibniz-Universität Hannover (LUH), wo er zwischen 2020 und 2022 den Arbeitsbereich Politische Ideengeschichte und Theorien der Politik kommissarisch leitete. 2022 bis 2024 vertrat er die Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
Forschungsforschungsschwerpunkte liegen im Bereich Politischer Theorien internationaler und imperialer Beziehungen, überdies bei politiktheoretischen Methoden, insbesondere der historischen Semantologie politisch-sozialer Grundbegriffe sowie der Ideen-, Intellektuellen- und Theoriegeschichte demokratischer Staatsfinanzierung mit gelegentlichen Schwerpunkten bei einzelnen Klassiker/innen und deren politischer Wirkung. Für seine Masterarbeit über raumordnungspolitische Ideologien des Dschihadismus erhielt er einen Humboldt-Preis der HU Berlin, für die Dissertation über US-amerikanische Imperiumsdiskurse einen Preis der Bayerischen Amerika-Akademie. Mit Eva Marlene Hausteiner ist er Herausgeber der Schriftenreihe „Ordnungen globaler Macht“, mit Rüdiger Voigt u.a. Herausgeber der Schriftenreihe „Staatsverständnisse“.
In seinen aktuellen Forschungsprojekten befasst sich Sebastian Huhnholz mit dem Fiskalherrschaftsdenken Max Webers, mit vergleichender Finanzverfassungspolitologie und mit nichtfiskalischen Anlässen und Zielen von Steuerreformen.
Link zur Homepage des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Link zur Schriftenübersicht und Schriftproben auf Academia.edu
Wichtige Tipps zur Erstellung von Seminar- und Abschlussarbeiten
Hinweise zur Erstellung von Seminar- und von Abschlussarbeiten finden Sie hier.
Hinweise zur Erstellung eines Exposés finden Sie hier.
Die aktuelle Version der Eigenständigkeitserklärung des OSI finden Sie hier auf den Seiten des Prüfungsausschusses.
Lehrveranstaltungen im Sommersemester 202615040 Vorlesung
Theorien, Ideengeschichte und Grundlagen der Politik
Zeit: Montag, 14-16 Uhr (Erster Termin 13.04.2026)
Ort: Garystr. 35-37, HFB, Hörsaal D
Die Vorlesung vermittelt Grundwissen über systematische Fragestellungen, zentrale Begriffe, Theorie- und problemorientierte Lösungsansätze sowie geistes- und sozialgeschichtliche Kontexte ausgesuchter Klassikerinnen und Klassiker des politischen Denkens von der ‚westlichen‘ Antike bis zur Moderne. Die Studierenden werden angeleitet, sich erste Kenntnisse über politiktheoretische Positionen aus verschiedenen historischen Epochen und über systematische Fragestellungen sowie zentrale Ansätze mithilfe (ggf. übersetzter) Primärquellen und erläuternder Einführungstexte zu erarbeiten. Die Vorlesung vermittelt ein kritisches Verständnis der epistemischen Voraussetzungen von Politik und der gemeinsamen („propädeutischen“) Grundlagen der Politologie in Abgrenzung zu geistes-, anderen gesellschafts- und auch zu kulturwissenschaftlichen Fächern. Die Vorlesung ist historisch-chronologisch und Klassiker/innen-fokussiert angelegt.
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15041 Proseminar
Die „Steuer“ als politisch-historischer Grundbegriff, Rechtsbegriff und ökonomische Idee
Zeit: Dienstag, 8-10 Uhr (Erster Termin 14.04.2026)
Ort: Ihnestr. 21, Seminarraum E
Genauso wie der Alltagssprache ist auch dem Gros der politikwissenschaftlichen Gegenwartsforschung das Wissen darum weithin abhanden gekommen, dass „Steuern“ mehr sind als irgendwelche ökonomischen Beiträge zur finanziellen Ausstattung politischer Gemeinwesen im Allgemeinen. Die Steuer ist vielmehr eine besondere ökonomische Idee und rechtliche Form zur materiellen Reproduktion von politischen Herrschaftsverbänden in kapitalistisch integrierten Gesellschaften. Sie ist eine geldliche, marktgebundene, privateigentumsschonende allgemeinverbindliche Zwangsabgabe ohne besonderen Gegenleistungsanspruch. Förmlich konkurriert sie darum mit anderen Einnahmequellen: Arbeits- und Zwangsdiensten von Wehr- über Sklaven- bis Strafarbeit, ferner Gebühren, Solidarversicherungsabgaben, Spenden, Krediten usw. Politikökonomisch steht der „Steuerstaat“ daher im Kontrast zu feudalistischen, staatswirtschaftlichen, sozialistischen und extraktivistisch-rentierstaatlichen Regimen. Und staatstechnisch besehen letztlich ist der Aufstieg der Steuer zur Haupteinnahmequelle des neuzeitlichen Staates als Indikator und Faktor der modernen Wettbewerbswirtschafts-, demokratischen Finanz- und liberalistischen Gesellschaftsverfassung. Unser politiktheoretisch angelegtes Seminar geht der Entwicklungsgeschichte des modernen Steuerbegriffs nach und verwendet dafür Methoden des historischen Kontextualismus, der politisch-historischen Semantologie und der Analytischen Philosophie.
