Springe direkt zu Inhalt

"Hannah Arendts Phänomenologie der Pluralität" - Vortrag von Prof. Sophie Loidolt

13.06.2019 | 18:00 c.t. - 20:00

Für Arendt ist Pluralität eine Bedingung, die zur „conditio humana“ gehört und die Tätigkeiten des Sprechens und Handelns ermöglicht, welche die Existenzform des Politischen vorzeichnen. In der Politik geht es nicht um „den Menschen“, d.h. um eine Wesensbestimmung des Menschen im Singular, sondern um „die Menschen“, d.h. um eine gemeinsame Existenz im Plural. Meine These ist, dass dieses Konzept nicht in seiner Tiefe zu verstehen ist, wenn man nicht Arendts Wurzeln in der Phänomenologie und Existenzphilosophie berücksichtigt. Umgekehrt erreicht Arendt über das Paradigma der Pluralität eine Transformation der klassischen Phänomenologie nach Husserl und Heidegger, die deren Grundbegriffe wie Erscheinen, Erfahrung, Welt etc. neu zu denken aufgibt.

Sophie Loidolt, Professorin für Praktische Philosophie an der TU Darmstadt und Mitglied der Jungen Akademie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Phänomenologie, der politischen Philosophie, der Rechtsphilosophie und Ethik sowie in der Transzendentalphilosophie und der Philosophie des Geistes. Monographien: Anspruch und Rechtfertigung. Eine Theorie des rechtlichen Denkens im Anschluss an die Phänomenologie Edmund Husserls (Dordrecht: Springer 2009); Einführung in die Rechtsphänomenologie. Eine historisch-systematische Darstellung (Tübingen: Mohr Siebeck 2010); Phenomenology of Plurality. Hannah Arendt on Political Intersubjectivity (New York: Routledge 2017).

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe "Rechtskritik als Gesellschaftstheorie" am Arbeitsbereich Politik und Recht, Leitung Univ.-Prof. Christian Volk. Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier.

Zeit & Ort

13.06.2019 | 18:00 c.t. - 20:00

Freie Universität Berlin
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft
Ihnestr. 21
14195 Berlin
Hörsaal A

Vorlesungsverzeichnis
Bibliothek
SFB 700
banner_osiclub