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Comparative National Elections Project (CNEP) 2017-2025

Förderung:

Fritz Thyssen Stiftung

Otto Brenner Stiftung

Eigenmittel

In Nachwahlbefragungen zu den Bundestagswahlen 2017, 2021 und 2025 sowie einer Vorwahlbefragung vor der Europawahl 2024 haben wir unter anderem untersucht, wie politische Informationen im Umfeld bundesweiter Wahlen die WählerInnen erreichen. Dabei waren Gespräche im persönlichen Umfeld ein wichtiger Referenzpunkt, an dem die durch Medien vermittelten Informationen überprüft und eingeordnet werden. Ein Untersuchungsfokus lag somit auf der Frage, welchen Einfluss ein persönliches Umfeld haben kann, das eher gleiche oder gegensätzliche politische Einstellungen hat. Solchen Fragen zum Informationsaustausch wurde auch im Kontext sozialer Medien nachgegangen. Ebenfalls von Interesse waren Effekte, die durch soziale und mediale Kommunikation über Politik und Wahlen auf politische Einstellungen und Verhalten des Individuums wirken. Persönliche Gespräche mit Freunden, Familie und Kollegen rückten damit ebenso in den Fokus wie die Vermittlerrolle alter und neuer Medien. Das Verständnis innerhalb der Bevölkerung, was eine Demokratie im Kern ausmacht, wird zunehmend heterogener. Einigkeit innerhalb der Bevölkerung, was eine Demokratie ausmacht und wodurch sie funktionsfähig bleibt beziehungsweise wird, scheint immer schwieriger vorstellbar. Unter diesen Voraussetzungen widmete sich die Studie auch der Frage, ob sich ein populistisches Demokratieverständnis identifizieren lässt, innerhalb dessen BürgerInnen grundlegend andere Mechanismen und Ziele als Funktionsvorrausetzung repräsentativer Demokratien ansehen.

In einem Bericht nach der Europawahl 2024 gehen wir der Frage nach, was hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland verändert hat? Und was nicht? Wie nehmen die Menschen diese Veränderungen wahr? Wie ändert sich ihr Blick auf zentrale Elemente der Demokratie, etwa Wahlen und Parteien? Basierend auf Bevölkerungsumfragen anlässlich der Bundestagswahlen 2017 und 2021 sowie der Europawahl 2024 ergab die Untersuchung ein differenziertes Bild: An einigen Stellen zeigen sich gravierende Verschiebungen, etwa beim medialen Kontext. Gleichzeitig gehen mit dem Wandel des ökonomischen und medialen Kontexts teils dramatische Veränderungen in der Wahrnehmung von Parteien einher. Zu vielen Themen haben sich die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger dagegen kaum verändert.

Die Studien waren Teil des multinationalen „Comparative National Elections Project“ (CNEP), in dem seit 1990 im Nachgang zu Wahlen in 24 Ländern politische Einstellungen und das Wahlverhalten von BürgerInnen länderübergreifend untersucht wurden. Neben dem Kernfragebogen bieten länderspezifische Erweiterungen die Möglichkeit, auf die unterschiedlichen Wahlsysteme und aktuelle Themen einzugehen. Dabei widmet sich CNEP Fragen rund um die private und öffentliche Vermittlung von Politik, der Struktur von sozio-politischen Konflikten, unterschiedlichen Demokratieverständnissen und den Einstellungen von WählerInnen gegenüber der Integrität von Wahlen.

unter 3 - Der Phoenix-Politik-Podcast mit Thorsten Faas und Erhard Scherfer (Archiv)
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