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Dr. Ursula Stegelmann

Ursula Stegelmann

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in

Adresse
Ihnestraße 21
Raum 107
14195 Berlin

Sprechstunde

Freitags 10:00-12:00Uhr

Bitte melden Sie sich für die Sprechstunde vorab per E-Mail an.

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Das Titelblatt für die Take Home Klausur für das S 15015 "Qualitative Sozialforschung" im SoSe 2019 finden Sie hier.

Das Titelblatt für die Take Home Klausur für das S 15016 "Diskurs-Dispositiv-Analyse: Epistemologie, Methode und Anwendung" im SoSe 2019 finden Sie hier.

Die Erklärung für die beiden Take Home Klausuren im SoSe 2019 finden Sie hier.

Dr. Ursula Stegelmann ist seit November 2002 mit nur kurzen Unterbrechungen (Elternzeit) an der Freien Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt.

Magisterstudium der Philosophie und Osteuropastudien (Schwerpunkt Gesellschaftswissenschaften), Dissertation über „Das Berliner Osteuropa-Institut: Organisationsbiografie einer interdisziplinären Hochschuleinrichtung 1945 – 1976.“

2011-2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin des Berlin Centre of Caspian Region (BC CARE), dessen Sprecherin Prof. Miranda Schreurs war. Das BC CARE verband die an der Freien Universität Berlin und in Berlin-Brandenburg bestehenden Forschungsaktivitäten, die sich mit der Nutzung der natürlichen Ressourcen in der Region Kaspisches Meer, Südkaukasus und Zentralasien befassten, in einem interdisziplinären Kompetenzpool. Untersucht wurden insbesondere die Entwicklungen in geopolitischer und ökonomischer Perspektive sowie die rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Chancen und Risiken. Zu dem ursprünglichen Forschungsschwerpunkt Energiewirtschaft und Energiepolitik wurde Ende 2009 ein weiterer Schwerpunkt - die Nutzung der Wasserressourcen in Zentralasien - als Aktivitätsfeld hinzugefügt.

Seit Anfang 2018 ist Frau Dr. Stegelmann neben der eigenen Lehre für die Gesamtkoordination des Lehrangebots am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft verantwortlich.

Aktuelle Lehrveranstaltungen (WiSe 2019/2020):

15007 (PS/MWA) Klima und Umwelt in der politikwissenschaftlichen Analyse
Montag 08:00-12:00Uhr, Ihnestr. 21, Seminarraum E

Die Voraussetzung für ein gelingendes politikwissenschaftliches Studium ist die Bereitschaft das grundsätzlich politische Interesse in theoriengeleitete Fragestellungen der Disziplin Politikwissenschaft zu übersetzen. Jeder einzelne Schritt vom Interesse zur Erkenntnis muss geübt werden. In meinem Seminar geschieht dies entlang der beiden Themenfelder Arbeit und Umwelt in der politikwissenschaftlichen Analyse. Betrachtet werden zum einen die radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt, die mit dem Stichwort Digitalisierung verbinden und zum anderen die ökologische Krise, hier insbesondere die durch die globale Erwärmung ausgelösten Klimaveränderungen. Ziel des Seminars ist es sie mit der Subdisziplin der Politikfeldforschung und ihren Voraussetzungen vertraut zu machen.

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Zukünftige Lehrveranstaltungen (SoSe 2020):

15012 + 15013 (Proseminar) Einführung in die qualitative Sozialforschung mit dem Schwerpunkt Datenanalyse in der Politikwissenschaft (I) + (II)

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Vergangene Lehrveranstaltungen:

Sommersemester 2019

15016 (Proseminar) Diskurs-Dispositiv-Analyse - Theorie, Methode, Anwendung
Freitag 10:00-12:00Uhr, Ihnestr. 21, Seminarraum E