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15044 Proseminar
Lektüreseminar: Thomas Hobbes' Leviathan
Zeit: Dienstag, 12-14 Uhr (Erster Termin 14.04.2026)
Ort: Garystr. 55, Hörsaal A
Der politische Philosoph Thomas Hobbes hat viele Werke verfasst. Doch vor allem sein in verschiedenen Fassungen vorbereiteter und in zwei Sprachen unterschiedlich abgefasster, in vielen Passagen noch immer seltsam nahbar, ‚heutig‘ anmutender LEVIATHAN gilt der späteren Rezeption nicht nur als brillanter Startpunkt der neuzeitlichen Politischen Theorie und trotz ihres vordergründigen Absolutismus als ein ungeheuer vielfältiges Handbuch politischer Souveränitätslehre, sondern auch als eine wahre Begründungsschrift der bürgerlichen, individualistischen und rationalistischen, also: liberalistisch-kapitalistischen Gesellschaft sowie einer alsbald post-absolutistischen Herrschaftsordnung. Gründe genug also, sich einer genaueren Lektüre des die westliche Neuzeit vorstrukturierenden Buchs anzunehmen, die Bedeutung einzelner Kapitel im Kontext ihrer zeitgenössischen Referenzen zu dechiffrieren und anhand ‚erfolgreicher‘, weil bekannter, versus vergessener Inhalte nach Gründen der Durchsetzung des LEVIATHAN gegen seine kontraktualistischen und sonstigen Konkurrenzschriften zu suchen.
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15431 Seminar
Fiskalischer Konstitutionalismus – James M. Buchanan und die Genealogie der „Schuldenbremse“
Zeit: Dienstag, 16-18 Uhr (Erster Termin 14.04.2026)
Ort: Ihnestr. 21, Seminarraum F
Das Seminar untersucht theorie- und ideologiegeschichtliche Ursprünge sowie die gegenwärtigen verfassungspolitischen Ausformungen der Idee eines „fiskalischen Konstitutionalismus“. Dafür erschließen wir uns grundsätzlich einen speziellen kontraktualismustheoretischen Ansatz zur Begrenzung staatlicher Verschuldung, der ursprünglich zweierlei leisten sollte: Einerseits eine analytische Kritik ökonomischer Selbstüberforderungsgefahren der modernen Massen- und Parteidemokratie, die aus einem wahlkampfdynamischen Wechselspiel ‚rational‘ stimmenmaximierender Politiker/innen und ‚rational‘ nutzenmaximierender Wähler/innen entstehen können (‚Problem‘). Andererseits eine verfassungsrechtliche Limitierung der demokratischen Steuer- und Schuldenspielräume des je aktuellen Haushaltsgesetzgebers (‚Lösung‘). Im Zentrum steht das libertäre Werk von James M. Buchanan und der Public-Choice-Schule, die Staatsverschuldung als Ergebnis systematischer politischer Anreizprobleme moderner Demokratien interpretieren und die konstitutionelle Einrichtung fiskalischer Regeln als verfassungsrechtliche Selbstbindungen empfehlen. Das Seminar zeichnet die neoliberale Genealogie solcher „Schuldenbremsen“ von US-amerikanischen Debatten bis zur deutschen und europäischen Ausgestaltung nach und diskutiert ihre ökonomischen, demokratietheoretischen, sozialpolitischen und normativen Implikationen – insbesondere vor dem Hintergrund der derzeit doppelten Paradoxie, dass „Schuldenbremsen“ seriell zu mehr statt zu weniger Verschuldung führen und dass vermeintlich ausnahmsweise Mehrausgaben/-einnahmen umso rigidere Austeritätspolitiken und „Sachzwänge“ in den periodischen Normalhaushalten stimulieren. Die für die Zukunft der Demokratie zentrale Frage lautet daher, ob fiskalische Extramittel ökonomische Verteilungskämpfe intensivieren statt pazifizieren.
