Transnationales Humankapital und soziale Ungleichheit - Eine qualitative Studie über elterliche Motive für die Wahl bilingualer Grundschulen

Sarah Rasche

Berlin Studien zur Soziologie Europas Nr. 31 | Februar 2014 | Download als pdf

 

Abstract

Transnationales Humankapital – insbesondere in Form von Fremdsprachenkenntnissen oder interkulturellen Kompetenzen – wird als Ressource im Kontext von Europäisierung und Globalisierung zunehmend wichtiger. Die Vermittlung solcher Kompetenzen geschieht sowohl über die Familie als auch über Bildungsinstitutionen. Eine Möglichkeit sehr früher Aneignung solcher Kapitalien ist der Besuch einer bilingualen Grundschule, die ab der ersten Klasse zweisprachigen Unterricht anbietet. Auf der Grundlage von Leitfadeninterviews mit (deutschsprachigen) Eltern, deren Kinder eine solche Schule besuchen, rekonstruiert die Arbeit elterliche Motive und Erwartungen an eine solche Ausbildung. Ein zweiter Fokus liegt auf der Frage der sozialen Ungleichheit im Zugang zu bilingualen Schulen und den damit einhergehenden Vorteilen für die weitere Bildungs- und Berufskarriere. Grundsätzlich wird der Zugang zum Erwerb transnationalen Humankapitals durch das kulturelle (transnationale) Kapital der Eltern und – auch aufgrund der zunehmenden Privatisierung der Schulen – durch deren ökonomisches Kapital gesteuert. Und obwohl alle untersuchten Familien in Bezug auf ihre Ressourcenausstattung recht homogen sind, finden sich auch innerhalb dieser Mittelschicht unterschiedliche Erwartungen, Distinktionen und Unterstützungsmöglichkeiten für eine bilinguale Ausbildung.

Soziologie - Euiropäische Gesellschaften