Qualitative Methoden haben es in der deutschen Politikwissenschaft traditionell schwer. Zumindest in der empirischen Politikforschung liegt der Fokus meist und gerne auf der quantitativen Umfrageforschung. Dafür gibt es Gründe. So integrieren nur wenige politikwissenschaftliche Forschungsarbeiten eine explizit methodologisch und theoretisch reflektierte Perspektive auf ihren Gegenstand (vgl. Kittel 2009 und Nullmeier 2006, 287),[1] aber ohne eine methodologische Reflexion der Methode wird diese zum beliebigen Instrument.
Anspruch des Seminars ist es die Methodensensibilität bei den Studierenden zu fördern. Eine wichtige Vorsetzung hierfür ist die Reflexion der methodologischen Fundierung empirischer Forschung und grundlegende Kenntnisse zum Zusammenspiel von Epistemologie, Methodologie und Methode als zentralen Punkt wissenschaftlicher Erkenntnis.
Ein konkretes Anliegen des Seminars ist es die Übersetzung diskursbasierter Ansätze in eine schlüssige methodologische Programmatik und das Erlernen diskursanalytischer Techniken, auch anhand software-basierter Verfahren. Dazu gibt der Projektkurs einen Überblick über aktuelle Theorien, Schulen und Ansätze der Diskursforschung. Besonders herausgehobenen behandelt werden Diskurskonzepte im Anschluss an die Arbeiten von Michel Foucault.
Ziel dieses Seminars ist es die Studierenden zu befähigen in einer Seminararbeit zu einem konkreten politikwissenschaftlichen Problem Stellung zu beziehen. Dabei soll der Nachweis erbracht werden, dass die Studierenden in der Lage sind, eine wissenschaftliche Methodik auf ein gegebenes bzw. von ihr/ihm selbst ausgewählten Problem anzuwenden. Die erarbeiteten diskursanalytischen Ansätze an ausgewählte Themen- und Handlungsfelder der Politikwissenschaft heranzutragen und in eigenen studentischen Projekten umzusetzen. Idealerweise soll es gelingen, die so erarbeiteten Forschungsdesigns und empirischen Anwendungen unter dem Blickwinkel kritischer Diskursansätze auf Macht- und Ausgrenzungsaspekte hin zu vergleichen und damit das Potenzial der Diskursforschung gegenüber anderen Schulen zu unterstreichen.


[1] Kittel, Bernhard, 2009, Eine Disziplin auf der Suche nach Wissenschaftlichkeit: Entwicklung und Stand der Methoden in der deutschen Politikwissenschaft, Politische Vierteljahresschrift, September 2009, Vol. 50, Issue 3, pp 577-603.
Nullmeier, Frank, 2006, Politikwissenschaft auf dem Weg zu Diskursanalyse? In: Keller, Reiner (2006): Handbuch sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Band 1: Theorien und Methoden, Wiesbaden, 287-313.

Literaturauswahl:
Blatter, Joachim; Langer, Phil C.; Wagemann, Claudius (2018): Qualitative Methoden in der Politikwissenschaft. Eine Einführung. [1. Auflage]. Wiesbaden: Springer VS (Grundwissen Politik).
Foucault, Michel (2011): Archäologie des Wissens. 1. Aufl., [Nachdr.]. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 356).
Herschinger, Eva/Nonhoff, Martin (2014): Diskursanalyse in der Politikwissenschaft, in: Angermüller, Johannes/Nonhoff, Martin/Herschinger, Eva/Macgilchrist, Felicitas/Reisigl, Martin/Wedl, Juliette/Wrana, Daniel/Ziem, Alexander (Hg.), Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch, Band 1, 192–207.
Jäger, Margret; Jäger, Siegfried (2007): Deutungskämpfe. Theorie und Praxis kritischer Diskursanalyse. 1. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften (Medien - Kultur - Kommunikation).
Kerchner, B., Diskursanalyse in der Politikwissenschaft. Ein Forschungsüberblick, in: B. Kerchner, S. Schneider (Hg.), Foucault: Diskursanalyse der Politik. Eine Einführung, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006, 33-67.
Nullmeier, Frank (2006): Politikwissenschaft auf dem Weg zu Diskursanalyse? In: Keller, Reiner (2006): Handbuch sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Band 1: Theorien und Methoden, Wiesbaden, 287-313.

15406(a) (Projektseminar) Digitale Gouvernementalität Teil 1 und 2
Montag 08:00-12:00Uhr, Ihnestr. 21, Seminarraum F

In Deutschland begrenzt sich der staatliche Digitalisierungsdiskurs auf die bekannten Offensiven der Infrastrukturförderung für die Industrie, der Arbeitswelt und im Bildungsbereich. Die „Netzpolitik“ orientiert sich als Regierungsstrategie an den Begriffen „Freiheit“ und „Kontrolle“. Im Seminar soll durch die Kopplung der Begriffe „Digital“ und „Gouvernementalität“ der Blick auf das weitaus größere Phänomen uns seinen Erscheinungsformen gerichtet werden.

Mit dem von Michel Foucault geprägten Konzept der „Gouvernementa­lität“ lässt sich ein zusammenhän­gender „Wahrheitsdiskurs“, d.h. das als wahr angesehene und auf eine bestimmte Weise strukturierte Wissen über soziale und politische Zusammenhänge erkennen. In Die Ordnung der Dinge (Foucault 2003) beschäftigt sich Foucault mit der Herausbildung moderner Wissensformen und Disziplinen, wobei er vor allem die These stark macht, dass es jeweils historisch dominante epistemische Grundfiguren (episteme) gibt, die einzelne Wissensbereiche bzw. Disziplinen übergreifen. Er diskutiert die auch bei Marx verhandelten Theorieschulen von Merkantilismus, Physiokratie und klassischer politischer Ökonomie, stellt aber nur beiläufig auf jenen Prozess ab, den man von Marx aus als Genese des modernen industriellen Kapitalismus beschreiben würde.

