Die Europäische Union von 1952 bis heute: Integrationstheorie und die Zukunft der EU
(15125)
| Typ | Proseminar |
|---|---|
| Dozent/in | Inga Feldmann |
| Sprache | Deutsch |
| Raum | Ihnestr.22 Hörsaal G |
| Zeit | Di, 14.04.26, 10-12 c.t. Fr, 24.04.26, 10-15:30 Sa, 25.04.26, 10-15:30 Fr, 22.05.26, 10-15:30 Sa, 23.05.26, 10-17:30 |
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Die Europäische Union ist als System „sui generis“ seit ihren Gründungstagen ein faszinierender, aber auch komplexer Gegenstand der Politikwissenschaft. Angesichts aktueller polyzentrischer Krisen – von Krieg über die Klimakrise bis hin zu Fragen zu Rechtsstaatlichkeit – stellt sich drängender denn je die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des europäischen Projekts. Dieses Seminar verfolgt einen dualen Ansatz, der theoretische Reflexion mit praktischer Simulation verbindet. Im ersten Teil (Theorieblock) erarbeiten wir das notwendige Rüstzeug, um die historischen Wandlungen und aktuellen Entwicklungen der Integration zu verstehen. Wir analysieren die zentralen großen Theorien der Integrationsforschung: Beschreibt der Neofunktionalismus die Eigendynamik supranationaler Institutionen am besten? Behalten die Nationalstaaten im Sinne des Liberalen Intergouvernementalismus stets die Kontrolle? Oder erklären postfunktionalistische Ansätze die zunehmende Politisierung und den Widerstand der Öffentlichkeit treffender? Im zweiten Teil (Praxisblock) verlassen wir die reine Analyse und wechseln in die Gestaltung. In einem Planspiel („Verfassungskonvent 2035“) simulieren die Studierenden Verhandlungen über eine Reform der EU-Verträge. Dabei schlüpfen Sie in spezifische Rollen und wenden die erlernten theoretischen Logiken aktiv an, um Zukunftsszenarien und konkrete Lösungsansätze für Problemfelder wie Klimapolitik, Migration oder institutionelle Reformen zu entwickeln und zu verhandeln. Ziel des Seminars ist es, dass die Studierenden am Ende nicht nur die Integrationsgeschichte erklären können, sondern befähigt sind, theoretische Modelle kritisch auf empirische Puzzles anzuwenden und die Dynamiken europäischer Entscheidungsprozesse aus der Innenperspektive zu verstehen. Bitte beachten Sie bei der Wahl dieses Seminars, dass die aktive Teilnahme lediglich erlangt werden kann, wenn Sie an beiden Blöcken und der Einführungsveranstaltung in Person teilnehmen können, da wir vor Ort Positionspapiere erarbeiten und das Planspiel durchführen. Wir legen bereits in der ersten Veranstaltung die Gruppen für das Planspiel fest. Falls Sie entsprechend an einem der Termine nicht können, können Sie keinen Teilnahmeschein für dieses Seminar erlangen.