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15546 Colloquium
Political and Legal Theory (zusammen mit Cord Schmelzle)
Zeit: Montag, 16-18 Uhr (Erster Termin 13.04.2026)
Ort: Ihnestr. 22, Hörsaal G
The colloquium is dedicated to presentations and discussions on ongoing research and qualification work by both external guests and doctoral candidates and students at the FU. To this end, the research areas “Political Theory and Philosophy” (represented by Cord Schmelzle) and “Political and Legal Theory” (represented by Sebastian Huhnholz) are cooperating. The series will be held in English and German (depending on the main speaker). You may write your thesis in German. Students may take the colloquium as a course for credits (course requirements will be discussed in the first sessions), but you may also participate without credits. All students are expected to attend all sessions, come prepared, and participate actively. In particular, it is necessary to attend the first sessions, during which we will finalize our program. To participate, please subscribe to the following TWO mailing lists by the official start of the semester at the latest: https://lists.fu-berlin.de/listinfo/kolloquium-ladwig and https://lists.fu-berlin.de/listinfo/ColloquiumPLT. General communication about the course and the distribution of working papers, etc., will be done via email (circulars).
Bei dem Kolloquium handelt es sich um das gemeinsame Kolloquium der Arbeitsbereiche Politische Theorie und Philosophie sowie Politische Theorie und Rechtstheorie. Im Rahmen des Kolloquiums werden Gastvorträge, Forschungsarbeiten aus den beteiligten Arbeitsbereichen sowie studentische Abschlussarbeiten diskutiert.
Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2025/202615041 Proseminar
Max Webers Staatssoziologie
Zeit: Montag, 16-18 Uhr
Ort: Ihnestr. 21, Hörsaal B
Die sogenannte „Staatssoziologie“ meint verschiedene Schriften und Nachlassfragmente des Historikers, Juristen, Soziologen, Politischen Ökonomen und Finanzwissenschaftlers Max We-ber (1864-1920). Berühmte Bestandteile sind der Vortrag „Politik als Beruf“, die Lehre von den Typen legitimer Herrschaft (Tradition, Charisma, Legalität) sowie der von Weber vor seinem Tod noch autorisierte erste Teil der posthumen Sammlung „Wirtschaft und Gesellschaft“, genauer: die Abschnitte über „Soziologische Grundbegriffe“ und die Grundbegriffe des Wirtschaftens. Gelegentlich werden weitere der politischen Schriften des radikalen Reformers Weber hinzugerechnet. Entscheidend ist, dass alle diese Texte im Lauf von Webers letztem Lebensjahrzehnt zunehmend systematisch ineinandergriffen. Sie liefen auf eine Herrschafts-, Verwaltungs-, Parteien- und Finanzsoziologie zu, die Weber stets ankündigte, aber nicht mehr abschließen konnte. Unser Seminar wird sich die Grundbegriffe, wesentliche Schriften und Vorträge sowie ausgesucht transatlantische bis global verflochtenen Rezeptions- und Editionsstationen erschließen und dadurch zugleich die Entstehungsgeschichte und leitende Paradigmen der modernen Sozial- und Politikwissenschaft in den Blick nehmen.
Voraussetzungen der Teilnahme sind regelmäßige Anwesenheit und eigenständige Vorbereitung, die Bereitschaft, die Seminarliteratur selbstständig zu erschließen und sich aktiv in die Seminardiskussionen einzubringen, ferner rechtzeitige und verbindliche Absprachen und Erledigungen der individuellen Seminarleistungen (z.B. Referat, Thesenpapiere, Protokolle, Exzerpte). Eine Modulprüfung (Referat mit schriftlicher Ausarbeitung) ist möglich.
Literaturbeispiele:
Döpking, Lars: Politik und Geltung. Max Weber und die Staatssoziologie, in: Mittelweg 36, 31(3), 2022, S. 10–26.
Sica, Alan (Hrsg.): The Routledge International Handbook on Max Weber, London u. New York: Routledge 2023.