Um heutige Entwicklungstendenzen zu spezifizieren wenden wir uns im zweiten Teil des Seminars der These des „kognitiven Kapitalismus“ zu. Dieser geht davon aus, das sich der Kapitalismus die kognitiven Kapazitäten immer mehr aneignet und das Verhältnis von Kapital, Arbeit, Kognition und digitalen Medientechnologien neu figuriert. Von besonderem Interesse wird hier sein, dass in der Theorie des kognitiven Kapitalismus (TkK) – nach dem merkantilen und industriellen Kapitalismus – sich ein Akkumulationsregime formiert, das auf dem Wert von Wissen basiert. „Eine Produktionsweise, in der der Gegenstand der Akkumulation vorwiegend aus Wissen besteht, die sowohl zur grundlegenden Quelle der Wertschöpfung als auch zu demjenigen Ort wird, wo die Inwertsetzung stattfindet“ (Moulier-Boutang 2012).

Ziel des Seminars ist es im Zusammenhang mit Foucaults Analysekonzept der Gouvernementalität und der Theorien zum Kognitiven Kapitalismus (TkK) die tektonischen Verschiebungen in unserer Gesellschaft zu befragen und in entsprechende Forschungsdesigns zu überführen.

Michel Foucault formulierte in den 1970er Jahren in der Geschichte der Gouvernementalität ein Konzept, demnach der Staat selbst ein gesellschaftliches Verhältnis darstellt und nicht einfach von der Gesellschaft isoliert begriffen werden kann. Dieser theoretische Zugang ermöglicht die Eigensinnigkeit staatlicher Strukturen, Wechselwirkungen oder Beziehungsmuster von Handlungssphären und institutionellen Arrangements zu untersuchen.

  • Wie lassen sich die Diskurse im Regime digitaler Gouvernementalität analysieren?
  • Wie und unter welchen Bedingungen müssten neue Institutionen und politische Räume geschaffen werden um weitere Abkopplungsprozesse und die Auflösung politischer Öffentlichkeit zu transformieren ohne negative Nebenfolgen?

Foucault entwickelt sein Diskurskonzept im Wesentlichen in der „Archäologie des Wissens“. Der Hauptfokus des methodischen Teils des Seminars wird nach der Einführung in die methodologische Position der Foucaultschen Diskursanalyse auf der Entwicklung einer diskursanalytischen Fragestellung und Forschungsdesigns liegen.

Literaturverzeichnis

Angermüller, Johannes (2014): Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Bielefeld: Transcript-Verl. (Sozialtheorie).
Online verfügbar unter http://www.degruyter.com/view/product/430342.
Daum, Timo (2017): Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie. Hamburg: Edition Nautilus.
Daum, Timo (2019): Die Künstliche Intelligenz des Kapitals. 1. Originalveröffentlichung. Hamburg: Edition Nautilus GmbH (Nautilus Flugschrift).
Diaz-Bone, Rainer (2006): Zur Methodologisierung der Foucaultschen Diskursanalyse, in: Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal] 7(1). Verfügbar über: http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/71/146.
Diaz-Bone, Rainer (2006): Die interpretative Analytik als methodologische Position. In: Kerchner, Brigitte & Schneider, Silke (Hrsg.): Foucault: Diskursanalyse der Politik. Eine Einführung. Wiesbaden: VS Verlag, S. 68-84.
Diaz-Bone, Rainer (2013): Sozio-Episteme und Sozio-Kognition. Epistemologische Zugänge zum Verhältnis von Diskurs und Wissen, in: Viehöver, Willy/Keller, Reiner/Schneider, Werner (Hrsg.) (2013): Diskurs - Sprache - Wissen. Interdisziplinäre Beiträge zum Verhältnis von Sprache und Wissen in der Diskursforschung. Wiesbaden: VS-Verlag, S. 79-96.
Diaz-Bone, Rainer (2015). Die Sozio-Epistemologie als methodologische Position Foucaultscher Diskursanalysen. Zeitschrift für Diskursforschung, 1. Beiheft "Diskurs - Interpretation - Hermeneutik", 43-61.
Diaz-Bone, Rainer (2017): Warum Performativität? Perspektiven für eine konventionalistische Methodologie der Foucaultschen Diskursanalyse. In: Zeitschrift für Diskursforschung 1/2017.
Foucault, Michel (2015): Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. 23. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 96).
Fuchs, Christian; Mosco, Vincent (Hg.) (2017): Marx in the age of digital capitalism. Chicago: Haymarket Books (Studies in critical social sciences).
Gary King, Robert O. Keohane und Sidney Verba (1994), Designing Social Inquiry. Scientific Inference in Qualitative Research, Princeton, NJ: Princeton University Press
Hildebrandt A., Jäckle S., Wolf F., Heindl A. (2015) Diskursanalyse. In: Methodologie, Methoden, Forschungsdesign. Springer VS, Wiesbaden
Kerchner, Brigitte, Schneider, Silke (Hrsg.) 2006, Foucault: Diskursanalyse der Politik, Eine Einführung, Wiesbaden
Lanier, Jaron (2014): Wem gehört die Zukunft? "Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt.". Hamburg: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (Naturwissenschaft).
Lanier, Jaron (2018): Anbruch einer neuen Zeit. Wie Virtual Reality unser Leben und unsere Gesellschaft verändert. 1. Auflage. Hamburg: Hoffmann und Campe.
Lanier, Jaron (2018): Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst. Hamburg: Hoffmann und Campe. Online verfügbar unter http://www.hoca.de.
Marttila, Thomas (2010): Constrained constructivism in post-structural discourse analysis. Sociologia Internationalis 48(1), S. 91-112.
Marx, Karl; Engels, Friedrich (1983): [Ökonomische Manuskripte 1857/1858]. Berlin: Dietz (Werke, 42).
Moulier-Boutang, Yann (2011): Cognitive Capitalism. 1., Auflage. New York, NY: Wiley, J.
Schrage, Dominik (2013): Die Einheiten der Diskursforschung und der Streit um den Methodenausweis. Zeitschrift für Diskursforschung 1(3), S. 246-262.

