(GEND) Globale Gouvernementalität, Biopolitik und Geschlecht

(15213)

TypeAdvanced Seminar
InstructorFriederike Beier, Dipl.
InstitutionFU Berlin
Otto-Suhr-Institut
SemesterWiSe 18/19
Scope of Course
RoomGarystr. 55 301 Seminarraum
StartOct 18, 2018 | 02:00 PM
endFeb 14, 2019 | 04:00 PM

In seinen Vorlesungen am Collège de France zwischen 1977 und 1979 formulierte Foucault den Begriff der Gouvernementalität und rekonstruierte historisch die „Geburt der Biopolitik“ (Foucault 2004). Beide Perspektiven wurden seitdem verwendet, um Macht- und Regierungstechniken in (neo-) liberalen Gesellschaften zu erklären. Die aufkommende Literatur zur globalen Gouvernementalität hat das Konzept erweitert. Mit seiner Hilfe werden u.a. Regierungsweisen und Praktiken der Quantifizierung im globalen Kontext untersucht. Ein Großteil dieser Forschung ist jedoch geschlechtsblind und lässt eine intersektionale oder postkoloniale Perspektive vermissen. Die feministische Staatstheorie hat das Konzept der Gouvernementalität dazu genutzt, um neoliberale (Geschlechter)Normen und die Konstruktion von Geschlecht durch staatliches Handeln aufzudecken. Feministischen Literatur zu Biopolitik beschäftigt sich mit dem heteronormativen Regieren von Körpern und sexueller Reproduktion, wie beispielsweise Studien über Sexualität, Körperpolitik und Reproduktionstechnologien zeigen. Auch wenn Biopolitik und Gouvernementalität bei Foucault nicht systematisch zusammengedacht wurden, stehen sie doch in einem engen Zusammenhang. Beide zusammen können die Analyse von geschlechter- und anderen Ungleichheitsverhältnissen ermöglichen und erweitern. In dem Seminar werden wir uns zuerst einen Überblick über die Literatur der Global Governmentality Studies, dem Konzept der Biopolitik und feministische Lesarten und Erweiterungen verschaffen, bevor wir die Zusammenhänge von globaler Gouvernementalität und Biopolitik aus einer intersektionalen Perspektive diskutieren. Es werden keine Vorkenntnisse zu Foucault und Geschlechtertheorien, hingegen eine hohe Bereitschaft englischsprachige Texte zu lesen, vorausgesetzt.