[Weber, Max]: Allgemeine Staatslehre und Politik (Staatssoziologie). Mit- und Nachschriften 1920. Unvollendet (= MWG III/7, hrsg. v. Gangolf Hübinger in Zusammenarb. m. Andreas Terwey), Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) 2009.
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15431 Seminar
Der Staat der Ökonomie. Neue „Umrisse einer Realanalyse“ der Bundesrepublik Deutschland
Zeit: Dienstag, 14-16 Uhr
Ort: Garystr. 55, Seminarraum 301
1960 veröffentlichte der liberalkonservative Staats- und Verwaltungsjurist Ernst Forsthoff seinen vielbeachteten „Umriss einer Realanalyse“ der Bundesrepublik Deutschland, der ein Jahrzehnt später in die Studie zum „Staat der Industriegesellschaft“ mündete. Der umstrittene, vor allem mit dem Konzept der „Daseinsvorsorge“ einflussreiche Forsthoff meinte, in der modernen Gesellschaft sei die Legitimation des Staates allein noch durch die Effektivität seiner immer größeren Verwaltungsleistungen und Verteilungsversprechen begründet. Dazu verfestigte Forst-hoff das fiskal- und gesellschaftspolitische Dogma, nur ein das Privateigentum garantierender und besteuernder Wirtschaftswachstumsstaat sei in der Lage, die im Grundgesetz angelegten Integrations- und Sozialstaatsversprechen zu erfüllen. Der liberaldemokratische Sozialstaat habe sich ganz am libertären Primat kapitalistischer Profite auszurichten. Die besagte „Realanalyse“ passte also das etatistisch-autoritäre „Daseinsvorsorge“-Konzept für die boomende westdeutsche Nachkriegsgesellschaft an. Dieses Mantra ist mittlerweile derart fest zum Identitäts- und Institutionenkern der Bundesrepublik geworden, dass es nahezu alle parteipolitischen Diskurse und diverse Verfassungsurteile trotz unzähliger Krisen und Abweichungen als programmatisch gesetzten Ausgangspunkt akzeptieren. Insofern ist von einem hegemonialen Mindset auszugehen, das heutige Reformvorschläge mitunter recht hartnäckig am Ideal einer Rückkehr zu dieser (ökonomisch, ökologisch und postnational) eher erledigten „Wirtschaftswunder“-Konstellation ausrichtet. Unser Seminar erschließt die Grundlagen und Untiefen dieses Diskurses und will (anhand von Wahl-Beispielen: postindustrielle Gesellschaft, Bürokratie, Demographie, Staatsfinanzen, demokratische Resilienz, Generationengerechtigkeit, Energiewende, Klimawandelan-passung, Digitalisierung, Geopolitik u.a.m.) neue Umrisse einer zeitgemäßen „Realanalyse“ zeichnen.
Voraussetzungen der Teilnahme sind regelmäßige Anwesenheit und eigenständige Vorbereitung, die Bereitschaft, anspruchsvolle Texte zu lesen und sich aktiv in die Seminardiskussionen einzubringen, rechtzeitige und verbindliche Absprachen und Erledigungen der individuellen Seminarleistungen (Referate, Ergebnisprotokolle, Exzerpte; ggf. Modulprüfung: schriftliche Präsentation oder Hausarbeit).
Literaturbeispiele:
Biebricher, Thomas & Frieder Vogelmann (Hrsg.): The Birth of Austerity: German Ordoliberalism and Contemporary Neoliberalism, London: Rowman & Littlefield International 2017.
Forsthoff, Ernst: Die Bundesrepublik Deutschland. Umrisse einer Realanalyse, in: Merkur, 14(Gesamtnr. 151), 1960, S. 807-821.
Foucault, Michel: Die Geburt der Biopolitik. Geschichte der Gouvernementalität II. Vorlesung am Collège de France 1978-1979, hrsg. v. Michel Sennelart, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2004.
Meinel, Florian & Christian Neumeier: Die politische Ökonomie des öffentlichen Rechts, in: Der Staat, 64(1), 2025, S. 79-116.