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Wintersemester 2018/2019

15003(a) (PS/MWA) Arbeit und Umwelt in der politikwissenschaftlichen Analyse
Montag 08:00-12:00Uhr, Garystr. 55, Seminarraum 302b

Die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung können im Bereich wohlfahrtsstaatlicher Politik bearbeitet werden. Basierend auf der Kenntnis der wichtigsten Theorien zum Wohlfahrtsstaat und sozialstaatlicher Maßnahmenanpassung werden u.a. folgende Fragestellungen diskutiert. Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf das wohlfahrtsstaatliche Arrangement unseres Landes und das anderer Länder? Welche Vergleichsebenen sind im Ländervergleich möglich? Welche Datenbanken stehen zur Verfügung und können von Studierenden genutzt werden? Im Gegensatz zur vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung ist die international vergleichende Umweltforschung noch ein relativ junges Feld, welches aber vor dem Hintergrund der Klimakatastrophen umso bedeutender ist. Auch hier stellt sich die Frage, nach Anreizsystemen, die das umweltpolitische Verhalten beeinflussen, nach der Etablierung von verschiedenen Organisationen, Institutionen und Verfahren und deren Einfluss auf die politischen outputs und outcomes. Der Anstoß zur Policy-Forschung in der Bundesrepublik erwuchs in den 1970er Jahren aus dem gesteigerten Beratungsbedarf für die politische Praxis. Im dritten Teil des Seminars wollen wir uns abschließend mit den Vor- und Nachteilen des praxisorientierten Forschungszweigs auseinandersetzen, denn nicht zuletzt sind die Themenfelder Arbeit und Umwelt als Krisenphänomene miteinander verbunden. Können wir mit einer oft sehr kleinteiligen Politikfeldanalyse Antworten auf die übergreifenden, großen Fragen unserer Zeit erhalten?

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Sommersemester 2018

15085 (Proseminar) Arbeit und Umwelt in der Politikfeldforschung in Theorie und Methode

Der Anstoß zur Policy-Forschung in der Bundesrepublik erwuchs in den 1970er Jahren aus dem gesteigerten Beratungsbedarf für die politische Praxis. Die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung können im Bereich wohlfahrtsstaatlicher Politik bearbeitet werden. Basierend auf der Kenntnis der wichtigsten Theorien zum Wohlfahrtsstaat und sozialstaatlicher Maßnahmenanpassungen werden u.a. folgende Fragestellungen diskutiert. Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf das wohlfahrtsstaatliche Arrangement unseres Landes und das anderer Länder? Welche Vergleichsebenen sind im Ländervergleich möglich? Im Gegensatz zur vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung ist die international vergleichende Umweltforschung noch ein relativ junges Feld, welches aber vor dem Hintergrund der Klimakatastrophen umso bedeutender ist. Auch hier stellt sich die Frage, nach Anreizsystemen, die das umweltpolitische Verhalten beeinflussen, nach der Etablierung von verschiedenen Organisationen, Institutionen und Verfahren und deren Einfluss auf die politischen outputs und outcomes. Neben der Aufarbeitung der inhaltlichen Fachdiskussion zum Untersuchungsgebiet wird ein Überblick zu möglichen Forschungsfragen, sowie Anhaltspunkte, wie diese erreicht wurden (Methoden, Fallauswahl, theoretischer Bezug) gegeben.

