Politische Psychologie, Theorien und Anwendungen
| Typ | Seminar |
|---|---|
| Dozent/in | Christoph Nguyen |
| Raum | Ihnestraße 22 UG 2 |
| Zeit | Donnerstag, 12-14 Uhr |
Wenn Persönlichkeitsmerkmale, Emotionen oder Gruppenidentitäten politische Entscheidungen prägen, gilt das häufig als irrational. Die politische Psychologie zeigt, dass es sich dabei nicht um Fehler rationalen Denkens handelt, sondern um grundlegende Mechanismen politischer Meinungsbildung. Wie genau diese Mechanismen wirken, ist Gegenstand dieses Kurses.
In vier Blöcken erarbeiten wir zunächst die methodischen und theoretischen Grundlagen der politischen Psychologie. Darauf aufbauend betrachten wir zentrale psychologische Merkmale wie Persönlichkeit, Werte und Ideologie, bevor wir uns den Mechanismen widmen, die politisches Verhalten formen: Politische Sozialisation, Informationsverarbeitung und Heuristiken sowie Emotionen. Im letzten Block vertiefen wir spezifische Themen wie politische Kommunikation und affektive Polarisierung. Empirische Beispiele aus der Forschung zu Wahlverhalten sowie Vorurteilen und Diskriminierung begleiten den gesamten Kurs.
Die Forschung in der politischen Psychologie ist heute überwiegend englischsprachig und quantitativ-empirisch. Die Pflichtlektüre besteht daher hauptsächlich aus englischsprachigen Forschungsarbeiten, die häufig statistische Methoden (z.B. Umfrageexperimente, Regressionsanalysen) verwenden. Vorkenntnisse in quantitativen Methoden sind nicht erforderlich und können im Laufe des Kurses erworben werden. Die Bereitschaft, sich mit diesen Texten auseinanderzusetzen, wird jedoch vorausgesetzt. Die Kurssprache ist Deutsch.

