MATH+ als Forschungsobjekt – Exzellenz in der Praxis: Internationalisierung, Geschlecht und organisationale Innovation in MATH+
Internationalisierung und Geschlechtergleichstellung gelten an europäischen Hochschulen zunehmend als zentrale Voraussetzungen wissenschaftlicher Exzellenz. Zugleich zeigt die Forschung, dass entsprechende Strategien selten bruchlos in die organisationale Praxis übersetzt werden und häufig als getrennte Handlungsfelder behandelt werden, obwohl sie in komplexer Weise miteinander verschränkt sind.
Das Projekt untersucht daher, wie Strategien der Internationalisierung, Diversität und Gleichstellung im Zusammenspiel mit Exzellenzanforderungen in organisationale Strukturen, Programme und alltägliche Praxis übersetzt werden. Im Fokus stehen dabei die entstehenden Spannungen und Synergien sowie intendierte und nicht intendierte Effekte dieser Prozesse. Als Untersuchungsfall dient ein Exzellenzcluster, in dem diese Anforderungen in verdichteter Form zusammenkommen.
Methodisch folgt das Projekt einem mehrstufigen qualitativen Forschungsdesign: Die Analyse zentraler Strategiedokumente wird mit Expert*inneninterviews sowie narrativen Interviews mit wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Personal kombiniert und mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Auf diese Weise lassen sich sowohl formale Strukturen als auch alltägliche Erfahrungen und Deutungen rekonstruieren.
Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu aktuellen Debatten über die Organisation von Exzellenz, Internationalisierung, Diversität und Gleichstellung in Wissenschaft und Hochschule.
Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Kathrin Zippel, die für Rückfragen gerne zur Verfügung steht.