Literaturauswahl:
Bernauer, Thomas; Jahn, Detlef; Kuhn, Patrick; Walter, Stefanie (2015): Einführung in die Politikwissenschaft. 3. Auflage. Baden-Baden: Nomos (Studienkurs Politikwissenschaft, 3917).
Jahn, Detlef (2013): Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft. 2. Aufl. 2013. Wiesbaden, s.l.: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.1007/978-3-531-19873-6.


15087 (Proseminar) Die Grenzen des kooperativen Staats und seiner Politikinstrumente

Nach dem von Ernst-Hasso Ritter geprägten Begriff des „kooperativen Staats“ ist die zweite deutsche Republik durch eine bemerkenswerte Erwartungsstabilität und Berechenbarkeit geprägt. In der Rückschau stellte der Prozess der deutschen Wiedervereinigung für diese Staatsform der zahlreichen Formen der Politikverflechtung eine besondere Herausforderung dar. Über Jahre hinweg kam vieles anders als gedacht. Wesensmerkmal eines kooperativen Staates ist, dass dieser auf den Zusammenhalt mit gesellschaftlichen Akteuren setzt. Seine Handlungsmodi sind weniger durch hierarchische Steuerungsversuche gekennzeichnet als durch indirekte Steuerung durch Anreizsetzung und Kooperation. Hierzu findet sich eine ausgedehnte Diskussion. Herausforderungen und Grenzen in der Problemlösungskompetenz in kooperativen Arrangements sollen im zweiten Teil des Seminars beispielhaft auf dem Politikfeld der Umwelt- und Arbeitsmarktpolitik veranschaulicht werden. Im dritten Teil des Seminars wird die Ideen des „Kooperativen Staats“ und mit der fundamentalen Kritik, die von Colin Crouch und Chantale Mouffe formuliert wurde, konfrontiert. Leitfragen des Seminars sind: Wo liegen die Grenzen des kooperativen Staats? Was nützen uns die vorherigen Debatten zur aktuellen Analyse des Regierens? Welchen Aufschluss kann uns die Idee eine Kooperativen Staates über den derzeitigen Zustand der repräsentativen, liberalen Demokratie in Deutschland geben?


15407(a) (Projektseminar) Digitale Gouvernementalität (Teil I und II)

Foucaults Gouvernementalitätsstudien sind Politikfeldanalysen, die danach fragen auf welche Art und Weise ein bestimmter Diskurs geordnet wird, wie politische Akteure die Realität wahrnehmen, Probleme definieren und lösen. Darüber hinaus zielen sie auf die Konstitution neuer Formen regierbarer Subjekte. Die Forschungsperspektive verspricht die Möglichkeit die Beziehung von ‚Regieren‘ und ‚Internet‘ und deren Konstitutionsmomente und Dynamiken im Begriff der „Digitalen Gouvernementalität“ zusammen zu fassen. Im ersten Teil des Projektkurses soll durch intensive Lektüre von Michel Foucaults Geschichte der Gouvernementalität die Grundlage für das gemeinsame Arbeiten geschaffen werden. Im anwendungsoriertierten Teil des Projektkurses soll das Schreiben eigener Texte im Zentrum stehen.

Literaturauswahl:
Foucault, M. (2000), Staatsphobie. In U. Bröckling, S. Krasmann, & T. Lemke (Hrsg.), Governementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen (S. 68-71), Frankfurt a.M.
Foucault, Michel (2006): Geschichte der Gouvernementalität I. Sicherheit, Territorium, Bevölkerung; Geschichte der Gouvernementalität II. Die Geburt der Biopolitik. Vorlesungen am Collège de France 1977/78 und 1978/79, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M.

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Wintersemester 2017/2018

15001 (PS/MWA) Arbeit und Umwelt in der politikwissenschaftlichen Analyse und Vergleich

