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Im Rahmen des WinWind Projektes organisierte das FFU einen Transferworkshop für eine Expert*innendelegation aus Lettland und Polen in Schleswig-Holstein zum Thema Bürgerwindparks

WinWind_Transferworkshop_26.08.19

WinWind_Transferworkshop_26.08.19

News vom 02.09.2019

Vom 26. bis 27. August 2019 besuchte eine 13-köpfige Expert*innendelegation aus Lettland und Polen die Gemeinden Neuenkirchen und Süderdeich im Landkreis Dithmarschen, um sich über die dortigen Bürgerwindparks zu informieren. Zu der Delegation gehörten Vertreter*innen von Ministerien, Regulierungsbehörden, Planungsregionen, Energieagenturen, Gemeinden, Windenergieverbänden und Nichtregierungsorganisationen. Der Besuch fand im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes WinWind (http://winwind-project.eu/) statt, welches die Akzeptanz der Windenergie in sechs europäischen Regionen mit einem schwachen Windenergieausbau untersucht. Koordiniert wird das Projekt vom Forschungszentrum für Umweltpolitik.

In dem Projekt werden neben Faktoren, die Akzeptanz behindern bzw. fördern auch Positivbeispiele für akzeptanzfördernde Maßnahmen untersucht. Außerdem sollen Transfers von ausgewählten Positivbeispielen angestoßen werden. Schleswig-Holstein hat dabei die Funktion einer Modellregion, da das nördlichste Bundesland Deutschlands als Pionierland der Windkraft und Wiege der Bürgerenergie gilt. Letzteres hat dazu beigetragen, dass zumindest bislang die Akzeptanz des Windenergieausbaus relativ hoch war.

In Neuenkirchen, wo seit 2015 ein Bürgerwindpark mit 145 Kommanditisten in Betrieb ist, fand ein intensiver Austausch mit Geschäftsführung und Bürgermeister statt. Weitere Station in Dithmarschen war die Nachbargemeinde Süderdeich, wo die Expert*innendelegationen ebenfalls den lokalen Bürgerwindpark und die Stiftung Kinder des Windes kennenlernen konnten.

Ein Fachaustausch mit Vertreter*innen des Energiewendeministeriums und des BWE-Landesverbandes in Kiel am 28. August rundeten den Delegationsbesuch ab. Dabei standen die politischen Rahmenbedingungen in Schleswig-Holstein, die Ausweisung von Windvorranggebieten im Rahmen der Regionalplanung, der neue Bürgerenergiefonds und die Erfahrungen mit Bürgerwindparks in Nordfriesland im Vordergrund.

„Der Besuch war jedoch erst der Auftakt zu weiteren Transferveranstaltungen“, sagt die Projektleiterin Dr. Rosaria Di Nucci. „Im Herbst sind Folgeworkshops in Polen und Lettland geplant, wo die gewonnenen Erkenntnisse mit lokalen Entscheidungsträger*innen vor Ort diskutiert und Transferperspektiven sondiert werden sollen“. „Mit der neuen EU-Richtlinie zu Erneuerbaren Energien sind alle Mitgliedsstaaten angehalten, Bürgerenergie zu fördern. Mit den Transferworkshops versuchen wir diesbezüglich, einen Fachdialog zwischen Expert*innen aus Polen, Lettland und Deutschland zu unterstützen“, ergänzt Michael Krug, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am FFU, der den Transferbesuch in Schleswig-Holstein organisiert hatte.

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