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15432 Seminar
Politische Theorie der Finanzverfassung
Zeit: Dienstag, 8-10 Uhr
Ort: Ihnestr. 21, Seminarraum F
Einem beliebten Sprichwort gemäß sind die Finanzen des Staates seine Lebensadern. Die Ein-nahmen des Etats (des Staatshaushalts), so Edmund Burke, seien letztlich mit dem Staat identisch. In der Tat ist die Geschichte des westlichen Staates der Neuzeit auch eine Geschichte der Rationalisierung der Staatsfinanzen, einer Ökonomisierung der Politik und einer Ausweitung von öffentlichen Abgabenforderungen gegen wirtschaftende Individuen. Doch dass der Staat auf Einnahmen angewiesen ist, führt nicht zwingend zur Steuerstaatlichkeit. Eigenproduktion, Verschuldung, Staatsfonds und Zwangsdienste sind ebenfalls gängige Muster öffentlicher Finanzen – und solche Mittel nehmen heute global wieder zu. Über das Verhältnis dieser Variablen und ihre Konsequenzen für Steuer-, Rentier- und Imperialstaatlichkeit, Freiheit und Unterdrückung etc. haben sich bereits diverse Klassiker_innen der Politischen Ideengeschichte Gedanken gemacht. Beispiele dafür werden wir im Seminar chronologisch geordnet kennenlernen, ihre Ansätze systematisieren und ausgesuchte Gegenwartsprobleme für die Politische Theorie identifizieren. Kurze Vorstellungen aktueller Bücher zum Thema ergänzen das Programm.
Voraussetzungen der Teilnahme sind regelmäßige Anwesenheit und eigenständige Vorbereitung, die Bereitschaft, anspruchsvolle Texte zu lesen und sich aktiv in die Seminardiskussionen einzubringen, rechtzeitige und verbindliche Absprachen und Erledigungen der individuellen Seminarleistungen (Referate, Ergebnisprotokolle, Exzerpte; ggf. Modulprüfung: schriftliche Präsentation oder Hausarbeit).
Literaturbeispiele:
Döpking, Lars: Was heißt fiskalische Herrschaft? Struktur und Dynamik steuerstaatlich ver-fasster Gesellschaften, in: Huhnholz, Sebastian; Sahr, Aaron & Eva Weiler (Hrsg.): Politische Theorien öffentlicher Finanzen. Zur (De-)Politisierung von Geld, Eigentum und Steuern (= Sonderband (43) 2025 des Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft), Baden–Baden: Nomos 2025, S. 50-71.
Huhnholz, Sebastian u. Philip Manow: Fiskalischer Konstitutionalismus. Von Aufgaben, Aus-gaben und Ausnahmen, in: Huhnholz et al. (Hrsg.; wie oben), S. 159-184.
Preuß, Ulrich K.: Rechtsstaat – Steuerstaat – Sozialstaat. Eine Problemskizze, in: hrsg. v. De-iseroth, Dieter et al. (Hrsg.). Ordnungsmacht?, Frankfurt/M.: EVA 1981, S. 46-68.
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15545 Colloquium
Political and Legal Theory
Zeit: Montag, 18-20 Uhr
Ort: Ihnestr. 22, UG 2 Seminarraum
The colloquium is a weekly discussion group on current work in political and legal theory, in-cluding intellectual history and the history of political ideas. We combine sessions with guest speakers, workshops on your dissertation, and discussions of current literature. The sessions with guest speakers offer you the opportunity to read current work from different areas of the field, learn how to reflect on their methodological approaches and arguments, and engage direct-ly with the authors. Sessions dedicated to discussing your own ongoing work offer you the opportunity to receive support in finding a research question and developing an outline for your own thesis, to articulate and reflect on problems you are facing, and to discuss practical tips for solving them.
The colloquium is usually held in English (you can write your thesis in German). Students can take the colloquium as a course for credits (course requirements will be discussed in our first session), but you can also participate without credits. Since the program is partly tailored to the needs of the students, it is necessary that you attend the first session (October 13), where we will determine the program for the sessions dedicated to your own ongoing work.
To participate, please sign up for the PLT colloquium mailing list https://lists.fu-berlin.de/listinfo/ColloquiumPLT. Communication about the course regarding guest lectures will be via email.
Staats- und Politikfinanzierung bei Max Weber und Matthias Erzberger, in: Ekkehart Reimer u. Hanno Kube (Hrsg.): Das Steuerrecht der Republik. Zur Entwicklung des Einkommensteuerrechts seit den Erzbergerschen Finanzreformen (i.E. 2025).
Ghost/Writers der „Geschichte“. Zur Politik der (Un-)Toten bei Heiner Müller, in: Jahrbuch Politisches Denken 2025 (i.E.).
Handbuch Methoden der Politischen Theorie und Ideengeschichte, Berlin: Springer VS (hrsg. mit Karsten Fischer; i.V. 2025/26).