Voraussetzung für ein politikwissenschaftliches Studium ist es die grundsätzliche politische Interessiertheit auf eine theoriegeleitete und empirisch gestützte Forschungstätigkeit auszurichten. Dabei will jeder einzelne Schritt gelernt sein. Im Seminar werden erste Kenntnisse über wissenschaftliche Fragestellungen, Theorie, Fallauswahl, Operationalisierung und Datenerhebung entlang der Themenfelder Arbeit und Umwelt vermittelt. Die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung können im Bereich wohlfahrtsstaatlicher Politik bearbeitet werden. Basierend auf der Kenntnis der wichtigsten Theorien zum Wohlfahrtsstaat und sozialstaatlicher Maßnahmenanpassungen werden u.a. folgende Fragestellungen diskutiert. Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf das wohlfahrtsstaatliche Arrangement unseres Landes und das anderer Länder? Welche Vergleichsebenen sind im Ländervergleich möglich? Welche Datenbanken stehen zur Verfügung und können von Studierenden genutzt werden? Im Gegensatz zur vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung ist die international vergleichende Umweltforschung noch ein relativ junges Feld, welches aber vor dem Hintergrund der Klimakatastrophen umso bedeutender ist. Auch hier stellt sich die Frage, nach Anreizsystemen, die das umweltpolitische Verhalten beeinflussen, nach der Etablierung von verschiedenen Organisationen, Institutionen und Verfahren und deren Einfluss auf die politischen outputs und outcomes. Der Anstoß zur Policy-Forschung in der Bundesrepublik erwuchs in den 1970er Jahren aus dem gesteigerten Beratungsbedarf für die politische Praxis. Im dritten Teil des Seminars wollen wir uns abschließend mit den Vor- und Nachteilen des praxisorientierten Forschungszweigs auseinandersetzen, denn nicht zuletzt sind die Themenfelder Arbeit und Umwelt als Krisenphänomene miteinander verbunden. Können wir mit einer oft sehr kleinteiligen Politikfeldanalyse Antworten auf die übergreifenden, großen Fragen unserer Zeit erhalten?
Literaturauswahl:
Bernauer, Thomas; Jahn, Detlef; Kuhn, Patrick; Walter, Stefanie (2015): Einführung in die Politikwissenschaft. 3. Auflage. Baden-Baden: Nomos (Studienkurs Politikwissenschaft, 3917).
Jahn, Detlef (2013): Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft. 2. Aufl. 2013. Wiesbaden, s.l.: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.1007/978-3-531-19873-6.

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Sommersemester 2017

15087 (Proseminar) Geschlechterpolitik und die Digitalisierung von Arbeit und Konsum

Geschlechterungleichheit wird nach wie vor wesentlich in Organisationen und Unternehmen (re-)produziert. Zwar ist empirisch belegt, dass die Bedeutung der Geschlechterdifferenz zwar abnimmt, aber mit Blick in die Arbeitsmarkt- und Berufsstatistiken geschlechterhierarchische Arrangements in der Arbeitswelt unübersehbar persistent sind. Vor diesem Hintergrund lautet die Ausgangsthese des Seminars: Techniken der Digitalisierung und Vernetzung können Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern weiter reproduzieren, wenn dem nicht durch aktiv Gestaltung des Wandels entgegengewirkt wird. Frauen werden von der Digitalisierung nur profitieren, wenn sie den Transformationsprozess mitgestalten. Nach der gemeinsamen Erarbeitung von verschiedenen theoretischen, empirischen und konzeptionellen Zugängen zum Thema Arbeit und Geschlecht wird die Beantwortung der folgenden Fragen ein Lernziel des Seminars: ­ Wie sehen die strukturellen Bedingungen für eine geschlechterpolitische Intervention beim Thema Digitalisierung von Arbeit aus? ­ Wie wird der Wandlungsprozess aus der Geschlechterperspektive von durch die jeweiligen politischen Akteur*innen wahrgenommen? ­ Wo, wie und wen, warum und unter welchen Bedingungen wird in den aktuellen Prozessen der Digitalisierung Geschlecht relevant (gemacht) bzw. werden tradierte Segregationslinien durchbrochen? ­ Können die derzeit stattfindenden betrieblichen Veränderungsprozesse genutzt werden, um Benachteiligungen abzubauen, oder werden sie sich eher verstärken? ­ Wie wird in der Debatte um Arbeit 4.0, Industrie 4.0 bislang die Geschlechterfrage behandelt?

Literaturauswahl:
Aulenbacher, Brigitte (2008): Arbeit und Geschlecht im Umbruch der modernen Gesellschaft. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss.
Barke, Helena; Siegeris, Juliane; Freiheit, Jörn (2016): Gender und IT-Projekte. Neue Wege zu digitaler Teilhabe.
Freudenschuss, Magdalena (Hg.) (2014): Digitalisierung zwischen Utopie und Kontrolle. Femina Politica e.V. Leverkusen: Budrich (Femina politica, 23.2014,2).
Gildemeister, Regine (Hg.) (2007): Erosion oder Reproduktion geschlechtlicher Differenzierungen? Widersprüchliche Entwicklungen in professionalisierten Berufsfeldern und Organisationen. 1. Aufl. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Kutzner, Edelgard (2017): Arbeit und Geschlecht. Die Geschlechterperspektive in der Auseinandersetzung mit Arbeit – aktuelle Fragen und Herausforderungen. Hg. v. Hans-Böckler Stiftung. Berlin (Working Paper). Online verfügbar unter https://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_030_2017.pdf, zuletzt geprüft am 31.03.2017.


