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Projektverlängerung - Vorschlag für einen Nationalen Wohlfahrtsindex

Phase 2: Aktualisierung und internationale Verortung

News vom 17.12.2010

Insbesondere seit den internationalen Konferenzen der OECD über „Measuring the Progress of Societies“ sowie der EU-Tagung 2007 zum Thema „Beyond GDP“ ist eine internationale Diskussion im Gange, die sich einerseits mit den negativen Begleiterscheinungen des wirtschaftlichen Wachstums befasst und andererseits die traditionelle Erfassung der ökonomischen Entwicklung eines Landes über das Bruttoinlandsprodukt (GDP/BIP) zunehmend als ergänzungsbedürftig sieht. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise wird außerdem bezweifelt, ob das bisherige Wachstumsmodell die zukünftigen Anforderungen im Sinne einer ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung wirklich erfüllen kann. In diesem Kontext gewinnen neue Ziele wie die einer gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrt anstelle reinen Umsatzwachstums an Bedeutung. Das Forschungszentrum für Umweltpolitik und das Institut für interdisziplinäre Forschung/FEST (Prof. Dr. Hans Diefenbacher) haben deshalb einen neuen Wohlfahrtsindex in seinen Grundzügen erarbeitet. Damit verbunden ist nun die Aufgabe, den NWI hinsichtlich der bisherigen Methodik bei Teilvariablen, der Überprüfung anstehender inhaltlicher Ergänzungen und hinsichtlich der Datengrundlagen weiter zu verbessern. Auch bei der wissenschaftlichen Darstellung und Interpretation der Teilvariablen wie der Gesamtaussagen des Index besteht – insbesondere im Fall einer aktuellen Neuberechnung – bei einigen Teilpunkten Optimierungsbedarf. Ziel ist die Etablierung eines mehr qualitativen Nationalen Wohlfahrtsindexes, der im Kontext einer Diskussion um nachhaltige Entwicklung dem BIP-Indikator zur wirtschaftlichen Aktivität an die Seite gestellt werden könnte.