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Regionale Integration im Vergleich

(15123)

TypProseminar
Dozent/inProf. Dr. Tanja A. Börzel
SpracheDeutsch
Zeit

Mo. 16:00 - 18:00 Uhr

Zielgruppe

BA

Die Europäische Union (EU) wird oft als die erfolgreichste Regionalorganisation (RO) der Welt beschrieben. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat sie nicht nur Stabilität und Frieden in Europa gewährleistet (und dafür den Friedensnobelpreis erhalten), sondern auch einen zentralen Beitrag zu der wirtschaftlichen Entwicklung und dem politischen Zusammenhalt des Kontinents geleistet. Regionalorganisationen sind in den vergangenen Jahrzehnten auch in anderen Teilen der Welt entstanden, z.B. der Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN), der Gemeinsame Markt des Südens (Mercosur) oder die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), die sich häufig explizit auf die EU beziehen. Regionalorganisationen gelten inzwischen als Hoffnungsträger für die Lösung internationaler Probleme (z.B. Klimawandel, Wirtschaft- und Finanzfragen, Migration). Das Seminar führt anhand des Vergleichs mit der EU in die Vergleichende Regionalismusforschung als ein Ansatz des 'de-centering Europe' ein. Warum gründen Staaten überhaupt ROs? Wie können wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen und benennen? Warum sind manche ROs erfolgreicher als andere? Und können wir 'Erfolg' überhaupt definieren in diesem Zusammenhang? Inwieweit eignen sich Theorien der Europäischen Integration, um Regionalismus in anderen Kontexten zu verstehen und zu erklären? Der erste Teil des Seminars führt ein in die zentralen Konzepte der Vergleichenden Regionalismusforschung, und wir beschäftigen uns mit dem Vergleich als Methode in der Politikwissenschaft. Im zweiten Teil setzen wir uns mit theoretischen Ansätzen zum Verständnis von regionaler Integration auseinander. Im dritten Teil vergleichen wir schließlich die Entstehung, Ausgestaltung und Effekte der Institutionen und Prozesse ausgewählter Regionalorganisationen.