15243 (Hauptseminar) Der doppelte Krisendiskurs: Arbeit und Umwelt als Problem

Bislang werden die Krisendiskurse zu den zwei großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit, der radikalen Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung und die durch die globale Erwärmung ausgelöste Klimakatastrophen, weitestgehend getrennt betrachtet. Als deren Klammer fungiert der Begriff der Nachhaltigkeit, der auf die „actuallly existing unsustainabilty“ (Barry 2012) der gesellschaftlichen Wirklichkeit hinweist. Nach der Veröffentlichung des Brundtland Berichts "Unsere gemeinsame Zukunft zur globalen Entwicklung" (1987) setzte ein weltweiter Diskurs zum neu geschaffenen Begriff der "Nachhaltigen Entwicklung" ein. Trotz rhetorischem Exzess und akademischer Kritik am Begriff bildet er bis heute leitende Norm der Umweltpolitik. Im Bericht des United Nations Development Programme „Arbeit und menschliche Entwicklung“ (UNDP 2015) wird der Begriff der nachhaltigen Arbeit „definiert als Arbeit, die der menschlichen Entwicklung förderlich ist und gleichzeitig negative Außenwirkungen (…) verringert oder ausschaltet. Sie ist nicht nur für die Erhaltung unseres Planeten entscheidend, sondern auch um sicherzustellen, das künftige Generationen weiterhin Arbeit haben.“ (UNDP 2015: 45) Vor dem Hintergrund der konzeptionellen Ambiguität soll zunächst einleitend eine Bestandsaufnahme zum Stellenwert von Arbeit in der sozialwissenschaftlichen Umweltforschung bzw. der soziologischen Arbeitsforschung vorgenommen werden. Im zweiten Teil des Seminars wird auf die Besonderheit von Krisendiskursen eingegangen. Ziel des Seminars ist es, Inhalt und Funktion von Krisendiskursen analysieren und miteinander vergleichen zu können. Des Weiteren sollen durch die Vermittlung von Grundkenntnissen in der Methodik der Diskursanalyse die Studierenden befähigt werden, diese im Rahmen einer Hausarbeit praktisch anzuwenden.

Literaturauswahl:
Barry, John (2012), The Politics of Actually Existing Unsustainability: Human Flourishing in a Climate-Changed, Carbon-Constrained World, New York.
Kämper, Heidrun; Warnke, Ingo H. (Hrsg), (2015), Diskurs - Interdisziplinär, Zugänge, Gegenstände, Perspektiven, Berlin/Boston.


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Sommersemester 2016

15084 (Proseminar) Gewerkschaften im High-Tech-Kapitalismus

Neben den sozialen Sicherungssystemen sind die Gewerkschaften eine wichtige Basisinstitution des Wohlfahrtstaats. Entgegen dem medialen Diskurs sind sie seit einigen Jahren sowohl von politischen Parteien als auch von deutschen Unternehmensvorständen aus der High-Tech Branche als Sozialpartner gefragt, so dass inzwischen von einer ungeahnten Renaissance der Gewerkschaften gesprochen wird. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Als intermediäre Organisation sollen die Gewerkschaften den durch die digitale Revolution ausgelösten, tiefgreifenden Strukturwandel aktiv begleiten. Sie sollen neue Ansätze in der Aus- und Weiterbildung vorantreiben oder einen auf gegenseitigem Vertrauen aufbauenden Kompromiss zu Arbeits- und Ruhezeiten erarbeiten. Da Arbeitsorte jenseits des betrieblichen Arbeitsplatzes vermehrt gelebte Realität sind, sollen neue Arbeitsformen wie das über Online-Portale organisierte Crowdworking nicht per se abgelehnt, sondern tarifpolitisch gestaltet werden. Wie gehen die Gewerkschaften mit diesem tiefgreifenden Arbeitsmarktwandel und den entsprechenden Widersprüchen um? Wie sozial und ökologisch nachhaltig sind die Antworten die die Gewerkschaften in ihrer Begleitung des Strukturwandels geben? Im Seminar werden wir aber nicht nur die Herausforderungen für die deutschen Gewerkschaften analysieren. Unter der Berücksichtigung der Diversität der europäischen Gewerkschaftsbewegung werden wir vergleichend auf deren Reaktionen auf das Europa 4.0 schauen. Als theoretischer Rahmen zur Bearbeitung von Verteilungskonflikten zwischen Interessenorganisationen von Kapital und Arbeit empfiehlt sich eine Variante des Machtressourcen-Ansatzes, die auf Erik O. Wright (2000) zurückgeht.

