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Diskriminierung, Emotionen und Verbraucher:innenverhalten

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Bildquelle: eigene Aufnahme

Diskriminierung, Emotionen und Verbraucher:innenverhalten. Grundlagenforschung und Anwendungsmöglichkeiten für eine feministische Verbraucher:innenarbeit (DEVGAV)

Projektlaufzeit: Mai 2025 bis April 2027
Förderinstitution: BMJV (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz)
Inhaltliche Leitung: Dr. Matthias Schneider (Freie Universität Berlin)
Projektumsetzung: Friederike Rosenbaum (FU Berlin), Marlene Münsch, Julius Rauber, Sophia Dasch (ConPolicy)

In den letzten Jahren haben Diskurse um Diversität und die damit verbundenen Aushandlungsprozesse zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dennoch gehören Diskriminierungserfahrungen für viele Menschen weiterhin zum Alltag – auch im Kontext des Konsums. Märkte sind keineswegs neutrale Räume, sondern werden durch soziale Ungleichheiten geprägt. Konsument:innen können systematische Benachteiligungen aufgrund von Alter, Behinderung, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit erfahren. Diese diskriminierenden Erfahrungen führen häufig zu erheblichen emotionalen und psychischen Belastungen und können das Konsumverhalten nachhaltig verändern.

Obwohl internationale Studien diese Dynamiken punktuell untersucht haben, wurde das Zusammenspiel von Diskriminierung, Emotionen und Verbruacher:innenverhalten bislang nicht systematisch im Kontext deutscher Märkte erforscht.

Das Forschungsprojekt DEVGAV schließt diese Forschungslücke. Die Freie Universität Berlin (FU Berlin) arbeitet hierzu in interdisziplinärer Kooperation mit ConPolicy – Institut für Verbraucherpolitik, um empirisch zu untersuchen, wie Diskriminierung, emotionales Erleben und Verbraucher:innenverhalten miteinander interagieren. Ziel ist es, evidenzbasierte Empfehlungen und Materialien für eine diskriminierungs- und emotionssensible Verbraucher:innenpolitik und -arbeit zu entwickeln.

Das Projekt wird in folgenden Arbeitspaketen umgesetzt:

  • Arbeitspaket 1: Theoretische und empirische Grundlagenforschung zum Zusammenhang von Diskriminierung, Emotionen und Verbraucher:innenverhalten in unterschiedlichen Marktkontexten.

  • Arbeitspaket 2: Analyse bestehender Strategien und Praktiken im Umgang mit Diskriminierung und Emotionen in Verbraucher:innenorganisationen auf Basis von Expert:inneninterviews.

  • Arbeitspaket 3: Partizipative Entwicklung eines Zielmodells für eine diskriminierungs- und emotionssensible Verbraucher:innenarbeit sowie Politikempfehlungen zu deren institutioneller Verankerung.

  • Arbeitspaket 4: Verbreitung der Forschungsergebnisse durch eine wissenschaftliche Tagung und Open-Access-Publikationen.

Im Rahmen dieser Kooperation übernimmt die FU Berlin die Leitung der theoretischen und wissenschaftskommunikativen Projektanteile (Arbeitspakete 1 und 4), während ConPolicy seine Expertise in der angewandten Verbraucher:innenpolitik einbringt und die praxisorientierten Arbeitspakete (Arbeitspakete 2 und 3) verantwortet.

Das Projekt folgt einem partizipativen Forschungsansatz. Die Ergebnisse werden in Workshops mit Akteur:innen der Verbraucherarbeit und Antidiskriminierungsarbeit diskutiert und weiterentwickelt. Dieser dialogorientierte Prozess stellt sicher, dass die Forschungsergebnisse praxisrelevant sind und einen Beitrag zur Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen an der Schnittstelle von Konsum, Diskriminierung und Diversität leisten.