Machiavelli und die Staatsfinanzen, in: Marcus Llanque u. Dirk Jörke (Hrsg.): Machiavelli, Berlin: Suhrkamp (i.V. 2025/26).
Weiteres (Beispiele):
Der andere Ökonom. Max Webers Spätwerk und die Frage der fiskalischen Verfassung einer neuen deutschen Demokratie, Berlin: Duncker & Humblot 2025.
Fiskalischer Konstitutionalismus. Von Aufgaben, Ausgaben und Ausnahmen, in: Sebastian Huhnholz, Aaron Sahr & Eva Weiler (Hrsg.): Politische Theorien öffentlicher Finanzen. Zur (De-)Politisierung von Geld, Eigentum und Steuern (= Sonderband (43) 2025 des Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft), S. 159-184 (mit Philip Manow).
Max Webers „Politik als Beruf“ – eine finanzsoziologische Re-Lektüre, in: wie eben, S. 93–127.
Nach den Sondervermögen ein Sondervotum. Das Karlsruher Urteil zum Solidaritätszuschlag, in: Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, 79(913), 2025, S. 29-42.
Die Ein-Mann-Theorie. Reinhart Koselleck auf der Zeitenschwelle zum Klassiker, in: Neue Politische Literatur, 69(2), 2024, S. 172-208 (mit Ludwig Jung und Anton Käppner).
Austerität und Ausnahme. Die Politik der Staatsausgaben nach der Karlsruher Entscheidung, in: Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, 78(898), 2024, S. 5-19.
Steuern, in: Frauke Höntzsch (Hrsg.): Mill-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, Stuttgart: Metzler 2024, S. 337-343.
Der permanente Fiskalvertrag. Die steuerdemokratische Effizienz kollektiver Güter bei Knut Wicksell und James M. Buchanan, in: Zeitschrift für Pol. Theorie (Schwerpunktheft „Eingriffe in den Markt“, hrsg. v. Peter Niesen u. Stefan Gosepath), 12(1), 2021, S. 45-66.
Staatsverständnisse (Schriftreihe seit 2024 hrsg. mit Rüdiger Voigt et al.; derzeit ca. 200 Bde.), Baden-Baden: Nomos.
Von Carl Schmitt zu Hannah Arendt? Heidelberger Entstehungskontexte und bundesrepublikanische Liberalisierungsschichten von Reinhart Kosellecks Kritik und Krise, Berlin: Duncker & Humblot 2019.
Ordnungen globaler Macht (Schriftenreihe seit 2019 hrsg. mit Eva Marlene Hausteiner; derzeit 5 Bde.), Baden-Baden: Nomos.
Liberalismus: Traditionsbestände und Gegenwartskontroversen (hrsg. mit Karsten Fischer), Baden-Baden: Nomos 2019.
Lemma „Weltherrschaft“, in: Robert Stockhammer u. Thomas Erthel (Hrsg.): Welt-Komposita. Ein Lexikon, Paderborn: Fink 2019, S. 100-105.
Demokratie als öffentliches Gut? Die Finanzierung souveräner Freiheit im Steuerstaat, in: Politische Vierteljahresschrift, 59(1), 2018 (Schwerpunktheft „Demokratieprobleme des Steuerstaates im 21. Jahrhundert“, hrsg. v. Sebastian Huhnholz, Daniel Mertens und Thomas Rixen), S. 37-61.
Fiskus – Verfassung – Freiheit. Politisches Denken der öffentlichen Finanzen von Hobbes bis heute, Baden-Baden: Nomos 2018.
Lemmata „Geschichte/Gedenken“, „Steuerstaat“ und „Steuerpolitik“, je in Bd. 1 bzw. 2 von: Handbuch Staat, Bd. 1, hrsg. von Rüdiger Voigt, Berlin: Springer 2018, S. 451-463, 371-382 und 1225-1237.
Abschied vom Wandel? Zum postdemokratischen Status des Topos „Ende der Geschichte“, in: Olaf Briese et al. (Hrsg.): Die Aktualität des Apokalyptischen. Zwischen Kulturkritik und Kulturversprechen, Würzburg: Königshausen & Neumann 2015, S. 79-96.
