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Innovationsorientierte Ressourcenpolitik in planetaren Grenzen

Jacob, Klaus, Werland, Stefan, Graaf, Lisa, Hirschnitz-Garbers, Martin; Langsdorf, Susanne; Hinzmann, Mandy; Bergmann, Doris; Lehr, Thomas; Meyer, Mark; Scholl, Gerd; Schulz, Falk; Hermann, Andreas; Keimeyer, Friedhelm; Bringezu, Stefan; Bahn-Walkowiak, Bettina; Wilts, Henning – 2015

Titel
Innovationsorientierte Ressourcenpolitik in planetaren Grenzen
Verfasser
Jacob, Klaus, Werland, Stefan, Graaf, Lisa, Hirschnitz-Garbers, Martin; Langsdorf, Susanne; Hinzmann, Mandy; Bergmann, Doris; Lehr, Thomas; Meyer, Mark; Scholl, Gerd; Schulz, Falk; Hermann, Andreas; Keimeyer, Friedhelm; Bringezu, Stefan; Bahn-Walkowiak, Bettina; Wilts, Henning
Verlag
Freie Universität Berlin - Forschungszentrum für Umweltpolitik
Datum
2015-12
Sprache
ger
Art
Text
Größe oder Länge
59 Seiten

In dem Bericht werden die zentralen Ergebnisse des PolRess Projekts zusammengefasst. Es werden zunächst die zentralen Debatten der Ressourcenpolitik skizziert und dann ein mögliches Handlungsziel für die Weiterentwicklung der Ressourcenpolitik vorgestellt: Bis 2050 könnte die Materialnutzung auf 10 t/Kopf und Jahr reduziert werden. Davon wären zahlreiche positive Nebeneffekte auf andere natürliche Ressourcen wie Land, Wasser, Luft / Atmosphäre oder Biodiversität verbunden, bei denen eine Überschreitung der planetaren Grenzen zu befürchten bzw. bereits eingetroffen ist. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Reduktion des Materialinputs als Weiterentwicklung von Umweltpolitik geboten, weil damit die Ursachen von Umweltdegradation adressiert werden.
In dem Bericht wird weiter ausgeführt, dass Anstrengungen in unterschiedlichen Politikfeldern und -ebenen erforderlich sind, um dieses Ziel zu erreichen: Ressourcenpolitik ist eine Integrationsaufgabe. Alleine durch Marktmechanismen ist weder das Ziel der Bundesregierung einer Verdopplung der Rohstoffproduktivität bis 2020 noch das hier ausgearbeitete Ziel von 10t/Kopf bis 2050 zu erreichen. Daher werden verschiedene strategische Ansatzpunkte und Instrumentenbündel diskutiert: Bewusstsein für Ressourceneffizienz schaffen, Preissignale setzen, Ressourceneffiziente Modernisierung fördern, faire Märkte schaffen und Ressourceneffizienz in der Außenwirtschaft umsetzen.
Aus diesen Ansätzen werden zwei Politikszenarien abgeleitet und hinsichtlich ihrer ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgen analysiert. Ein Szenario geht von einer ambitionierten Fortschreibung des bisherigen Instrumentenmixes aus, ein alternatives Szenario modelliert einen induzierten Strukturwandel bis zum Jahr 2030. Die Analyse wird mit dem umweltökonomischen Modell GINFORS durchgeführt, das Gütergruppen, Sektoren, Länder und Handel abbildet. Mithilfe des Modells können Wirkungen auf Emissionen, Materialnutzung, Beschäftigung, Wertschöpfung, Investitionen und weiteren zentralen Parametern kalkuliert werden. Die Befunde der Modellierung zeigen, dass mit einer forcierten Ressourcenpolitik auch positive Effekte u.a. auf Wirtschaftsleistung und Beschäftigung ausgehen und Potentiale zur Reduktion von CO2 bestehen.
Der Bericht schließt mit Überlegungen, wie das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm gestärkt werden kann um solche anspruchsvollen Ziele und Instrumente umzusetzen.