Forschungsschwerpunkt I: Diffusion von Policy-Ideen zu Gender und Diversity
Die Projekte dieses Schwerpunkts analysieren, wie sogenannte change agents Forderungen nach Gleichstellung und Diversität in der Wissenschaft artikulieren und aushandeln – und dabei Spannungsfelder innerhalb und zwischen Institutionen, Ländern und Regionen erzeugen. So tendieren Diskurse über academic excellence im Hochschulbereich beispielsweise dazu, Vorstellungen von Meritokratie den demokratischen Werten von Gleichheit und Diversität entgegenzustellen.
Zur Untersuchung der Rolle von Geschlecht und Diversität in diesen und verwandten Debatten (etwa um Quoten, Gewalt, Partizipation und Stimme) kombinieren die Projekte qualitative und computergestützte Textanalysen von Berichten zu Gender und Diversität in der Wissenschaft. Dadurch werden Entstehung, Transformation und Verbreitung zentraler Konzepte und Ideen nachvollziehbar.
Darüber hinaus wird analysiert, wie Entwicklungen und anhaltende Auseinandersetzungen um Gender und Diversität in der Wissenschaft mit weiteren Prozessen im Feld verknüpft sind – etwa mit dem Diskurs um academic excellence, der Neoliberalisierung des Hochschulsektors, Forderungen nach internationaler Wettbewerbsfähigkeit sowie den scheinbar gegensätzlichen Prinzipien von Meritokratie einerseits und den demokratischen Werten von Gleichheit und Diversität andererseits.