Bielefeld, Paris & Cambridge? Wissenschaftsgeschichtliche Ursprünge und theoriepolitische Konvergenzen der diskurshistoriographischen Methodologien Kosellecks, Foucaults und Skinners, in: Ludwig Gasteiger et al. (Hrsg.): Theorie und Kritik. Dialoge zwischen differenten Denkstilen und Disziplinen, Bielefeld: transcript 2015, S. 157-182.
Krisenimperialität. Romreferenz im US-amerikanischen Empire-Diskurs, Frankfurt am Main und New York: Campus 2014.
Do all Roads lead to Rome? Ancient Implications and Modern Transformations in the recent US-Discourse about an American Empire, in: Mediterraneo Antico, 1-2/2010, Jg. 8, S. 49-70.
„Was bremst die Schuldenbremse, Sebastian Huhnholz?“, im Gespräch mit Hannah Schmidt-Ott für „Mittelweg 36 - Der Podcast“, Episode #42 vom 27. Mai 2026.
Ferdinand Tönnies und der verkannte Thomas Hobbes. Rezension zu Jens Herold (Hg.): Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe: Band 3,2 1896-1925, Thomas Hobbes - Leben und Lehre. (Berlin: Walter de Gruyter 2025), in: Soziopolis: Gesellschaft beobachten, 2026.
Ein Gespräch über Herrschaft, Steuern, Schulden & den Fiskus, für den Podcast „Jung & Naiv“, Folge 799 am 16. Dezember 2025.
2024-2025 Web-Talk-Reihe „Fiskus – Verfassung – Freiheit“ (organisiert für die Naumann-Stiftung; 13 Veranstaltungen (Youtube-Playlist hier).
„Die Entdemokratisierung der Staatsfinanzen“, für den Podcast „Das Neue Berlin“, 17. November 2025.
„Die Politik der Wirtschaft. Max Webers Wirtschafts- und Finanzsoziologe“. Eine Diskussion mit Andrea Maurer, Lars Döpking & Sebastian Huhnholz, Dienstag, 11. Nov. 2025, 19 Uhr, am Hamburger Institut für Sozialforschung.
„Versteuern, Verschulden, Vergesellschaften. Der Staatshaushalt als Herrschaftsordnung.“ Vorstellung des Leviathan-Sonderbandes 2025 „Politische Theorien öffentlicher Finanzen“ mit David Hengsbach, Sebastian Huhnholz, Martyna Linartas, Aaron Sahr und Eva Weiler, am Dienstag, 28. Okt. 2025, 19 Uhr, am Hamburger Institut für Sozialforschung (besprochen unter dem Titel "Die Krux mit dem Sondervermögen" in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 12. November 2025, S. N4). Die Aufzeichnung der Veranstaltung findet sich u.a. hier.
„Zweite Lesung“ – Sebastian Huhnholz über Jürgen Habermas’ „Verrufener Fortschritt – verkanntes Jahrhundert“ (vom Mai 1960), 2023/24.
Rezension zu Stefan Eich: Die Währung der Politik. Eine politische Ideengeschichte des Geldes (Hamburg: Hamburger Edition 2023), in: Politische Vierteljahresschrift, 4/2024, Jg. 64, S. 807-810.
Faust vom Sauerland. Andreas Höfele schreibt eine Literaturgeschichte Carl Schmitts (Rezensionsessay zu: Carl Schmitt und die Literatur (Berlin: Duncker & Humblot 2022)), in: Ethik & Gesellschaft. Ökumenische Zeitschrift für Sozialethik, 1, 2024 – Schwerpunkt „Ge/teilte Wirklichkeiten“ (ohne Jg. und Seitenangaben).
Die unvollendete Reformation. Der Briefwechsel von Carl Schmitt und Dietrich Braun zur Interpretation des Hobbes’schen Leviathan ist erschienen (Rezension zu Carl Schmitt/Dietrich Braun: „Erst Leviathan ist der Ausdruck vollendeter Reformation.“ Briefwechsel, hg. v. Martin Braun, Mathias Eichhorn und Reinhard Mehring, Berlin: Matthes & Seitz 2022), in: Ethik & Gesellschaft. Ökumenische Zeitschrift für Sozialethik, 2/2022 (ohne Jg. und Seiten).
Rezension zu Martin O’Neill u. Sheppley Orr (Hrsg.): Taxation. Philosophical Perspectives (Cambridge: Oxford University Press 2018), in: Zeitschrift für philosophische Literatur, 7(2), 2019, S. 38-46.
Link zur Homepage des Hamburger Instituts für Sozialforschung mit vollständiger Publikationsliste
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