"Was ist nachpositivistisches Rechtsdenken?" Vortrag von Prof. Dr. Alexander Somek

14.11.2019 | 18:00 c.t. - 20:00

Wer weder dem Rechtspositivismus anhängt noch dem Naturrecht huldigt, hat sich bis vor Kurzem im rechtswissenschaftlichen Niemandsland befunden. Diese terra nullius ist gegen Ende des zwanzigsten Jahrhundert vom nachpositivistischen Rechtsdenken besetzt worden. Allerdings ist dieser Platz, den viele für unauffindbar halten, zwischen zwei Ansätzen umstritten: Der sogenannten „strukturierenden Rechtslehre“ einerseits und dem Programm, das in diesem Vortrag vorgestellt werden soll. Es verfährt soziologisch und schließt überraschender Weise an elementare Ideen der historischen Rechtsschule an.

Alexander Somek ist Professor für Rechtsphilosophie an der Universität Wien. Vor seiner Rückkehr nach Wien war er viele Jahre Professor of Law in den Vereinigten Staaten, wo er hauptsächlich Europarecht, Völkerrecht und Verfassungsrecht unterrichtete. Er ist der Autor von zwei Büchern, die der Frage nachgehen, was Juristen denn so wissen: Rechtliches Wissen (2006) und Wissen des Rechts (2018). Seine theoretische Perspektive wird in The Legal Relation (2017) und in Rechtstheorie zur Einführung (2017) und Rechtsphilosophie zur Einführung (2018) entwickelt. Den nachpositivistischen Ansatz hat er zuerst in einem gemeinsam mit Nikolaus Forgo verfassten gleichnamigen Buch (1996) entwickelt, das er gern als "juristischen Underground Klassiker" bezeichnet. Ob er damit recht hat, sei dahin gestellt, aber wir wollen ihm diesen Glauben nicht nehmen.

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe "Rechtskritik als Gesellschaftstheorie" am Arbeitsbereich Politik und Recht, Leitung Univ.-Prof. Christian Volk. Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier.

Zeit & Ort

14.11.2019 | 18:00 c.t. - 20:00

Freie Universität Berlin
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft
Ihnestr. 21
Hörsaal A

Weitere Informationen

Kontakt: tim.wihl[at]fu-berlin.de

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