Literaturauswahl:
Bernaciak, Magdalena; Gumbrell-McCormick, Rebecca; Hyman, Richard (2014): European trade unionism. From crisis to renewal? Brussels: ETUI (Report / European Trade Union Institute, 133).
Dumbadze, Devi (2009): Erkenntnis und Kritik. Zeitgenössische Positionen. Bielefeld: Transcript  (Sozialtheorie).
Funken, Christiane (2008): Digitalisierung der Arbeitswelt. Die Neuordnung formaler und informeller Prozesse in Unternehmen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Haipeter, Thomas; Dörre, Klaus (Hg.) (2011): Gewerkschaftliche Modernisierung. 1. Aufl. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss.
Haug, Wolfgang Fritz, "Gewerkschaften im Hightech-Kapitalismus vor der Hegemoniefrage". Das Argument Jg. 51 (2009), H. 6= H. 284, 879-893.
Hoffmann, Reiner; Bogedan, Claudia (2015): Arbeit der Zukunft. Möglichkeiten nutzen - Grenzen setzen. Frankfurt am Main: Campus-Verlag. Online verfügbar unter http://www.content-select.com/index.php?id=bib_view&ean=9783593432144.
Schmalz, Stefan; Dörre, Klaus (2013): Comeback der Gewerkschaften? Machtressourcen, innovative Praktiken, internationale Perspektiven. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Campus Verlag (Labour Studies, 5). Online verfügbar unter http://search.ebscohost.com/login.aspx?direct=true&scope=site&db=nlebk&db=nlabk&AN=860271. Schroeder, Wolfgang; Greef, Samuel (Hg.) (2014): Handbuch Gewerkschaften in Deutschland. 2., überarb., erw. und aktualisierte Aufl. Wiesbaden: Springer VS.

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Wintersemester 2015/2016

15010 (PS/MWA) Nachhaltige Entwicklung - vom Begriff zum Diskurs zur Forschungsagenda

Nach der Veröffentlichung des Brundtland Berichts "Unsere gemeinsame Zukunft zur globalen Entwicklung" (1987) setzte ein weltweiter Diskurs zum neu geschaffenen Begriff der "Nachhaltigen Entwicklung" ein. Trotz rhetorischem Exzess und akademischer Kritik am Begriff bildet er bis heute leitende Norm der Umwelt- und Entwicklungspolitik. Nicht zuletzt lässt sich das Potential des Begriffs auf die mit ihm verbundene Assoziation einer wissenschaftlich basierten moralischen Dringlichkeit und einer nahezu ungeteilten globalen Affirmation begründen. Vor dem Hintergrund der konzeptionellen Ambiguität soll im Proseminar Studienanfänger*innen die Bedeutung von Begriffen, theoretischen Konzepten, Fragestellungen und Materialauswahl als Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens (MWA) näher gebracht werden.


15083 (Proseminar) [GEND] Gender und Nachhaltigkeit - Einführung in ein weites Praxis- und Forschungsfeld

In Reaktion auf den Super-GAU des Atomreaktors Tschernobyl am 26. April 1986 haben Feministinnen und Ökologinnen ihre wichtigen Positionen erstmals aufeinander bezogen. Heutzutage fächert sich die genderorientierte Nachhaltigkeitsforschung in thematisch und theoretisch vielfältige Zugänge auf. Geblieben ist die Positionierung im Forschungsfeld herrschaftskritischer Ungleichheitsforschung. Dies vorausgeschickt werden wir uns im Rahmen des Seminars nach der heutigen Wirkmächtigkeit der genderorientierten Nachhaltigkeitsforschung fragen. Welchen theoretischen und praktischen Stellenwert kann eine genderorientierte Nachhaltigkeitsforschung in den gesellschaftspolitischen Aushandlungsprozessen einnehmen? Und wie hoch ist das Veränderungspotenzial einer genderorientierten Nachhaltigkeitsforschung einzuschätzen? Das Seminar gliedert sich inhaltlich in drei Lernabschnitte: - Konzeptionelle Zugänge - Geschlechterkonstruktionen in Umweltdiskursen - wissenschaftlichen, strukturellen und qualifikatorischen Bedingungen zur Förderung von genderorientierter Nachhaltigkeitsforschung. Mit diesem Dreischritt folgt das Seminar dem 2015 erschienenen Sammelband von Christine Katz et.al. "Nachhaltigkeit anders Denken". Das Buch wird als Primärliteratur eingesetzt. Ziel des Seminars ist es die Grundlagen für das Verfassen einer Hausarbeit zu den Erfolgsbedingungen und die Hindernissen genderorientierte Nachhaltigkeitsforschung zu vermitteln.


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Eine Übersicht über die am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin gehaltenen Lehrveranstaltungen finden Sie hier.

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